Wirtschaft

Anleger geplagt von Brexit-Sorgen Deutsche-Bank-Aktien stürzen auf Rekordtief

Unsicherheit über die Auswirkungen des Brexit-Votums lassen die Aktie der Deutschen Bank auf den tiefsten Stand seit den 80er-Jahren fallen. Seit Jahresbeginn verliert das Papier mehr als 40 Prozent an Wert. Und es droht eine weitere Schlappe.

Einen neuen Negativrekord haben die Aktien den Deutschen Bank aufgestellt: Nach deutlichen Verlusten im frühen Handel fielen die Papiere unter das Tief vom Februar und notierten auf dem tiefsten Stand seit den 80er-Jahren. Zum Tagestief verlor die Aktie mehr als drei Prozent auf 12,84 Euro.

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Damit ist die Deutsche Bank mit einem Minus seit Jahresbeginn von mehr als 40 Prozent schlechtester Dax-Wert im laufenden Jahr. Seit Ende Mai steht der gesamte europäische Bankensektor im Zuge rasant fallender Anleiherenditen und belastet von Brexit-Sorgen stark unter Druck. "Die Lage für die Banken bleibt schwierig", sagte ein Marktteilnehmer. Die immer negativeren Renditen drückten zudem auf die Zinserträge.

"Die Aktie der Bank taumelt und taumelt und kommt - Dividenden herausgerechnet - nun auf einem Niveau an, das man zuletzt aufwies als ein gewisser Franz Beckenbauer noch aktiv Fußball beim HSV spielte Anfang der 80er Jahre", kommentierte Daniel Saurenz von Feingold Research. Dies unterstreiche ihren Niedergang. Eine kleine Hoffnung böte der Brexit: "Bleibt er aus, dürfte die Deutsche Bank immerhin eine Erholungsrally mit anführen", so Saurenz.

Abstieg aus dem Europa-Index droht

Mittlerweile ist auch der Platz der Deutschen Bank im Universum der führenden europäischen Blue-Chips immer stärker gefährdet. Denn mit dem neuerlichen Kurssturz wird die Deutsche Bank sogar zum sogenannten Fast-Exit-Kandidaten im Stoxx Europe 50, dem führenden Vergleichsmaßstab für die europäischen Blue-Chips, also viel gehandelten Aktien großer Unternehmen.

Mit der jüngsten Abwärtswelle und dem Fall auf neue 30-Jahres-Tiefs liegt sie nun nur noch auf Platz 80 der Rangliste, in der die europäischen Standardwerte nach ihrer Marktkapitalisierung geführt werden. Die Rangliste entscheidet über die Mitgliedschaft in dem Blue-Chips-Index.

Gnadenfrist bis Ende August

Ausschlaggebend sind zwar erst die Plätze zum Monatsende. Sollte die Deutsche Bank aber in den beiden Ranglisten per Ende Juni und per Ende Juli nicht deutlich an Boden gutmachen, würde sie gemäß dem Regelwerk des Index-Anbieters Stoxx Anfang August aus dem Stoxx-50 absteigen. Für den rettenden Platz 74 ist aus derzeitiger Sicht ein Kursanstieg um etwa 10 Prozent notwendig.

Aber auch in diesem Fall hätte die Deutsche Bank nur eine weitere Gnadenfrist bis zur regulären Überprüfung, die einmal jährlich durchgeführt wird und Ende August ansteht. Diese Änderungen werden dann am Abend des dritten Freitags im September vollzogen. Für eine Rettung des Index-Platzes würde Ende August sogar erst Platz 60 reichen. Dazu wäre allerdings aus derzeitiger Sicht ein Kursanstieg um etwa 37 Prozent notwendig.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ/dpa

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