Wirtschaft

"Da besteht Handlungsbedarf" EZB-Notenbanker fordert Bitcoin-Regulierung

Letztes Jahr feiert der Bitcoin seinen Durchbruch: Um rund 1400 Prozent steigt sein Kurs 2017 an den Finanzplätzen. Doch dem österreichischen Notenbankchef ist die Krypowährung nicht geheuer: Er will die Identität aller Beteiligten offenlegen.

Österreichs Notenbank-Chef Ewald Nowotny fordert eine Regulierung und eine Mehrwertsteuer auf die Kryptowährung Bitcoin. "Es kann doch nicht sein, dass wir gerade beschlossen haben, den 500-Euro-Schein nicht mehr zu drucken, um Geldwäsche zu bekämpfen und jedem noch so kleinen Sparverein strenge Regeln aufbrummen, um dann zuzusehen, wie weltweit munter mit Bitcoin Geld gewaschen wird. Da besteht Handlungsbedarf", sagte Nowotny, der als Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank über die Geldpolitik der Notenbank mitentscheidet, der "Süddeutschen Zeitung".

Man müsse durchsetzen, was bei anderen Finanzgeschäften auch die Grundregel sei: "Alle Beteiligten an einem Geschäft müssen ihre Identität offenlegen. Damit würde Bitcoin zusammenbrechen", fügte er hinzu. "Wir brauchen eine Mehrwertsteuer auf Bitcoin, weil es keine Währung ist."

Der Kurs der Kryptowährung war 2017 um rund 1400 Prozent gestiegen. Am Dienstag kostete ein Bitcoin auf dem Handelsplatz Bitstamp zuletzt 14.102 US-Dollar. Das war etwas mehr als am Vortag. Zu Jahresbeginn hatte der Kurs noch 1000 Dollar betragen.

Ein Grund war die Einführung von Terminkontrakten durch zwei große US-Börsen und damit der Vorstoß ins klassische Finanzsystem. Nachdem der Kurs zwischenzeitlich die 20.000er-Marke geknackt hatte, rutschte er jedoch wieder in Richtung 11.000 Dollar ab.

Quelle: n-tv.de, chr/rts/dpa

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