Wirtschaft

Konzept vorgelegt Einzelhandel fordert schnelle Öffnung

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Einkauf mit Terminvereinbarung ist für viele Händler keine Option.

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Der Einzelhandel leidet schwer unter dem wochenlangen Lockdown. Die diskutierten Lockerungen reichen ihm nicht aus. Sollten die Geschäfte noch lange geschlossen bleiben, sei "anschließend keiner mehr da, der noch öffnen könnte."

Der Corona-Lockdown wird bei der heutigen Bund-Länder-Runde wohl gelockert. Der Einzelhandel hält von den in Aussicht stehenden Schritten allerdings wenig. Alle Geschäfte müssen ab kommenden Montag öffnen dürfen, fordert der Handelsverband in einem Schreiben an das Kanzleramt, das ntv vorliegt. Voraussetzung sei, dass ein funktionierendes Hygienekonzept umgesetzt werde.

Die aktuelle Beschlussvorlage für die Runde sieht vor, dass Einzelhändler erst komplett öffnen dürfen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Bundesland oder regional stabil unter 35 liegt. Davon ist der Großteil Deutschlands weit entfernt. Eine Zwischenstufe könnte dem Papier zufolge auch bei noch etwas höheren Inzidenzen möglich sein, etwa mit einer "Click and Meet" genannten Terminvereinbarung im Handel. Unter anderem bei diesem Punkt gebe es aber noch erheblichen Verhandlungsbedarf, heißt es.

Die von Bund und Ländern angepeilte Zulassung von Einkäufen mit Terminvereinbarung könne die meisten Händler wirtschaftlich nicht retten, so die Branchenvertreter. Sie sei auch "kein deutlicher Schritt hin zu der lange überfälligen Öffnungsstrategie für den gesamten Einzelhandel". Blieben die Geschäfte abseits des Lebensmittelhandels weiter geschlossen, werde dies für die Unternehmen und ihre Beschäftigten "verheerende Folgen" haben. "Click and Meet" lohnt sich nach Angaben des Branchenverbands für viele Händler nicht. Die Personal- und Betriebskosten seien hierbei für die allermeisten Geschäfte höher als die Umsätze. Zugleich regt der Einzelhandel ein Stufenkonzept an. Diese "Öffnungsmatrix" basiere auf einem Vorschlag des RKI. Neben der Inzidenz solle dabei vor allem die Auslastung der Intensivbetten für Öffnungen eine Rolle spielen.

Eine Öffnung des Einzelhandels erst ab einer Inzidenz von unter 35 "widerspricht einer sachgerechten Beurteilung der Lage und berücksichtigt in keiner Weise das inzwischen vorliegende Wissen über die niedrige Infektionsgefahr im Handel, so wie dies das RKI festgestellt hat", heißt es in dem Schreiben. Derzeit habe in Europa nur Island eine niedrigere Inzidenz. "Wer an diesem Wert festhält, will daher noch für mehrere Monate keine Öffnung des Einzelhandels. Und nimmt in Kauf, dass anschließend keiner mehr da ist, der noch öffnen könnte."

Der Einzelhandel sei kein Infektionsherd, heißt es in dem Schreiben weiter. Das RKI stufe das Risiko als niedrig ein. Öffnungen seien deshalb unter Berücksichtigung von Hygieneauflagen und anderen Schutzmaßnahmen möglich. Dazu gehörten spezielle Öffnungszeiten für Senioren, Sicherheitsabstände und der Verzicht auf Rabattaktionen. Außerdem müsse der Staat die Testmöglichkeiten vorantreiben und eine Maskenpflicht in Innenstädten und Fußgängerzonen einführen.



Quelle: ntv.de, jga

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