Wirtschaft

Jede zehnte Banane trägt Siegel Fairtrade-Produkte bei Deutschen beliebter

Fast eine Milliarde Euro geben Menschen in Deutschland für fair gehandelte Waren aus. Ein neuer Rekord und ein Plus von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu ihren Nachbarn sind die Deutschen aber Fairtrade-Muffel.

Die deutschen Verbraucher haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld für Fairtrade-Produkte ausgegeben. Der Umsatz mit fair gehandelten Waren legte um 18 Prozent auf 978 Millionen Euro zu, wie der Verein TransFair mitteilte. Im Durchschnitt kaufte demnach jeder Verbraucher derartige Produkte im Wert von zwölf Euro. 2014 waren es lediglich zehn Euro gewesen. Allerdings sind die Verbraucher hierzulande vergleichsweise Fairtrade-Muffel: In der Schweiz werden pro Kopf knapp 58 Euro ausgegeben, in Österreich 21,50 Euro.

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Besonders stark legte der Verkauf von fair gehandelten Bananen zu.

(Foto: imago stock&people)

Besonders stark legte den Angaben zufolge der Verkauf von fair gehandelten Bananen zu: Er stieg um 32 Prozent auf den Rekordwert von 68.000 Tonnen. Damit trug rund jede zehnte verkaufte Banane das Fairtrade-Siegel. Dagegen gab es beim Kaffee lediglich ein Plus von vier Prozent und einen Gesamtabsatz von knapp 14.000 Tonnen. Bei Blumen legte der Verkauf von Fairtrade-Produkten laut TransFair um sechs Prozent auf 365 Millionen Stück zu. Vor allem Rosen würden fair gehandelt: Jede vierte hierzulande gekaufte Rose sei ein Fairtrade-Produkt.

Gerade mal ein Prozent des Gesamtmarktes

"Trotz des Wachstums und der steigenden Beliebtheit von Fairtrade bleibt viel zu tun", urteilte TransFair-Vorstandschef Dieter Overath. Nötig sei ein "grundsätzlicher Wandel" im Handel. "Globale Lieferketten müssen nachhaltiger gestaltet werden, damit auch diejenigen, die am Anfang der Kette stehen, ein Leben in Würde führen können." Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) betrug der Anteil der Fairtrade-Produkte am Gesamtmarkt zuletzt lediglich rund ein Prozent.

Das Fairtrade-Siegel wird an Produkte vergeben, bei denen gewährleistet ist, dass Kleinbauern und Plantagenarbeiter angemessene Preise erhalten und unter fairen Bedingungen arbeiten. Außerdem soll vor Ort in Bildungs- und Entwicklungsprojekte investiert und umweltfreundlich produziert werden.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP

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