Wirtschaft

"Bremain"-Hoffnungen schieben an "Finanzwerte sind europaweit gesucht"

Bleibt Großbritannien in der EU? Vor allem die Finanzmärkte schauen genau hin, interpretieren jede Umfrage. Ein Brexit träfe vor allem Geldhäuser von der Insel. Dass das Lager der EU-Befürworter sich im Aufwind befindet, hilft aber nicht nur den Briten-Banken.

Zum Start in die neue Handelswoche warten vor allem Bankentitel in einem positiven Marktumfeld mit überdurchschnittlichen Kursgewinnen auf. "Finanzwerte sind europaweit gesucht", sagte n-tv Börsenexperte Frank Meyer. Als Grund führten Meyer und andere Marktteilnehmer die gestiegene Erwartung auf einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union (EU) an.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 6,46

Die Wettbüros taxierten nun die Wahrscheinlichkeit eines Brexits auf nur noch 30 Prozent nach zuletzt 40 Prozent in den vergangenen Tagen. "Das spricht für eine durchgreifende Erholung an den Märkten", sagte ein Händler. In einer Befragung für "Mail on Sunday" kamen die Befürworter eines Verbleibs (Bremain) auf 45 Prozent. Für den Austritt (Brexit) votierten 42 Prozent. "Das spricht für eine durchgreifende Risk-On-Bewegung an den Märkten", sagte ein Marktteilnehmer an der Frankfurter Börse.

Bankenwerte europaweit im Plus

Dort kletterte der Leitindex Dax bis zum Mittag um mehr als 3 Prozent. Als Kurstreiber fungierten Deutsche Bank und auch Commerzbank mit Aufschlägen von jeweils mehr als 6 und mehr als 3 Prozent. In London legten etwa Royal Bank of Scotland rund 10 Prozent zu. Barclays kletterten etwa 6 Prozent, Lloyds Banking ebenso. Der Leitindex FTSE-100 zog rund 2,5 Prozent an. Die britischen Geldhäuser gelten als Verlierer im Falle eines britischen Austritts aus der Europäischen Union. Entsprechend groß ist unter Anlegern gegenwärtig die Entspannung.

Auch in Spanien und Italien waren Bankenwerte bei den Anlegern gefragt. In Mailand sprangen Banco Popolare etwa 12 Prozent an, Ubi Banca 10 Prozent und Unicredit 9,4 Prozent. Selbst die arg gebeutelte Monte die Paschi verbuchte einen Aufschlag von rund 6,5 Prozent. In Spanien gewannen Caixabank etwa 5 Prozent, BBVA 4,3 Prozent und Santander wiederum rund 4 Prozent. Der Ibex-35 kletterte 2 Prozent, der Mailänder Mib 2,8 Prozent.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema