Wirtschaft

Geplatztes Philippinen-Geschäft Fraport mit 243 Millionen Euro entschädigt

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Die Erweiterung des Flughafens in Manila war für Fraport bislang ein Desaster.

(Foto: picture alliance / dpa)

Als Minderheitsteilhaber beteiligt sich der Flughafenbetreiber Fraport am Bau eines Terminals in der philippinischen Hauptstadt Manila. Doch das Konsortium wird enteignet. Nach langem Streit erhält Fraport nun eine Millionen-Entschädigung.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat eine millionenschwere Entschädigung für das gescheiterte Terminal-Projekt in der philippinischen Hauptstadt Manila erhalten. Das Unternehmen bekam nach eigenen Angaben 270 Millionen Dollar, umgerechnet rund 243 Millionen Euro. Darin enthalten ist der Verkauf des 30-Prozent-Anteils an der Gesellschaft Philippine International Air Terminals Co. (Piatco), von dem sich Fraport nun getrennt hat. Der Konzern mache keine weiteren Ansprüche mehr in dem Rechtsstreit geltend, hieß es einer Fraport-Mitteilung.

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Die Piatco hatte ein Terminalgebäude am internationalen Flughafen Manila errichtet, war aber kurz vor der Eröffnung 2004 unter Korruptionsvorwürfen vom philippinischen Staat enteignet worden. Im folgenden Rechtsstreit hatte der oberste Gerichtshof des Landes im vergangenen Jahr entschieden, dass das Konsortium mit der Fraport-Minderheitsbeteiligung entschädigt werden müsse. Das Terminal mit einer Kapazität von rund 13 Millionen Passagieren im Jahr wird längst genutzt.

Da Fraport die Verluste bereits komplett abgeschrieben hatte, fließt ein Teil der Erstattung direkt in den Vorsteuer-Gewinn. 40 Millionen Euro muss der im MDax notierte Konzern an die Bundesregierung zurückzahlen, die wegen des geplatzten Manila-Geschäfts 2008 eine Garantie für Kapitalanlagen im Ausland beglichen hatte. Der Vorstand will später beraten, ob und in welcher Höhe die verbleibende Rückzahlung an die Aktionäre weitergegeben werden soll. Die Entscheidung darüber fällt letztlich die Hauptversammlung.

Quelle: ntv.de, shu/dpa