Wirtschaft

Potash: Mehr Geld und Job-Garantie Frische Fusionsfantasien befeuern K+S-Aktie

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Die Papiere des Kasseler Konzerns K+S kletterten in der Spitze um 8,5 Prozent auf 32,46 Euro.

(Foto: imago/Joana Kruse)

Ein Wechselbad der Kursentwicklung beschert das Thema Fusion dem Rohstoffkonzern K+S. Frische Avancen des kanadischen Rivalen lassen die Aktie des Dax-Konzerns wieder in die Höhe schießen. K+S äußert sich bisher zurückhaltend.

Neue Spekulationen zu einer möglichen Übernahme des deutschen Düngemittelkonzerns K+S treiben den Kurs der Aktien kräftig an. Die Papiere des Kasseler Konzerns kletterten in der Spitze um 8,5 Prozent auf 32,46 Euro und sind weiterhin größter Dax-Gewinner. Händler und Analysten verweisen auf einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wonach der kanadische Rivale Potash den Druck auf K+S erhöht, in Übernahmeverhandlungen einzuwilligen.

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Potash bietet der Zeitung zufolge dem gesamten K+S-Vorstand einen Arbeitsplatz nach einer Übernahme - zu höheren Bezügen als jetzt. In Gesprächen mit Investoren erläuterten die Kanadier nun konkret die Zugeständnisse, die sie dem Management des Düngemittelherstellers K+S geschickt hatten, schrieb die Zeitung. "Die Anleger hoffen auf ein Entgegenkommen und einen möglichen Deal", sagte ein Händler. Insidern zufolge geht es dabei um die bereits Anfang August gemachten Vorschläge von Potash, darunter unter anderem das Ausschließen betriebsgedingter Kündigungen für fünf Jahre. K+S hatte diese Vorschläge aber als unzureichend zurückgewiesen.

Standort Kassel soll zur Europa-Zentrale werden

Zusätzlich will Potash ein weiteres "Exzellenzzentrum" in Deutschland errichten. K+S hatte jüngst erst ein neues Forschungszentrum im thüringischen Unterbreizbach eingeweiht. Außerdem gebe es eine fünfjährige Garantie für die bestehende Rechtsform AG. Dies ziele laut Zeitung darauf ab, der Gewerkschaft entgegenzukommen - so soll die Mitbestimmung gewahrt bleiben. Was die künftige Funktion des Standorts Kassel angeht, soll es sich um eine Europa-Zentrale handeln.

Dass die Liste nun mit Investoren diskutiert werde, sei ein Zeichen, dass Potash den Druck auf K+S erhöhe - direkt oder indirekt über Investoren, fassten die Analysten von Equinet zusammen. Potash sei offenbar weiterhin sehr stark an einer "freundlichen" Übernahme interessiert, hieß es. "Wir glauben, dass Potash nicht lockerlässt", urteilte die DZ Bank.

K+S will neue Vorschläge sorgfältig prüfen

Bislang hat Potash lediglich eine auf Einvernehmlichkeit abzielende, unverbindliche Offerte bei K+S hinterlegt. Der kanadische Bergbau- und Düngemittelkonzern würde den deutschen Dax-Konkurrenten gerne für 41 Euro je Aktie kaufen, was K+S mit etwa 7,9 Milliarden Euro bewerten würde.

K+S hatten den erneuten Vorstoß der Kanadier bereits Anfang August zurückgewiesen. "Den bisherigen Vorschlag von PotashCorp. haben wir abgelehnt, er bietet keine Grundlage für Gespräche. Sollte uns PotashCorp. einen neuen Vorschlag unterbreiten, so werden wir diesen sorgfältig prüfen", sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Das K+S-Management lehnt Gespräche über den Deal unter anderem deshalb ab, weil es die Potash-Offerte mit 41 Euro pro Aktie für zu niedrig hält und das Angebot wegen vieler Ausnahmeregelungen als nicht verlässlich erachtet.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ/dpa

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