Wirtschaft

Münchner zeigen sich reumütig Hypovereinsbank gesteht Steuerdelikte

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Hypovereinsbank hat den Staat in zwei Fällen hintergangen und soll dafür rund 20 Millionen Euro Bußgeld zahlen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das gab es noch nie: Zum ersten Mal gibt eine deutsche Großbank zu, den Fiskus systematisch hintergangen zu haben - und das gleich zwei Mal. Die Hypovereinsbank will damit aber nicht nur ihr Gewissen erleichtern, auch finanziell zahlt sich das Geständnis aus.

Die Hypovereinsbank (HVB) gibt nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" als erstes großes Kreditinstitut in Deutschland zwei schwere Steuerdelikte zu. Die HVB war demnach an Aktiengeschäften zulasten des Fiskus beteiligt und vermittelte zudem über ihre frühere Filiale in Luxemburg Briefkastenfirmen, bei denen Bankkunden Geld vor dem Finanzamt verstecken konnten. Die HVB soll für beide Verfehlungen dem Bericht zufolge insgesamt gut 20 Millionen Euro Bußgeld zahlen, weil sie bei der Aufklärung kooperierte.

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Die Kölner Staatsanwaltschaft will nach Angaben von Insidern den gesetzlichen Rahmen bei weitem nicht ausschöpfen, um die Kooperationsbereitschaft der Hypovereinsbank zu belohnen, wie es hieß. Die zwischen der Staatsanwaltschaft Köln und der Unicredit-Tochter besprochene Lösung werde dem Aufsichtsrat der Bank bei dessen nächstem Treffen Ende Juli präsentiert, schreibt das Blatt.

Gesamtschaden beträgt mehr als zehn Milliarden Euro

Nach Erkenntnissen der Behörden haben Banken und Kapitalanlagefonds beim Handel von Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividende den Staat jahrelang trickreich ausgenommen, indem sie sich eine nur einmal entrichtete Kapitalertragsteuer mehrmals erstatten ließen. Der Gesamtschaden soll nach Schätzungen von Steuerfahndern mehr als zehn Milliarden Euro betragen.

Auch beim zweiten HVB-Vergehen, der Beihilfe zur Steuerhinterziehung durch Schwarzgeldgeschäfte über Luxemburg, wird gegen diverse andere Geldinstitute ermittelt. Vor allem gegen die Commerzbank, die im Februar von der Kölner Staatsanwaltschaft durchsucht worden war. Nach Erkenntnissen der Strafverfolger haben die Commerzbank und weitere große Institute über Tochtergesellschaften in Luxemburg systematisch Briefkastenfirmen vermittelt, in denen reiche Kunden aus Deutschland einen Teil ihres Vermögens vor dem Fiskus verstecken konnten.

Quelle: ntv.de, jge/DJ

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