Wirtschaft
Ripple-Gründer Chris Larsen besitzt laut "Forbes" 5,19 Milliarden XRP. Darüber hinaus gehören ihm 17 Prozent des Unternehmens Ripple Lab.
Ripple-Gründer Chris Larsen besitzt laut "Forbes" 5,19 Milliarden XRP. Darüber hinaus gehören ihm 17 Prozent des Unternehmens Ripple Lab.(Foto: imago/ZUMA Press)
Freitag, 05. Januar 2018

Chris Larsen vor Mark Zuckerberg: Krypto-Szene mischt Club der Milliardäre auf

Von Diana Dittmer

Die Cyberwährung Ripple hat im vergangenen Jahr 30.000 Prozent an Wert gewonnen. Profitiert haben davon vor allem die Erfinder des Bitcoin-Konkurrenten. Facebook-Chef Zuckerberg muss um seinen Platz in der "Forbes"-Reichenliste bangen.

Der Club der alten Milliardäre muss sich möglicherweise auf einige Überraschungen gefasst machen. Wenn die "Forbes"-Liste der reichsten Menschen der Welt das nächste Mal aktualisiert wird, wird es möglicherweise einige überraschende Neuzugänge geben.

Die Kurs-Ralley bei Krypto-Währungen im vergangenen Jahr hat - zumindest auf dem Papier - Millionen neuer Super-Reicher hervorgebracht. Virtuell haben diese Menschen so viel Geld auf der hohen Kante, dass sie sogar die Top-Plätze auf der Liste aller Listen erobern könnten.

Zu den Kursgranaten des vergangenen Jahres gehört auch Ripple. Laut coinmarketcap.com kletterte der Wert der mittlerweile zweitgrößten Kryptowährung nach Bitcoin von rund 0,25 US-Dollar im Dezember auf zeitweise 3,80 Dollar am Donnerstagnachmittag - das sind mehr als 1400 Prozent. Von dem Geldregen profitieren nicht nur Kleinanleger, die frühzeitig in die Währung investiert haben, sondern vor allem ihre Schöpfer, die im gleichnamigen Unternehmen in San Francisco sitzen. Denn sie halten die größten Bestände der Coins.

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Der größte Profiteur des Ripple-Hypes ist ohne Frage Chris Larsen. Er hat nicht nur das Unternehmen Ripple Lab 2012 mitbegründet, er hält auch die meisten Coins, die unter dem Kürzel XRP bekannt sind. Nach Unternehmensangaben sind das 5,19 Milliarden. Darüber hinaus gehören Larsen noch 17 Prozent der Anteile an der Firma. Nach einem Kursanstieg von 30.000 Prozent im vergangenen Jahr waren seine Token Anfang Januar 59 Milliarden Dollar wert, wie die "New York Times" schreibt.

Neureich mischt sich unter altreich

Hätte "Forbes" seine Liste in dieser Woche aktualisiert, hätte der Ripple-Gründer kurzzeitig sogar Facebook-Gründer Mark Zuckerberg von Platz 5 der Liste der reichsten Menschen der Welt gefegt. Er läge damit nicht nur vor Zuckerberg, sondern auch vor den Multimilliardären Carlos Slim und Larry Ellison. Außerdem wäre Larsen Amazon-Gründer Jeff Bezos bereits dicht auf den Fersen.

Larsen und Zuckerberg dürften ihre Plätze zwar inzwischen aufgrund leichter Kursrückgänge wieder getauscht haben. Doch das bedeutet nicht unbedingt das Ende des katapultartigen Höhenflugs. Allein in der Woche seit dem 30. Dezember ist der Kurs der Kryptowährung noch einmal um mehr als 120 Prozent gestiegen - in der Spitze waren es sogar schon 150 Prozent. Es bleibt also spannend.

Auch andere Top-Ripple-Besitzer aus dem Kreis der ehemaligen CEOs des in San Francisco ansässigen Unternehmens gehörten durch die Kurs-Rally schlagartig zum Club der Milliardäre. So auch der derzeitige Ripple-Chef Brat Garlinghaus. Er besitzt nach Unternehmensangaben 6,3 Prozent am Unternehmen und ebenfalls eine stattliche Menge an XRP-Token. Laut "Forbes" beträgt sein Vermögen mindestens 9,5 Milliarden Dollar.

Kursexplosionen bei Kryptowährungen wie Ripple zeigen, dass die Bitcoin-Manie trotz aller kritischen Kommentare über die Irrationalität der virtuellen Devisenmärkte inzwischen auch andere virtuelle Währungen erfasst hat. Das Tulpenfieber hat sich auf Chrysanthemen und Mohn ausgebreitet, schreibt die "New York Times".

Wie gewonnen, so zerronnen?

Diese Fieber können allerdings auch schnell wieder abflauen: So dauerhaft wie die Vermögen von Zuckerberg, Slim, Ellison und Bezos ist das Geldpolster der Krypto-Neureichen nämlich noch lange nicht. Dafür sind die Kursschwankungen zu groß. Würde nur einer der Krypto-Millionäre auf seinen Reichtum spontan zugreifen und Ripple für Dollars verkaufen, würde das den Wert von Ripple-Tokens gefährlich einbrechen lassen.

Und Kritiker warnen noch aus einem anderen Grund vor Geldanlagen in Ripple: Das Unternehmen ist weniger dezentralisiert als zum Beispiel Bitcoin. Ein Großteil der Coins hält Ripple wie gesagt selbst: 61,3 Milliarden XRP, einschließlich 55 Milliarden, die das Unternehmen treuhänderisch aufbewahrt. Nur 38,7 Milliarden XRP-Tokens wurden verteilt. Das heißt, das Unternehmen kann die Coins nach Gutdünken in den Markt bringen und den Preis dadurch bewusst selbst manipulieren.

So oder so gibt es wegen der enormen Schwankungen bei Ripple, Bitcoin und der anderen Kryptowährungen keine Garantie dafür, dass die Krypto-Superreichen noch Milliardäre sein werden, wenn "Forbes" im März seine nächste Liste veröffentlicht.

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Quelle: n-tv.de