Wirtschaft

Keine "kleine Gruppe" Mehr Manager in VW-Skandal verwickelt

7fd7353d773f47d360f54fc28dc13eba.jpg

Der Skandal bei Volkswagen spitzt sich immer weiter zu.

(Foto: REUTERS)

Der Abgas-Skandal bei VW weitet sich aus. Bisher sprach das Unternehmen von "einer kleinen Gruppe" Manager, die eingeweiht war. Die Ermittlungen zeigen nun: Es waren viel mehr. VW dementiert einen entsprechenden Medienbericht.

Bislang behauptete der Volkswagen-Konzern: In den jahrelangen Betrug um Abgaswerte bei VW war nur eine kleine Gruppe Manager verwickelt. Die Ermittlungen der Internen Revision und der Anwaltskanzlei Jones Day zeigen jedoch: mehrere Dutzend Volkswagen-Manager waren involviert, einige Quellen sprechen laut dem "Spiegel" sogar von 30 Personen. Sie sind demnach bereits beurlaubt worden. VW weist den Bericht jedoch zurück: Die vom "Spiegel" genannte Zahl von mindestens 30 Managern entbehre jeglicher Grundlage, sagte ein Sprecher.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 176,50

Mit dem Vorgang vertraute Personen berichteten dem Magazin, die Anzahl der Mittäter und Mitwisser könne sich sogar noch ausweiten. Mehrfach sei der betroffene Dieselmotor EA 189 innerhalb mehrerer Jahre dahingehend überprüft worden, ob er die Abgasnormen für verschiedene Märkte der Welt erfülle. Dass dieser Motor die Vorschriften ohne die teure Abgasreinigung erreichte, die sonst bei Diesel-Antrieben üblich sei, hätte "jeden Motorenentwickler misstrauisch machen müssen", sagte ein VW-Manager dem "Spiegel".

Der neue VW-Chef Matthias Müller hatte auf einer Betriebsversammlung vergangene Woche erklärt, dass "nur wenige Mitarbeiter" an der Manipulation beteiligt gewesen seien.

Der Wolfsburger Autobauer arbeitet derzeit den größten Skandal in seiner Unternehmensgeschichte auf. VW hatte in den USA Abgaswerte von Dieselfahrzeugen durch eine Software manipuliert, die bei Tests zu einem niedrigeren Schadstoffausstoß als im Normalbetrieb führte. Weltweit wurde die Software in bis zu elf Millionen Autos eingebaut. Die US-Kanzlei Jones Day ist mit der Aufklärung betraut.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP

Mehr zum Thema