Wirtschaft

IG Metall fordert mehr Lohn Metall-Arbeiter beginnen Streik

Arbeiter bei Ford, ThyssenKrupp und Airbus treten gegen Mitternacht in den Streik, Tausende andere Beschäftige in der Metall- und Elektroindustrie tun es ihnen nach. Die IG Metall zeigt ihre Zähne – sie fordert mehr Lohn.

In der größten deutschen Industriebranche, der Metall- und Elektroindustrie, haben um Mitternacht Warnstreiks begonnen. Die IG Metall rief in allen Bezirken zu Arbeitsniederlegungen auf, um ihrer Forderung nach fünf Prozent Tariferhöhung für die 3,8 Millionen Beschäftigten Nachdruck zu verleihen. Ein zweites Angebot der Arbeitgeber hatte die Gewerkschaft am Donnerstag als zu niedrig abgelehnt. Die Offerte der Arbeitgeber sah eine Erhöhung der Entgelte in zwei Schritten um insgesamt 2,1 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten vor. Zusätzlich boten sie eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent.

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(Foto: dpa)

Die Arbeitgeber verweisen auf die Risiken in der Weltwirtschaft und warnen, die Unternehmen investierten mehr und mehr im Ausland wegen des aus ihrer Sicht hohen Tarifniveaus in Deutschland. Da die Produktivität kaum steige, gebe es nicht viel zu verteilen. Die Gewerkschaft begründet ihre Forderung mit dem Gewinnwachstum in den Unternehmen und der soliden Konjunktur, die mit höheren Löhnen über mehr Kaufkraft weiter angekurbelt werden müsse.

Erste Arbeitsniederlegungen und Versammlungen vor den Werkstoren gab es kurz nach Mitternacht etwa bei Ford in Saarlouis, wo auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann als Redner dabei war. "Die Bänder stehen still", sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Hier nahmen nach IG-Metall-Angaben etwa 3000 Menschen teil, darunter auch Mitarbeiter aus nahe gelegenen Betrieben.  Auch bei Audi in Ingolstadt legten mit Ablauf der Friedenspflicht um Mitternacht rund 5000 Mitarbeiter die Arbeit nieder und kamen zu einer Kundgebung auf dem Werksgelände zusammen. Dadurch könnten rund 250 Autos nicht produziert werden, teilte ein örtlicher IG-Metall-Sprecher mit.

Kundgebungen gab es auch bei ThyssenKrupp in Dortmund, bei Daimler in Düsseldorf und bei Airbus im bayerischen Donauwörth. Die IG Metall in Baden-Württemberg erwartet für Freitag mehr als 40.000 Teilnehmer aus über 150 Betrieben. Für die ersten beiden Mai-Wochen steht der Warnstreik-Plan im Südwesten. In Bayern hat die Gewerkschaft bis zum Feiertag am 5. Mai in mehr als hundert Betrieben die Beschäftigten zu kurzzeitigen Arbeitsunterbrechungen aufgerufen.

Quelle: ntv.de, vpe/rts/AFP