Wirtschaft

Arbeitsniederlegungen im Bergbau Millionen Kumpel beenden Ausstand in Indien

328C4E00947DF295.jpg1709015196715104667.jpg

Nach zwei Tagen gehen die indischen Kumpel wieder zur Arbeit.

(Foto: AP)

Indien ist das Land mit den größten Kohlereserven der Welt. Zugleich hat das Land einen gewaltigen Energiehunger. Die Öffnung des Kohle-Sektors sorgte die Beschäftigten - die ihre Sorgen nun aber ernstgenommen fühlen.

Nach Gesprächen mit der indischen Regierung haben Millionen Bergleute einen auf fünf Tage angesetzten Streik vorzeitig beendet. Der Streik sei am Abend abgebrochen worden, nachdem die Regierung zugesagt habe, dass durch die geplante Öffnung des Kohlebergbaus für private Unternehmen keine Arbeitsplätze verloren gehen würden, teilte der Generalsekretär des Indischen Gewerkschaftsbundes (AITUC), Gurudas Dasgupta, mit. Ein neuer Ausschuss aus Gewerkschafts- und Regierungsvertretern werde sich mit den Forderungen der Gewerkschaften befassen.

Der indische Energie- und Kohleminister Piyush Goyal sagte in Neu Delhi, es werde keine Schritte in Richtung einer Privatisierung von Coal India geben. Das Unternehmen werde unter dem Management und der Kontrolle der Regierung bleiben, sagte der Minister und bestätigte die Bildung eines Ausschusses, das alle Fragen besprechen und lösen solle.

Am Dienstag hatten Millionen Bergleute ihre Arbeit niedergelegt, um gegen die geplante Öffnung des Kohlebergbaus für private Unternehmen und einen befürchteten Stellenabbau zu protestieren. Coal India mit seinen 3,4 Millionen Beschäftigten hat bislang praktisch das Monopol auf die Kohleproduktion. Wegen der schnellen Industrialisierung Indiens und der damit steigenden Nachfrage steht der Konzern seit Jahren unter Druck, die Produktion zu erhöhen.

Die rechtsgerichtete Regierung hatte im Oktober angekündigt, den Kohlebergbau für private Unternehmen zu öffnen. Indien importiert große Mengen Kohle, obwohl das Land auf den fünftgrößten Reserven der Welt sitzt. 60 Prozent des Stroms wird durch Kohle gewonnen. Stromausfälle sind vor allem im Sommer keine Seltenheit, unter anderem wegen des steigenden Energiebedarfs einer stark wachsenden Mittelklasse.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

Mehr zum Thema