Wirtschaft

Sorge um Jobs Möglicher Opel-Deal überrascht Politik

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Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach - PSA dürfte sich die Opel-Standorte genau anschauen.

(Foto: picture alliance / Martin Schutt)

Von einem möglichen Verkauf Opels an den französischen Autohersteller Peugeot wären auch Tausende deutsche Arbeitsplätze betroffen. Und nicht aller werden wohl erhalten bleiben. Das ruft die Politik auf den Plan.

Politik und Gewerkschaften sind von den Gesprächen zwischen PSA und General Motors über einen möglichen Verkauf des Autoherstellers Opel kalt erwischt worden. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich finde es nicht akzeptabel, dass eine solche Entscheidung an die Öffentlichkeit gelangt, ohne dass vorher mit Betriebsrat, IG-Metall oder der Landesregierung darüber gesprochen worden ist." GM trage die Verantwortung für die Beschäftigten.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier äußerte sich besorgt um die Perspektive für die Opel-Mitarbeiter besonders am Stammsitz in Rüsselsheim. "Es ist vergleichsweise egal, ob der Eigentümer wie bisher in den USA sitzt oder in Frankreich. Entscheidend ist, was hier geschieht", sagte der CDU-Politiker. "Unsere Agenda ist klar: Wir möchten ein starkes Opel-Werk, wir möchten die Arbeitsplätze erhalten." Die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer forderte ihrerseits "Beschäftigungssicherheit für die Mitarbeiter und Sicherheit für den Produktionsstandort Kaiserslautern".

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee reagierte indes vorsichtig optimistisch. Interessiere sich PSA tatsächlich für Opel, sei das ein Beleg für Stabilität und Stärke des Standorts Eisenach, zitiert ihn der MDR. Doch auch für ihn sei wichtig, "dass Opel als Marke und der Standort Eisenach erhalten bleibt und die Beschäftigten eine langfristige Perspektive bekommen".

Auch die Gewerkschaften hatten keine Kenntnis von den Plänen. Die IG Metall erklärte in Frankfurt am Main, wenn es Gespräche von GM mit PSA gebe, "wäre das eine beispiellose Verletzung sämtlicher deutscher wie europäischer Mitbestimmungsrechte". Allerdings kündigte die IG Metall an, einen möglichen Verkauf "aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit PSA vorbehaltslos" zu prüfen.

Opel verkauft nach Angaben der Geschäftsleitung jährlich mehr als eine Million Fahrzeuge. In ganz Europa beschäftigt der Autobauer rund 35.600 Mitarbeiter - davon gut 18.000 in Deutschland.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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