Wirtschaft

Netzagenturchef bei Maischberger "Motivation zum Sparen noch nicht da"

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Viele Gaskunden dürften bei der nächsten Abrechnung eine böse Überraschung erleben, warnt Müller.

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Die Gasspeicher in Deutschland sind nicht genug gefüllt, und die Gaspreise explodieren. Deshalb ruft der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, die Bevölkerung dazu auf, schon jetzt mit dem Gas sparsam umzugehen. Vielen sei noch gar nicht klar, welche Kosten auf sie zukämen.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat die Bundesbürger aufgefordert, mit Gas sparsam umzugehen. Dazu sei die Motivation noch nicht da, klagte er in der ARD-Sendung Maischberger. In Deutschland seien die Gasspeicher zu 42 Prozent gefüllt. Das sei mehr als noch vor einigen Wochen, aber nicht genug. Man müsse deswegen jetzt Gas einsparen, um es in der Not zu haben.

Den meisten Gaskunden in Deutschland sei gar nicht klar, wie viel Geld der Brennstoff aktuell koste. Das böse Erwachen käme erst bei der Abrechnung im kommenden Frühjahr. "Ich denke, die Menschen müssen merken, dass es ein Problem gibt", sagte Müller. Wer jetzt seine Heizung noch nicht abgestellt habe, solle das schnellstmöglich in Angriff nehmen.

Jetzt komme es darauf an, Lieferengpässe zu verhindern, sagte Müller. Dabei könnten unterschiedliche Lieferketten helfen. So soll bis Dezember in Wilhelmshaven ein schwimmendes Flüssiggasterminal eingerichtet werden. "Wir leben aktuell in einer Situation, wo Versorgungssicherheit ganz zentral ist." Ursprüngliches Ziel sei gewesen, Gas durch nicht fossile Brennstoffe zu ersetzen. Wegen des Krieges in der Ukraine müsse Deutschland nun einen Umweg gehen und zunächst auf Flüssig- oder Fracking-Gas setzen, erklärte Müller.

Privathaushalte vor Engpässen geschützt

Käme es zu einem Engpass, würden vor allem Privathaushalte bis zuletzt mit Gas beliefert werden. Bei den größten Industrieunternehmen werde aktuell geprüft, welche unbedingt weiter mit Gas versorgt werden müssten.

In einem Interview habe er gefragt, ob es sinnvoll sei, zehnmal in der Woche zu duschen, erklärte Müller bei Maischberger. "Wenn ich die Gaslieferungen bei der Industrie abschalte und damit möglicherweise die Produktion kaputt mache, dann muss sich jeder aus Solidarität fragen, ob ein übertriebener Gasverbrauch dann noch verantwortbar wäre", so Müller.

Quelle: ntv.de

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