Wirtschaft

Gegenbewegung im Keim erstickt Ölpreis kehrt in Abwärtstrend zurück

Aus technischer Sicht schien alles klar: Der Brent-Preis war zur Wochenmitte unter die 50-Dollar-Marke gerutscht, konnte aber darüber schließen. Und der Preis kletterte am Donnerstag weiter - bis zum Nachmittag.

Die Erholung des Ölpreises war im Donnerstagshandel nur von kurzer Dauer. Nach den bisherigen deutlichen Verlusten der Handelswoche hatte der Preis am Morgen zu einer Gegenbewegung angesetzt, die die Notierung der Nordsee-Sorte Brent bis auf ein Tageshoch von 51,10 Euro, die das US-Leichtöl WTI bis auf 48,49 Dollar. Doch am Nachmittag kippte die Stimmung wieder, die Gewinne schmolzen ab und die Notierungen drehten ins Minus. Brent lag bei 50,31 Dollar je Barrel (159 Liter), WTI bei 47,76 Dollar. Das entsprach Abschlägen von jeweils rund 0,6 Prozent. Marktteilnehmer sprachen davon, dass die Gegenbewegung "fragil" gewesen sei.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 43,04

Am Mittwoch hatte ein überraschend starker Anstieg der US-Ölreserven für neuen Verkaufsdruck gesorgt und den Brent-Preis erstmals seit November unter die Marke von 50 Dollar gedrückt. Laut US-Energieministerium kletterten die Lagerbestände in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch von 533,1 Millionen Barrel. Experten hatten zwar einen Anstieg erwartet, allerdings bei weitem nicht so stark.

Barclays: Leichter Anstieg möglich

Im November waren die Preise deutlich gestiegen, nachdem sich das Ölkartell OPEC und weitere wichtige Förderländer auf Förderkürzungen geeinigt hatten. Seither gibt es aber einerseits Zweifel, inwieweit die Länder ihre Absprachen tatsächlich umsetzen. Zum anderen weiten US-Produzenten, die ihr Öl durch Fracking gewinnen, ihre Produktion wieder aus und konterkarieren dadurch den OPEC-Versuch, die Preise zu erhöhen.

Inzwischen diskutiert das Kartell, die zunächst bis zur Jahresmitte vereinbarten Produktionskürzungen ins zweite Halbjahr hinein zu verlängern. Laut Barclays dürften sich die Preise dann wieder bei rund 55 Dollar einpendeln. Zudem gilt die Förderbremse der OPEC nur für das erste Halbjahr. Unklar ist, ob sie darüber hinaus verlängert wird.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/rts