Wirtschaft

Zarte Erholung der Klein-Industrie Pekings Eingriffe könnten Erfolg haben

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt muss sich zur Erfüllung der offiziellen Ziele strecken. Inzwischen sieht das auch die Regierung und greift ein. Erste Indizien deuten nun an, dass die Aktion Erfolg haben könnte.

Die Abschwächung im produzierenden Gewerbe Chinas hat sich im Oktober etwas verlangsamt. Der Caixin-Einkaufsmanagerindex für die Branche stieg im Oktober auf Monatssicht von 47,2 auf 48,3 Punkte. Er bleibt damit allerdings unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Damit bleibt die Lage weiter schwer einzuschätzen: Der zuvor veröffentlichte offizielle Einkaufsmanagerindex fiel schwächer aus als erwartet. Die neuen Daten nun suggerieren, dass einige Unternehmen, insbesondere kleinere und mittelgroße, eine gewisse Erholung feststellen.

Gleichwohl ist der Caixin-Index den achten Monat in Folge unter 50 Punkten geblieben. Erst Werte oberhalb dieser Schwelle deuten auf eine Expansion der Wirtschaft hin. "Der leichte Anstieg zeigt, dass sich die Abschwächung in der verarbeitenden Industrie etwas verlangsamt hat, was signalisiert, dass die Stimulierungsmaßnahmen erste Wirkung zeigen", sagte He Fan, Chefökonom der Caixin Insight Group.

Schwache Nachfrage bremst

"Die schwache Nachfrage ist das größte Hindernis für wirtschaftliches Wachstum, und das Deflationsrisiko angesichts der anhaltend sinkenden Preise bei Massengütern muss beachtet werden", sagte er weiter. Die schleppende Nachfrage in der Heimat und im Ausland haben bei chinesischen Fabriken für Überkapazitäten gesorgt und ihnen Preissenkungen aufgezwungen.

"Obwohl der Caixin-Index besser ausfiel als erwartet bedeutet das nicht, dass die kleinen Unternehmen in China nun die Talsohle durchschritten hätten", sagte Zhang Fan, Ökonom bei der RHB Group.

Regierung greift ein

Verglichen mit der Umfrage der Regierung gibt der Caixin-Index kleineren exportorientierten Unternehmen ein größeres Gewicht. Beim offiziellen Index ist der Anteil der großen Staatsunternehmen höher.

Die chinesische Wirtschaft wuchs im dritten Quartal um 6,9 Prozent, das war das langsamste Wachstum seit der Finanzkrise. Einige Ökonomen glauben, dass die Wirtschaft tatsächlich noch langsamer wächst als die Regierungsdaten zeigen.

Um das Wachstum anzukurbeln und das Ziel von 7 Prozent für dieses Jahr zu erreichen, hat Peking die Leitzinsen zuletzt mehrfach gesenkt und die Vorgaben für die Kreditreserve der Banken gelockert. Außerdem wurden die Ausgaben für Infrastruktur erhöht und die Hürden für Immobilienerwerb gesenkt, um dem schwachen Immobiliensektor auf die Sprünge zu helfen.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ