Wirtschaft

Woidke: Zeitplan nicht in Gefahr Pleite-Firma kann BER weiterbauen

Die insolvente Firma Imtech muss am Hauptstadtflughafen zu Ende bringen, was sie angefangen hat. Der Fortgang der Bauarbeiten ist damit erstmal gesichert. Inzwischen gibt es eine Strafanzeige, weil mehrere am Bau beteiligte Firmen betrogen haben sollen.

Die Berliner Flughafengesellschaft BER hat mit der zahlungsunfähigen Bautechnik-Firma Imtech eine Fortsetzung ihrer Arbeiten am geplanten Hauptstadtflughafen vereinbart. Mit Zustimmung des Insolvenzverwalters verpflichte sich Imtech, die bestellten Leistungen zu liefern, teilte die Flughafengesellschaft nach einer Sitzung des Projektausschusses des Aufsichtsrats mit.

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Karsten Mühlenfeld will die Folgen der Imtech-Pleite für die Bauarbeiten so klein wie möglich halten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit dieser Maßnahme sollten "die Folgen der Insolvenzankündigung von Imtech für den BER so gering wie möglich" gehalten werden, erklärte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Zahlungen für die Arbeiten würden auf ein vom Insolvenzverwalter eingerichtetes Sonderkonto fließen.

"Die Kontinuität der Bauarbeiten ist damit gewährleistet", so Mühlenfeld. Imtech ist unter anderem für Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten zuständig und arbeitet auch an der komplexen Brandschutzanlage mit.

"Keine neuen Risiken"

Ein möglicher vollständiger Ausfall der deutschen Tochter des niederländischen Imtech-Konzerns ist mit der Vereinbarung aber nicht vom Tisch. Dass Imtech oder andere am BER beteiligte Baufirmen insolvent gehen könnten, ist laut Mühlenfeld weiter "Bestandteil der allgemeinen Risikobetrachtung der FBB".

Offen ist auch nach wie vor, ob der zuletzt geplante Eröffnungstermin Ende 2017 noch gehalten werden kann. Nach der Imtech-Pleite hatte Mühlenfeld eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die dies prüfen soll.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sieht die planmäßige Fertigstellung des Hauptstadtflughafens nicht gefährdet. "Ich sehe derzeit keine neuen Risiken für Kosten und Eröffnungstermin", sagte Woidke. Nach der jüngsten Planung soll der neue Großflughafen in der zweiten Jahreshälfte 2017 eröffnet werden.

Anzeige gestellt

Wegen Betrugsverdachts beim Bau des Hauptstadtflughafens BER hat die Flughafengesellschaft FBB Strafanzeige erstattet. Die Strafanzeige sei in Abstimmung mit dem Chief Compliance Officer der Siemens AG erfolgt, teilte die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH mit.

Am Wochenende hatte die "Bild am Sonntag" berichtet, am Berliner Flughafen kursiere der Vorwurf "überhöhter" Nachzahlungen, die Siemens, aber auch Bosch und die Telekom-Tochter T-Systems vor der ursprünglich geplanten Eröffnung im Mai 2012 gefordert haben sollen. In einer internen Prüfung des Compliance Officers der FBB hätten sich nun Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der FBB tatsächlich nicht erbrachte Leistungen in Rechnung gestellt und diese bezahlt worden sind.

Ein Siemens-Sprecher sagte, der Konzern habe die Staatsanwaltschaft Cottbus eingeschaltet und ihr "einen Sachverhalt mit der Bitte um Prüfung" vorgetragen. Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit, ob es einen Anfangsverdacht gebe. "Derzeit sehen wir keine Anhaltspunkte für einen Korruptionsverdacht", sagte der Sprecher auf Nachfrage.

Quelle: n-tv.de, hul/rts/dpa/AFP/DJ

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