Wirtschaft

Diesel-Abschreibungen belasten Rekordgewinn und Gewinneinbruch bei VW

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Der Plan, die zurückgekauften Diesel wieder auf den Markt zu bringen, hakt offenbar.

(Foto: dpa)

Die Geschäfte beim VW-Konzern laufen gut. Im abgelaufenen Quartal verdient der Autobauer operativ so viel wie noch nie. Doch der Diesel-Skandal verhagelt die Bilanz erneut. In den USA wird die Affäre offenbar noch teurer als bislang gedacht.

Volkswagen hat inmitten des Dieselskandals und laufender Kartellermittlungen einen Rekordgewinn eingefahren und traut sich eine höhere Ertragskraft zu. Der um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsgewinn kletterte im dritten Quartal überraschend deutlich um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, wie die Wolfsburger mitteilten.

VW Vorzüge
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Abzüglich erneuter Rückstellungen für den Dieselskandal in den USA halbierte sich das operative Ergebnis allerdings fast auf 1,72 Milliarden Euro. Das stellt einen deutlichen Einbruch gegenüber dem Vorjahreszeitrum dar, als VW noch mehr als drei Milliarden Euro verdiente. Der Quartalsumsatz erhöhte sich um rund sechs Prozent auf 55 Milliarden Euro.

Bei der operativen Rendite erwartet der weltgrößte Autobauer nun, dass die bisher für 2017 in Aussicht gestellte Spanne von 6,0 bis 7,0 Prozent "moderat" übertroffen wird. Den Ausblick für den Umsatz bekräftigte das Management um Konzernchef Matthias Müller. Demnach sollen die Erlöse in diesem Jahr um mehr als vier Prozent zulegen.

In den ersten neun Monaten kletterte der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen um 17 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro. "Das ist ein starkes Fundament, auf das wir aufbauen können," betonte Finanzchef Frank Witter. Mit einer Nettoliquidität von mehr als 25 Milliarden Euro im Kerngeschäft habe Volkswagen zudem ein ausreichendes Finanzpolster.

Nachrüstung in USA stockt

Das ist auch nötig, denn ein Ende von "Dieselgate" ist noch nicht absehbar. Auch gut zwei Jahre nach Bekanntwerden der Manipulation von Abgaswerten musste Volkswagen seine Rückstellungen aufstocken, weil die Nachrüstung und der Rückruf der betroffenen rund 500.000 Fahrzeuge mit 2,0-Liter-Dieselmotor stockt. Im dritten Quartal schlugen deswegen bisher nicht kalkulierte Kosten von knapp 2,6 Milliarden Euro zu Buche, die den Betriebsgewinn schmälerten.

Woran es in den USA im Einzelnen hakt, ist bisher nicht bekannt. Volkswagen hat bisher lediglich mitgeteilt, dass die Umsetzung des Rückkauf- und Nachrüstprogramms zur Entschädigung der Autobesitzer der betroffenen 2,0-Liter Fahrzeuge erheblich langwieriger und technisch anspruchsvoller sei als erwartet.

Analysten vermuten, dass der Konzern den Wert Tausender Fahrzeuge, die auf Sonderparkplätzen abgestellt sind, abschreiben musste. Volkswagen hatte im vergangenen Jahr mit Anwälten und US-Behörden einen Milliarden-Kompromiss ausgehandelt, der die Reparatur und den Rückkauf von betroffenen Fahrzeugen sowie Entschädigungen vorsieht.

Einschließlich Strafen und Investitionen in die Elektromobilität, die Volkswagen als Teil der Wiedergutmachung in den USA zusagen musste, beliefen sich die Rückstellungen bisher auf 25,1 Milliarden Euro. Davon haben die Wolfsburger allein in diesem Jahr 14,5 Milliarden Euro ausgegeben.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts/DJ

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