Wirtschaft

Konzernumbau belastet Bilanz Stada passt Zahlen nach unten an

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Der Arzneimittelhersteller Stada steckt mitten im Übernahmepoker.

(Foto: dpa)

Der Arzneimittelhersteller Stada verdient im Geschäftsjahr 2016 nach der Neubewertung einer Transaktion weniger als zunächst erwartet. Ein kalkulierter Verlust, denn der Konzern will sich für seine Übernahme-Interessenten nicht angreifbar machen.

Der Konzernumbau hat den von Finanzinvestoren umworbenen Arzneimittelhersteller Stada im vergangenen Jahr reichlich Gewinn gekostet. Durch die Neubewertung einer kniffligen Transaktion fielen die Resultate des MDax-Konzerns noch etwas niedriger aus, als Anfang März mit den Eckdaten in Aussicht gestellt worden war.

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Dennoch hält Stada an seiner Prognose für 2017 und den erst kürzlich angehobenen Zielen für 2019 fest, wie der Hersteller von Nachahmerpräparaten (Generika) und rezeptfreien Medikamenten in Bad Vilbel mitteilte. Zum Übernahmepoker um den Pharmakonzern äußerte sich Stada-Chef Matthias Wiedenfels eher zögerlich. Der  Bieterprozess, den wir eingeleitet haben, ist in jeder Beziehung intakt", sagte er auf der Bilanzpressekonferenz lediglich. Stada sei in "guten Gesprächen". Es gebe einen Zeitplan, bis wann man zu einem Abschluss kommen wolle. Details nannte er nicht.

Stada hatte die Vorlage der endgültigen Zahlen wegen der Neubewertung der Transaktion um knapp eine Woche verschoben. Das Unternehmen wolle sich vor dem Hintergrund des Übernahmeinteresses nicht angreifbar machen, sagte Wiedenfels. Um Stada wetteifern derzeit zwei Konsortien aus den Finanzinvestoren Advent und Permira sowie Bain und Cinven. Beide Seiten sollen jeweils 3,6 Milliarden Euro bieten.

Konzern hält an Prognose fest

Die bereits geplante Erweiterung des Vorstands wird früher umgesetzt. Barthold Piening wird bereits zum 1. April seine Tätigkeit aufnehmen und im Vorstand vor allem für die Bereiche Produktion, Lieferkette, Forschung und Entwicklung verantwortlich sein. 2016 konnte Stada nach revidierten Zahlen seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 2,139 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich blieben aber nur 85,9 Millionen Euro hängen - nach 110,4 Millionen Euro im Vorjahr.

Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet der Vorstand bei dem um Währungs- und Portfolioeffekte bereinigten Konzernumsatz zwischen 2,28 und 2,35 Milliarden Euro. Das endgültige ausgewiesene operative Ergebnis (EBITDA) soll bereinigt 430 bis 450 Millionen Euro und der bereinigte Konzerngewinn 195 bis 205 Millionen Euro erreichen.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/DJ/rts

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