Wirtschaft

Tiefrote Quartalszahlen Toshiba kämpft ums Überleben

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Toshiba macht rund eine halbe Milliarde Euro mehr Verlust als erwartet.

(Foto: REUTERS)

Zweimal hatte der in Schieflage geratene Industriekonzern Toshiba die Vorlage der Geschäftszahlen verschoben. Nun präsentieren die Japaner tiefrote Zahlen. Der Verkauf der profitablen Sparte für Speicherchips könnte die letzte Rettung sein.

Der angeschlagene japanische Technologiekonzern Toshiba gerät immer stärker unter Druck. Nachdem das Firmenkonglomerat wegen massiver Probleme der inzwischen insolventen US-Atomsparte bereits zweimal die Vorlage der Geschäftszahlen verschoben hatte, legte der Konzern jetzt tiefrote Zahlen vor.

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Demnach fiel in den ersten neun Monaten des im März beendeten Geschäftsjahres ein massiver Verlust in Höhe von 552,4 Milliarden Yen (4,7 Milliarden Euro) an. Das war rund eine halbe Milliarde Euro mehr, als im Vorfeld erwartet worden war.

Die Zahlen wurden zudem ohne vorherige Absegnung durch die Wirtschaftsprüfer veröffentlicht. Die Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) begründete den Haftungsausschluss damit, dass es nicht möglich gewesen sei, sich über die Bilanz eine Meinung zu bilden. Mit dem in Japan beispiellosen Schritt wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Toshiba von der Börse genommen wird.

Westinghouse in Insolvenz geschickt

Toshiba hatte nach einem Bilanzskandal und der folgenden Radikalsanierung hohe Verluste eingefahren. Hinzu kamen massive Probleme im US-Atomkraftwerksgeschäft, weswegen Toshiba dringend Geld braucht. Kürzlich wurde bekanntgegeben, dass die US-Atomsparte Westinghouse Electric in die Insolvenz geschickt wurde. Nun soll auch das Geschäft mit Speicherchips abgespaltet werden.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" hat Foxconn das höchste Gebot gemacht. Demnach bietet der taiwanesische Elektronikhersteller bis zu drei Billionen Yen für die Toshiba-Sparte - und würde damit Gebote anderer Interessenten deutlich übertreffen. Foxconn beschäftigt in Zeiten hoher Nachfrage bis zu 1,3 Millionen Menschen und gilt als einer der größten nicht-staatlichen Arbeitgeber weltweit. Der Konzern liefert unter anderem Apple zu.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts

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