Wirtschaft

Weniger Jets, Mixer und Kopierer US-Auftragseingang enttäuscht Experten

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Ohne Flugzeuge, Autos, Bahnen und Schiffe bleibt ein schmales Plus: Die Nachfrage nach "Durable Goods" gilt als wichtiger Indikator zur Konjunkturlage.

(Foto: REUTERS)

Herber Dämpfer für Konjunkturoptimisten: In den USA schrumpft der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter im Mai den zweiten Monat in Folge. Der Rückgang fällt deutlich stärker aus als erwartet. Was heißt das für die Fed?

Die Bestellungen für die US-Industrie sind im Mai unerwartet stark zurückgegangen. Die Aufträge für langlebige Güter mit mindestens dreijähriger Haltbarkeit - vom Toaster bis zum Flugzeug - fielen um 1,1 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 0,4 Prozent gerechnet.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Die Zahlen zum Auftragseingang verringerten sich bereits den zweiten Monat in Folge: Im April hatte es bereits ein Minus von zunächst 0,8 Prozent gegeben. Das Ministerium musste diesen Vormonatswert nun auf Grundlage neuer Daten auf minus 0,9 Prozent leicht nach unten revidieren.

Das Orderminus im Mai wurde angeführt von scharfen Rückgängen in zwei sehr schwankungsanfälligen Kategorien: Bei den Bestellungen für Militärflugzeuge gab es ein Minus von 30,8 Prozent und bei zivilen Maschinen von 11,7 Prozent.

Ende des US-Wachstums?

Für den Ordereingang ohne den typischerweise sehr volatilen Transportbereich wurde ein Plus von 0,1 Prozent gemeldet. Bei den Auftragseingängen außerhalb des Rüstungsbereichs ergab sich eine Abnahme um 0,6 Prozent. Die Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge, die als wichtige Messgröße für die Unternehmensausgaben gelten, sanken um 0,2 Prozent. Im Jahresvergleich liegt diese Kategorie aber immerhin noch um 2,3 Prozent höher.

Experten sprachen daher zwar von einer enttäuschenden Entwicklung, die aber wohl nicht sofort auf die Investition durchschlagen dürften. "Das Wachstumsszenario bleibt intakt", meinte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. "Zinserwartungen bezüglich der Fed werden aber nicht forciert." Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins im ersten Halbjahr - unter Hinweis auf die robuste Entwicklung der US-Wirtschaft - bereits zweimal angehoben. Für die zweite Hälfte wird bislang zumindest ein weiterer Schritt erwartet.

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Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/rts

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