Wirtschaft

Erneuerbare immer günstiger USA könnten Klimadeal trotz Trump erfüllen

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Die Ivanpah Solar Power Facility in der kalifornischen Mojave-Wüste ist das größte Sonnenwärmekraftwerk der Welt.

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Mit Trumps Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen fürchten viele den Klimakollaps. Eine Studie der US-Bank Morgan Stanley macht jedoch Hoffnung: Laut dieser wird Strom aus erneuerbaren Quellen immer günstiger - das CO2-Problem könnte sich von selbst regeln.

Erneuerbare Energien werden sich weiter so stark verbreiten, dass nicht einmal die Politik sie aufhalten kann. Das glauben die Analysten der US-Bank Morgan Stanley. Es seien vor allem die Gesetze des Marktes, nicht jene von Regierungen, welche der Energie aus Wind und Sonne den Weg bereiteten, so die Analysten.

Laut ihrer aktuellen Studie, über die das Magazin "Quartz" berichtete, werden erneuerbare Energien bald schlicht die günstigste Variante der Energieerzeugung sein. Dies werde schließlich dazu führen, dass die USA ihre im Pariser Klimaabkommen festgelegten Ziele sogar übererfüllen - und zwar unabhängig davon, ob US-Präsident Donald Trump aus dem Abkommen austritt oder nicht.

"Wir gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 erneuerbare Energien die günstigsten Formen der Stromerzeugung überall auf der Erde sein werden", schreiben die Analysten von Morgan Stanley - mit Ausnahme einiger Staaten in Südostasien.

"In unseren Vorhersagen wird in den meisten Fällen die höhere Wirtschaftlichkeit von erneuerbaren Energien und nicht die Politik der Hauptmotor für die Verringerung des CO2-Ausstoßes von Versorgern sein", heißt es in der Analyse. Trotz der Ankündigung von Trump, die USA aus dem Pariser Klimaabkommen zu führen, "erwarten wir, dass die USA bereits 2020 ihre Verpflichtung aus dem Abkommen, die CO2-Emmissionen um 26 bis 28 Prozent unter das 2005er-Niveau zu drücken, übertreffen werden".

Preise für Solarzellen gefallen

Die Gründe: Weltweit seien zwischen 2016 und 2017 die Preise für Solarzellen um rund die Hälfte gefallen, schreiben die Analysten. Und in Ländern mit günstigen Wind-Bedingungen könnten die Kosten für Strom aus Windkraft auf "die Hälfte bis zu einem Drittel derer von Kohle- oder Erdgas-Kraftwerken" sinken. Denn Neuerungen bei der Entwicklung von Windturbinen würden immer größere Windräder ermöglichen. Diese Effizienz-Steigerung werde auch den Output des Wind-Sektors erhöhen, heißt es.

Auch bei der Weltbank sieht man bereits eine Zeitenwende heranbrechen: "Über das Jahr 2016 gab es dramatische und nachhaltige Verbesserungen bei der Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien", sagte Vivien Foster, Leiterin Energiewirtschaft bei der Weltbank, dem "Guardian".

Die Leistung erneuerbarer Energien - ohne Wasserkraft - weltweit stieg 2016 um 17 Prozent auf 921 Gigawatt, wie aus einem Bericht des politischen Netzwerks REN21 hervorgeht. Ende vergangenen Jahres kamen mehr als 24 Prozent des Stroms auf der Erde aus erneuerbaren Quellen. Der größte Anteil mit 16,6 Prozent wurde durch Wasserkraft generiert, Wind- und Solarenergie steuerten 4 Prozent und 1,5 Prozent hinzu. Vom gesamten Energiebedarf der Erde deckten erneuerbare Energien allerdings nur 10 Prozent - der Großteil wird mit 80 Prozent durch fossile Energieträger wie Erdöl oder Kohle gedeckt.

Quelle: n-tv.de, kst

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