Wirtschaft

Erleichterung an der Börse VW-Aktie erholt sich nach Piëch-Abgang

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"Die Anleger hoffen, dass jetzt wieder Ruhe in den Konzern einkehrt," sagte ein Händler zum Rücktritt Piëchs.

(Foto: picture alliance / dpa)

Großes Aufatmen an der Börse nach dem Rücktritt von Aufsichtsratschef Piëch. Die Aktie steigt gleich zu Handelsbeginn kräftig an und macht ihre jüngsten Verluste fast wieder wett. Offen ist, wie es mit den Anteilen Piëchs weitergeht.

Nach dem überraschenden Rücktritt von VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch ist die VW-Aktie heute wieder der Renner an der Börse. Während der Dax insgesamt schwächelte, stiegen die Papiere des Wolfsburger Autobauers steil nach oben und legten um bis zu 5,1 Prozent zu. Damit endet die jüngste Schwächephase der VW-Titel.

VW Vorzüge
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Mit einem Stand von in der Spitze 245,00 Euro lag das Papier am Morgen höher als vor Beginn der Auseinandersetzung um die Führung im VW-Konzern vor etwas mehr als zwei Wochen. "Die Anleger hoffen, dass jetzt wieder Ruhe in den Konzern einkehrt," sagte ein Händler.

"Wir bezweifeln, dass der Rücktritt von Piëch an VW als fundamentalem Investment etwas ändert", kommentieren die Analysten von Exane BNP den Rückzug Piëchs. Seine ehrgeizigen Expansionspläne seien schon seit längerem in Zweifel gezogen worden. Zudem wäre sein Vertrag ohnehin im April 2017 ausgelaufen. Ähnlich sieht es Michael Punzet von der DZ-Bank: "Der Rücktritt sollte VW zugute kommen, denn nun kann sich der Vorstand ganz auf das operative Geschäft kümmern". Mittelfristig besitze VW das größte Potenzial zur Steigerung der Gewinnmargen im Automobilsektor.

Gerüchte über Anteilsverkäufe durch Piëch

Zu den Gerüchten über eine Veräußerung von Piëchs Anteilen merkten die Analysten der DZ-Bank an, dass ein Verkauf des Anteils von geschätzt 13,6 Prozent an den Porsche-Stammaktien möglich sei. In diesem Fall müsste wohl zuerst ein Angebot an die Familien Porsche und Piëch ergehen, so die DZ Bank. Egmond Haidt von Feingold Research hatte dazu gegenüber n-tv.de jedoch gesagt: "Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass Piëch seine Aktien verkaufen wird. Ein Mann wie er hängt an der Firma wie an seinem Leben. Er wird seine Anteile nicht verkaufen."

Der VW-Konzern wird dominiert von den Familien Porsche und Piëch. Das Unternehmen ist mit zwei Aktiensorten an der Börse notiert. In Vorzugsaktien, die mehr Dividende abwerfen, aber dafür kein Stimmrecht auf Hauptversammlungen haben. Und in Stammaktien, die über das Stimmrecht verfügen. 50,73 Prozent der VW-Stammaktien entfallen auf die Porsche Automobil Holding SE (PSE).

In der Holding haben wiederum die Porsches und die Piëchs das Sagen. Verträge sorgen dafür, dass das auch so bleibt: Damit keine Papiere an Externe gehen, müssen Anteilsverkäufe zuerst der Familie angedient werden.

Quelle: ntv.de, kst/DJ/rts

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