Wirtschaft

103 Euro im Portemonnaie Verbraucher lieben ihr Bargeld

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Acht von zehn Geschäften werden bar bezahlt.

(Foto: imago/Westend61)

Geht es ans Bezahlen, greifen die Deutschen am liebsten zu Münzen und Scheinen - allerdings wohl nur bis zu einer gewissen Summe. Ein Nischendasein führen dagegen Smartphones zum Bezahlen. Jeder Dritte aber ist Überzeugungstäter.

Verbraucher setzen in Deutschland beim Einkauf nach wie vor überwiegend auf Bargeld. Gemessen am Umsatz würden hierzulande 53 Prozent der Waren und Dienstleistungen beim Einkauf mit Münzen und Geldscheinen bezahlt, wie aus der Bundesbank-Studie "Zahlungsverhalten in Deutschland 2014" hervorgeht. Damit hat sich der Anteil in den vergangenen vier Jahren nicht verändert.

Beim bargeldlosen Bezahlen stehe vor allem die Girocard - früher EC-Karte - hoch im Kurs. Annähernd 30 Prozent der erfassten Umsätze würden mittlerweile mit der Girocard beglichen - 2011 seien es noch etwa 28 Prozent gewesen. Gemessen an der Zahl der Einkäufe nehme der Anteil der Girocard-Zahlungen kontinuierlich zu.

Insgesamt greifen die Verbraucher bei 79 Prozent aller Geschäfte auf Scheine und Münzen zurück. 2011 waren es noch 82 Prozent. "Setzt sich dieser Trend fort, ist mittelfristig mit einer langsamen, aber kontinuierlichen Substitution von Bargeld durch unbare Zahlungsinstrumente zu rechnen", sagte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele.

Portemonnaie wird nicht praller

Der Studie zufolge führt jeder im Schnitt 103 Euro in bar mit sich in seiner Geldbörse. Die Höhe des Bargelds im Portemonnaie blieb damit gegenüber 2011 gleich. Zugleich besitzen laut Studie mittlerweile etwa 97 Prozent der Befragten mindestens eine Girocard. Das sind drei Prozentpunkte mehr als noch 2011.

Kreditkarten sind dagegen nach wie vor weniger verbreitet. Nur 32 Prozent der Befragten gaben der Studie zufolge an, mindestens eine Kreditkarte zu besitzen. In der Studie wurden von Mai bis Juli 2014 mehr als 2000 Personen zu ihrem Zahlungsverhalten befragt.

Das mobile Bezahlen per Smartphone oder kontaktlos quasi im Vorbeigehen hat sich nach Einschätzung der Bundesbank bislang in Deutschland nicht durchgesetzt. Vor allem Sicherheitsbedenken halten viele Verbraucher von solchen Zahlungsverfahren ab - auch wenn die Anbieter versichern, dass diese unbegründet sind.

Ein Drittel der Verbraucher ist laut Bundesbank in Sachen technischer Neuerung ohnehin festgelegt: 33 Prozent der von Mai bis Juli vergangenen Jahres befragten gut 2000 Verbraucher zahlen grundsätzlich bar.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts

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