Wirtschaft

Deutsche Wohnen an der Angel Vonovia-Aktionäre billigen Angebot

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Vonovia mischt den deutschen Immobilienmarkt auf.

(Foto: dpa)

Bei Deutschlands größtem Immobilienkonzern Vonovia geben die Aktionäre dem Vorstand grünes Licht für ein Übernahmeangebot für die Deutsche Wohnen. Doch der Kauf des kleineren Konkurrenten wird wohl teurer werden.

Die Vonovia-Aktionäre haben den Weg für ein Übernahmeangebot für den kleineren Rivalen Deutsche Wohnen im Volumen von rund 14 Milliarden Euro freigemacht. 78,21 Prozent der auf der Hauptversammlung vertretenen Anteilseigner stimmten den für den Zukauf erforderlichen Kapitalmaßnahmen zu, wie der Dax-Konzern mitteilte. Das erforderliche Quorum lag bei 75 Prozent. Am Freitagabend hatte eine Ankündigung der Deutschen Wohnen noch für erschwerte Bedingungen gesorgt.

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Vonovia hatte am 14. Oktober ein Angebot für Deutsche Wohnen angekündigt und damit die Übernahme von LEG Immobilien durch den kleineren Rivalen verhindert, der dadurch weiter an den Marktführer herangerückt wäre. Vonovia ist mit rund 370.000 Wohnungen deutlich größer als Deutsche Wohnen mit 140.000.

Deutsche Wohnen hat jedoch am Freitagabend den Kauf von 13.600 Wohnungen von Patrizia Immobilien für rund 1,1 Milliarden Euro angekündigt, um damit die Übernahme durch den größeren Konkurrenten zu torpedieren. Vonovia hatte nämlich Mitte Oktober für eine Übernahmeofferte die "voraussichtliche" Bedingung gestellt, dass Deutsche Wohnen "keine wesentlichen Vermögensgegenstände erwirbt".

Eine halbe Million Wohnungen

Auf der Hauptversammlung ist eine Dreiviertel-Mehrheit des anwesenden Kapitals - gut 67 Prozent - nötig. Zwei einflussreiche Stimmrechtsberater hatten sich im Vorfeld für ein Zusammengehen von Vonovia und Deutsche Wohnen ausgesprochen - vor allem angelsächsische Fonds richten sich in der Regel nach diesen Empfehlungen.

Zusammen kämen Vonovia und Deutsche Wohnen auf eine halbe Million Wohnungen in Deutschland und würden der Konkurrenz uneinholbar davonziehen. Es gibt aber noch eine zweite Hürde: Mehr als 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktionäre müssen anschließend ihre Anteilsscheine an Vonovia verkaufen.

Quelle: ntv.de, wne/DJ/rts