Wirtschaft

US-Anleger machen Kasse Wall Street beendet Börsenwoche trist

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(Foto: imago images/Xinhua)

Die Wall Street beendet die Handelswoche mit leichtem Aufwind. Nach dem unerwartet deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise am Vortag richten sich die Blicke nun bereits auf die Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche.

Vor dem Wochenende gehen einige US-Anleger auf Nummer sicher und machen Kasse. Die Aussicht auf eine längerfristig lockere US-Geldpolitik verhinderte am Freitag aber größere Rücksetzer. Der Dow-Jones-Index schloss nahezu unverändert bei 34.480 Punkte, der S&P-500 legte 0,2 Prozent (4247 Punkte) zu. Für den Nasdaq-Composite ging es um 0,4 Prozent (14.069 Punkte) nach oben.

Dank der Erholung der Wirtschaft von den Coronavirus-Folgen sei die Grundstimmung weiter positiv und signalisierte eine Sommer-Rally, sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan. "Ich erwarte aber keine Kurssteigerungen im Sauseschritt."

Mit Spannung warteten Börsianer zudem auf die geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche, sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA. "Bei diesem Treffen und demjenigen im Juli wird es wohl keine Änderungen der Geldpolitik geben oder auch nur darüber nachgedacht werden." Offenbar folgten Investoren der Notenbanker-Einschätzung, dass der aktuelle Preisdruck nur vorübergehend sei, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Anders ist die rasante Erholung am Rentenmarkt nicht zu erklären." Das Interesse an den Bonds aus den USA drückte die Renditen der richtungweisenden zehnjährigen Papiere zeitweise auf ein Drei-Monats-Tief von 1,428 Prozent.

Auch am Rohstoffmarkt waren die Optimisten in der Überzahl. Der Preis für die US-Ölsorte WTI stieg um bis zu 1,3 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 71,14 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Internationalen Energieagentur IEA zufolge müssen die großen Förderländer ihre Erdöl-Ausfuhren ausweiten, um der sich rasch erholenden Nachfrage gerecht zu werden.

Royal Caribbean
Royal Caribbean 52,14

Die Furcht vor Angebotsengpässen trieb den Kurs für Zinn um bis zu 0,8 Prozent auf 32.416 Dollar je Tonne, den höchsten Stand seit zehn Jahren. "Lockdowns in Asien beeinträchtigen den Nachschub, während die Nachfrage weiter steigt", sagte ein Rohstoffhändler. Die Leute suchten händeringend nach dem Industriemetall, das unter anderem für Konservendosen benötigt wird.

Gegen den Trend fielen die Aktien von Royal Caribbean um 0,6 Prozent. Zwei Gäste auf einem Kreuzfahrtschiff des Konzerns waren positiv auf Corona getestet worden. Einem Passagier der betroffenen "Celebrity Millennium" zufolge geht das Leben an Bord weiter wie zuvor. Die Bordrestaurants seien geöffnet und die geplanten Shows fänden statt. Masken trage auf dem Schiff niemand. Aktien der Royal Caribbean-Rivale Norwegian verloren bis zu 0,8 Prozent. An ihren Reiseplänen für die Sommer-Saison wollen die Kreuzfahrt-Betreiber festhalten. Daneben sorgten erneut "Meme"-Aktien für Aufsehen. Darunter verstehen Börsianer Werte, bei denen sich Kleinanleger in einschlägigen Internet-Foren gegenseitig zum Kauf ermuntern.

Das bekannteste Beispiel ist der US-Videospielehändler GameStop. Diesmal rückte Orphazyme ins Rampenlicht. Die an der Wall Street notierten Titel der dänischen Pharmafirma brachen um bis zu 55 Prozent ein, nachdem sie ihren Wert am Donnerstag vervierfacht hatten. Dem Unternehmen zufolge gibt es keine Veränderungen bei der Medikamenten-Entwicklung oder den Geschäftszahlen, die derartige Kurskapriolen erklären könnten.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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