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Untergärig oder obergärig? Diese Biere trinken die Deutschen

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16 Jahre würde man benötigen, um jeden Tag eines der mehr als 6000 Biere in Deutschland zu kosten.

(Foto: imago/allOver-MEV)

Mehr als 6000 unterschiedliche Biere existieren in Deutschland. Eine grobe Einteilung erfolgt nach verschiedenen Kategorien. So können Biere nach ihrem Alkoholgehalt beziehungsweise ihrer Stammwürze und der verwendeten Hefe unterschieden werden. Ein Überblick über die beliebtesten Biersorten.

Obergärige Biere

Die als obergärig bezeichneten Biere werden bei einer Temperatur von etwa 15 bis 20 Grad gegärt. Dadurch benötigen sie in der Regel eine geringere Gärzeit und werden nicht eingelagert. Geschmacklich handelt es sich bei den Obergärigen um leichte, süßliche Biere mit fruchtigem Aroma. Dazu gehören:

  • Ale

Das Ale stammt aus Großbritannien und ist ein Vollbier, das mehrere Sorten umfasst - darunter Red Ale, Indian Pale Ale (IPA) oder Golden Ale. Diese Namen beziehen sich meist auf die Farbe des Bieres, die wiederum Aufschluss über die Malzmischung gibt. So hat etwa das Red Ale eine rötliche Färbung. Das IPA ist ein starkes, geschmacklich kräftiges Bier mit hohem Alkoholgehalt. Dieser schwankt bei Ales zwischen 3 und 13 Prozent.

  • Alt

Das Alt ist das Pendant zum Kölsch und stammt aus Düsseldorf. Den Unterschied zwischen beiden Bieren machte zur Entstehungszeit die Wasserqualität in Köln und Düsseldorf. Alt gehört zur Gattung der Vollbiere und hat einen Alkoholgehalt von durchschnittlich 4,8 Prozent. Es wird ebenso wie Kölsch aus schmalen 0,2-Liter-Gläsern getrunken, besitzt aber eine klare Bernsteinfarbe.

  • Berliner Weiße

Die Berliner Weiße ist das Weißbier aus der Hauptstadt. Es gehört zur Gattung der Schankbiere und besitzt einen Alkoholgehalt von circa 2,8 Prozent. Die Weiße zeigt eine leicht dunkelgelbe Trübung und einen säuerlichen Geschmack, weshalb sie häufig mit Himbeer- oder Waldmeistersirup getrunken wird.

  • Kölsch

Das Kölsch gehört ebenso wie sein Pendant Alt zu den Vollbieren. Es wird hauptsächlich in seiner Heimat Köln getrunken und gilt als leichtes Bier. Dabei liegt sein Alkoholgehalt bei etwa 4,8 Prozent. Das hellgelbe hopfenbetonte Bier wird in sogenannten Kölsch-Stangen getrunken, die 0,2 Liter fassen.

  • Porter

Die Gattung Porter bezeichnet ein sehr dunkles, fast schwarzes Starkbier mit malzigem Geschmack und einem Alkoholgehalt von bis zu 9 Prozent. Der Name entspringt der englischen Herkunft und bedeutet Lastenträger, da vor allem Hafenarbeiter das gut zu lagernde Bier konsumierten. Zur Familie gehört auch das Stout-Bier, das als besonders starkes Porter bekannt ist.

  • Weizenbier

Das Weizen stammt aus Bayern und ist dort noch immer extrem verbreitet, mittlerweile aber auch in der gesamten Bundesrepublik beliebt. Durch seinen hohen Kohlensäureanteil und den fruchtigen Geschmack wird das Vollbier als besonders erfrischend empfunden. Sein Alkoholgehalt liegt bei 5,4 Prozent, alkoholfreie Varianten sind aber auch sehr gefragt. Das Weizenbier wird je zur Hälfte aus Weizen- und Gerstenmalz gebraut. Entgegen mancher gastronomischer Sitte empfiehlt der Deutsche Brauer-Bund, das Weizen ohne Zitrone und Reiskörner zu trinken, da sie den Geschmack und den Kohlensäuregehalt negativ beeinflussen.

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Untergärige Biere

Die zu den untergärigen Bieren zählenden Sorten gären meist bei 4 bis 9 Grad, müssen also nach dem Brauen kühl gelagert werden. Die Hefe setzt sich beim Kühlen am Boden ab, was das Bier unter anderem klarer macht. Untergärige Biere sind geschmacklich voller und aromatischer als obergärige. Zu den Untergärigen gehören:

  • Bockbier

Das Bockbier gehört mit einem Alkoholgehalt von etwa 7 Prozent zur Gattung der Starkbiere. Es hat seinen Ursprung in Norddeutschland, war später in Bayern verbreitet und wird heutzutage vor allem auf Festen getrunken - daher stammen die Bezeichnungen Maibock oder Weihnachtsbock. Meist wird das Bockbier nur in geringen Mengen und mit viel Malz gebraut. Dadurch erhält es eine hellbraune Färbung und einen vollmundigen Geschmack.

  • Export

Die Brauweise gab dem Vollbier seinen Namen, denn sie ermöglichte eine längere Haltbarkeit, durch die das Bier sich gut exportieren ließ. Das Export weist einen Alkoholgehalt zwischen 4,6 und 5,6 Prozent auf. Geschmacklich ist es kräftig mit wenig Süße und zeigt eine hellgoldene Färbung. Das Export ist vom Charakter her eng mit dem Pils verwandt.

  • Lager

Das dunkle Lager wird mit mindestens 50 Prozent dunklem Malz gebraut und erhält so seine typische Farbe und den vollen Geschmack. Daneben gibt es weitere Sorten, die unter der Gattung Lager zusammengefasst werden. Bei dem Vollbier schwankt der Alkoholgehalt von 4,6 bis zu 5,6 Prozent. Verbreitet ist das Lager vor allem in Bayern. Im englischen Sprachgebrauch wird der Name Lager synonym für deutsches Bier verwendet - daher der Begriff "German Lager".

  • Märzen

Das Märzen ist ein Vollbier, das in der historischen Tradition im Monat März gebraut wurde. Zu dieser Zeit herrschten die optimalen Temperaturen, um ein lagerfähiges Bier herzustellen, das im Sommer getrunken werden konnte. Das Märzen hat einen süffigen, kräftigen Charakter und einen weichen, malzbetonten Geschmack. Der Alkoholgehalt liegt bei durchschnittlich 5,2 Prozent.

  • Pils

Das Pils ist mit einem Ausstoß von mehr als 50 Prozent das beliebteste Bier Deutschlands und wird überall getrunken. Seinen Ursprung hat es im tschechischen Pilsen, wurde dort aber von einem Bayer erfunden. Das Vollbier hat einen Alkoholgehalt von 4,8 Prozent und weist eine hellgoldene Farbe auf. Bekannt ist es durch seine feine Schaumkrone.

  • Schwarzbier

Das Schwarzbier wird ebenso wie das Pils mittlerweile bundesweit getrunken, war vor der Wiedervereinigung aber vor allem im Osten Deutschlands zu finden. Es zeigt eine sehr dunkle Färbung sowie einen malzigen Geschmack, der durch die Verwendung stark gerösteter Malze entsteht. Es gehört zu den Vollbieren und hat einen Alkoholgehalt von knapp 5 Prozent.

  • Zwickel

Das Zwickelbier ist eigentlich eine Probe, die während des Brauvorgangs entnommen wird. Mittlerweile steht der Name aber für ein Vollbier mit einem Alkoholgehalt von etwa 5 Prozent. Da es ungefiltert entnommen wird, gilt es als besonders reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Die Farbe erinnert an Bernstein. Der Geschmack ist malzig und meist hopfig. Der Name Zwickel leitet sich vom dem Stopfen ab, mit dem Bierfässer früher verschlossen wurden.

Hier gelangen Sie zum n-tv extra "Das Geschäft mit Bier".

Quelle: n-tv.de, lsc