Wirtschaft

50 Prozent binnen eines Jahres Zahl der E-Ladepunkte deutlich gestiegen

123032257.jpg

Im Idealfall laden E-Autos während des Parkens.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Bundesregierung will mehr Elektroautos auf den Straßen sehen und muss entsprechende Voraussetzungen schaffen. Die Energiewirtschaft verweist stolz auf den deutlichen Zuwachs auf mehr als 20.000 Ladestationen. Für einen weiteren Ausbauschritt sei der Staat am Zug.

Fahrer von Elektroautos können ihren Wagen an immer mehr öffentlich zugänglichen Stationen aufladen. Ende Juli gab es deutschlandweit mehr als 20.500 Ladepunkte - das waren knapp 52 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon werden nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 75 Prozent durch die Energiewirtschaft betrieben. Für Verbrennungsmotoren gibt es bundesweit 170.000 Zapfstellen.

"Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur hält mit dem aktuellen Markthochlauf von Elektroautos mit", sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Auch im ländlichen Raum gebe es zunehmend Ladepunkte. Kapferer forderte die Bundesregierung zugleich auf, Hindernisse zu beseitigen: "Wir brauchen aber einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur im privaten Bereich und an Arbeitsplätzen. Denn hier dürften in Zukunft die meisten E-Autos geladen werden."

"Vor allem brauchen wir endlich eine Änderung des Miet- und Wohneigentumsrechts", sagte Kapferer. "Es ist sehr hinderlich, dass die Bundesregierung das noch immer nicht umgesetzt hat. Eine Änderung kostet nichts, würde aber sehr viel bringen." Bisher kann in einer Wohnungseigentümergemeinschaft ein Eigentümer nur dann eine Ladesäule aufstellen, wenn alle anderen Eigentümer dieser Gemeinschaft einwilligten. Zudem kann in einer Mietimmobilie der Vermieter den Bau einer Ladesäule verweigern.

Scheuer verweist auf Justizministerium

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte, sein Ministerium werde weiter in der Bundesregierung für das vom Ressort vorgelegte "Hochlaufgesetz" Elektromobilität weiter werben. "Denn darin sind die entscheidenden Stellschrauben enthalten - auch die Rahmenbedingungen für die private Ladeinfrastruktur, für die das Bundesjustizministerium zuständig ist."

Ein dichtes Netz von Ladestationen gilt als Voraussetzung dafür, dass mehr Elektroautos benutzt und gekauft werden. Deutlich mehr E-Fahrzeuge in den kommenden Jahren sind immens wichtig, damit Autobauer strengere CO2-Grenzwerte bis 2030 einhalten können. Außerdem geht es darum, Klimaziele zu erreichen.

Eine Regierungskommission hatte als Ziel formuliert, dass bis 2030 zehn Millionen Elektro-Pkw notwendig sind. In Deutschland sind laut Kraftfahrtbundesamt heute erst rund 120.000 reine Elektroautos und 87.000 Plug-in-Hybride unterwegs. Im ersten Halbjahr 2019 stiegen die Neuzulassungen von Elektroautos zwar deutlich an, aber auf einem immer noch überschaubaren Niveau.

Die Zahl der neu zugelassenen Hybridautos erhöhte sich nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes um fast 70 Prozent auf rund 103.000 Fahrzeuge. Hybridautos kombinieren einen E-Antrieb mit einem Verbrennungsmotor. Die Zahl der reinen E-Autos wuchs um 80 Prozent auf rund 31.000 Wagen. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten rund 1,85 Millionen Autos neu zugelassen.

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

Mehr zum Thema