Donnerstag, 15. November 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:52 Uhr

Brexit-Optimismus verpufft: Dax-Anleger suchen Deckung

RTX6FUBF.jpg

Der Brexit-Deal entwickelt sich binnen weniger Stunden zum Brexit-Drama.

REUTERS

Für die Kapitalmärkte brachte der Brexit-Deal keinen Fortschritt. Die Hoffnungen, dass er die Beziehungen zwischen London und Brüssel geordnet haben könnte, währten nur kurz. Dann kehrte die Skepsis zurück.

Der Dax schloss am Ende 0,5 Prozent tiefer bei 11.3523 Punkten. Der MDax verlor 1,1 Prozent auf 23.757 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,4 Prozent auf 3190 Zähler abwärts.

"Die Brexit-Verhandlungen, die extreme Volatilität bei US-Technologieaktien und die Unsicherheit über Italiens Haushaltspläne haben ihre Spuren an der Frankfurter Börse hinterlassen", fasste es Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets den Tag zusammen. 

Gemieden wurden nach Acea-Zahlen Autowerte. Die Aktien von Volkswagen, BMW, Daimler und Continental verzeichneten am Ende ein Minus zwischen 0,6 und 2,3 Prozent.

Die Hauptverlierer des heutigen Tages waren die Banken in Großbritannien. In der Brexit-Gemengelage verloren Royal Bank of Scotland 9,5 Prozent, Barclays und Lloyds rund 5 Prozent.

17:23 Uhr

Hat der Brexit-Deal Folgen fürs Rating?

Das zwischen der EU und Großbritannien ausgehandelte Austrittsabkommen hat laut S&P Global Ratings keinen Einfluss auf die Bonität des Landes von AA. Das Abkommen stelle zwar einen Fortschritt in den Verhandlungen dar, allerdings blieben wichtige Unsicherheiten bestehen:

  • Nach Ansicht von S&P ist die Verabschiedung der Rücktrittsvereinbarung in ihrer jetzigen Form durch das britische Parlament ungewiss.
  • Möglicherweise müssten beide Seiten noch einmal an den Verhandlungstisch zurückkehren.
  • S&P gehe derzeit weiterhin von einem geordneten Rückzug Großbritanniens aus, mit einer Übergangsfrist bis mindestens Dezember 2020.
  • Der negative Ausblick für die Kreditwürdigkeit spiegele das Risiko andauernder Konjunkturschwäche und einer Verschlechterung der öffentlichen Finanzen, wenn Waren- und Dienstleistungsexporte aus dem Vereinigten Königreich den Zugang zu wichtigen europäischen Ländern verlieren, wider.

Sollte ein ungeordneter Brexit wahrscheinlicher werden, so könnte die Bonität abgestuft werden, so S&P.

16:55 Uhr

Minus ein Prozent: Brexit-Hammer für Dax und Dow

RTS25T2O.jpg

Ein Reporter des Hörfunksenders LBC meldet: May wird um 18 Uhr vor die Presse treten.

REUTERS

Das Thema Brexit schlägt jetzt auch am Aktienmarkt durch. Der Dax verliert 1,0 Prozent auf 11.298 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 handelt ebenfalls 0,9 Prozent leichter bei 3174 Punkten.

Des Pfund und Anleiherenditen sind schon vorher unter Druck geraten.

"Jeder Minister steht für einen Teil der Fraktion, deshalb macht jeder Rücktritt die Lage für May schwieriger und den Deal weniger wahrscheinlich", sagt Ulrich Leuchtmann, Devisenanalyst bei der Commerzbank.

Großbritannien habe vermutlich den "bestmöglichen Deal" erzielt. "Der ist aber meilenweit von dem entfernt, was die Brexiteers wollen", so der Devisenanalyst. Damit laufe es nun auf diesen Deal heraus oder auf einen "no deal". Bei einem No-Deal könne die britische Währung auf die Tiefs vom Sommer bei 0,91 Pfund je Euro zurückfallen, erwartet Leuchtmann. Aktuell handelt das Währungspaar bei etwa 0,8831.

16:17 Uhr

Experten: Pfund könnte bei "No Deal" aus der Kurve fliegen

RTX3KPBH.jpg

Ohne Abkommen und Fristen könnte sich das Pfund in Richtung einer Parität zum Euro bewegen!

REUTERS

"Investoren flüchten aus Großbritannien wie die Minister aus dem Kabinett", heißt es in einem Kommentar von David Riley, Chief Investment-Stratege bei BlueBay Asset Management. Deshalb verliere das Pfund so stark an Wert, die Renditen der britischen Staatsanleihen fielen und die Spreads auf britische Banken und Unternehmen würden immer größer.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,20

Nachdem weitere Minister zurückgetreten sind, preise der Markt nun eine größere Wahrscheinlichkeit eines "No Deal"-Brexits ein.

Würde Großbritannien ohne Abkommen und ohne Übergangsfristen aus der EU ausscheiden, könnte sich das Pfund sogar in Richtung einer Parität zum Euro bewegen!

Die Bank of England wäre gezwungen, ihre Zinserhöhungspläne aufzugeben, was wiederum zu einer Neubewertung der wachstumssensiblen britischen Aktien und Unternehmensanleihen führen würde.

Trotz der zugespitzen Lage hält Riley jedoch immer noch ein zweites Referendum oder Neuwahlen für weitaus wahrscheinlicher als ein "No Deal". Es sei genauso noch wahrscheinlich, dass Premierministerin Theresa May die Zustimmung des Parlaments für ihren Deal erringt. Dem Pfund könnte eine Achterbahnfahrt bevorstehen, die auch ziemlich schiefgehen könnte.

15:45 Uhr

Iran-Sanktionen: USA drohen EU bei Umgehung mit Strafen

Trumps Handelsstreit und Sanktionen bleiben ebenfalls Thema: Die USA haben Unternehmen und Banken in Europa jetzt davor gewarnt, US-Sanktionen gegen den Iran durch die Mitarbeit an der von der EU geplanten Zweckgesellschaft zu umgehen.

Wer sich an der EU-Initiative beteilige, um seine Geschäfte mit dem Iran zu sichern, gehe das Risiko ein, von US-Strafen getroffen zu werden, sagte der Iran-Beauftragte der USA, Brian Hook, in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Europäische Banken und europäische Firmen wissen, dass wir rigoros Sanktionen gegen dieses brutale und gewalttätige Regime durchsetzen werden."

Hier ein Überblick zum Thema Iran-Sanktionen:

Es sei daher keine Überraschung, dass das Vorhaben der EU, eine Zweckgesellschaft ("SPV") zu installieren, ins Schwimmen geraten sei. Die EU hat eine solche Gesellschaft angekündigt, um die US-Sanktionen gegen den Iran zu umgehen und das Atomabkommen mit dem Land zu retten. Das Konstrukt soll die Bezahlung iranischer Exporte ermöglichen, darunter auch die für das Land wichtigen Erdölausfuhren.

15:24 Uhr

Philly-Fed-Index fällt deutlich - Wie reagiert die Wall Street?

9be4d9eec307c251ba1533e41725da53.jpg

Der Philly-Fed-Index erfasst die Industrie in der Schlüsselregion im Nordosten und gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die US-Produktion.

dpa

Wir werfen einen Blick von Europa in die USA. Das ist heute selten der Fall, aber hier lohnt es:

Die Aktivität der Industrie in der Region Philadelphia ist im November niedriger als erwartet gewesen. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank of Philadelphia sank auf 12,9 (Oktober: 22,2) Punkte. Volkswirte hatten einen Indexstand von 20,0 prognostiziert. Liegt der Philly-Fed-Index über null, geht man von einer positiven Konjunkturentwicklung aus.

Der Subindex der Auftragseingänge ging auf 9,1 (19,3) Punkte zurück, der Index der Beschäftigung auf 16,3 (19,5) Punkte und der Index der erzielten Preise auf 21,9 (24,1) Punkte. Höhere Indexstände verzeichneten die Lieferfristen, die auf 5,0 (0,2) stiegen und die Lagerbestände mit 9,5 (minus 0,8) Punkten.

Die Wall Street dürfte wenig verändert starten. Der Future auf den S&P-500 tritt vorbörslich mehr oder weniger auf der Stelle. Im Fokus stehen die nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping wieder aufgenommenen Handelsgespräche.

Zudem rücken die sich überschlagenden Ereignisse in Großbritannien rund um den Brexit in den Blick (hier finden Sie unseren Liveticker). Und nicht zuletzt muss der Markt Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell verarbeiten. Dieser hatte am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA ein Festhalten am geldpolitischen Kurs der Federal Reserve signalisiert.

14:15 Uhr

Spekulanten setzen vier Milliarden Dollar auf fallendes Pfund

82802a36c402c57b4f0ae6de09d5e48b.jpg

Seit dem Brexit-Referendum vom Juni 2016 wertete das Pfund von rund 1,50 Dollar auf aktuell 1,28 Dollar ab. Anfang 2017 kostete es zeitweise sogar nur 1,20 Dollar.

imago/Ralph Peters

Ungeachtet der jüngsten Fortschritte bei den Brexit-Verhandlungen ist die Gefahr eines chaotischen Ausstiegs der Briten aus der EU noch lange nicht gebannt.

In unserem Ticker können Sie live verfolgen, wie dramatisch die Situation ist. Aktuell geht es um die Frage, ob ein Misstrauensvotum gegen Theresa May eingereicht wird oder nicht. Lesen Sie hier

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,20

Immer mehr Hedgefonds wittern angesichts der verfahrenen Lage ihre Chance: Die Wetten auf einen weiteren Kursrutsch der Pfund Sterling haben in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen, wie Daten der US-Derivateaufsicht CFTC für die vergangene Woche zeigen.

Insgesamt setzen die Spekulanten 4,6 Milliarden Dollar darauf, dass der Kurs der britischen Währung fällt. "Manche europäische Politiker sind vielleicht optimistisch, dass es bald einen Deal geben wird zwischen Großbritannien und der EU, aber an den Märkten ist die Skepsis gestiegen", sagt Chefanalyst Marc Chandler vom Broker Bannockburn Global Forex.

14:02 Uhr

Brexit, US-Tech-Riesen, Italien: Dax duckt sich

Nach einem guten Handelsauftakt zeigt sich der deutsche Aktienmarkt mittags schwächer. "Die Brexit-Verhandlungen, die extreme Volatilität bei US-Technologieaktien und die Unsicherheit über Italiens Haushaltspläne haben ihre Spuren an der Frankfurter Börse hinterlassen", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. 

Der Dax notiert zuletzt 0,2 Prozent tiefer bei 11.437 Punkten. Der MDax, in dem die mittelgroßen Unternehmen repräsentiert sind, verliert 0,4 Prozent auf 23.930 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 geht es um 0,1 Prozent auf 3201 Zähler abwärts.

Aus Branchensicht stehen Autowerte am stärksten unter Verkaufsdruck. Wie der europäische Branchenverband Acea mitteilt, fällt die Zahl der Fahrzeug-Neuzulassungen in den EU-Ländern im Oktober kräftig. Die Aktien von Volkswagen, BMW, Daimler und Continental verzeichneten Abgaben zwischen 1 und 3,0  Prozent. Daimler- und Conti-Papiere litten zusätzlich unter Abstufungen durch die Citigroup.

13:24 Uhr

Tria keilt: Schwaches deutsches BIP färbt auf Italien ab

110612409.jpg

Tria: "Probleme gemeinsam angehen, nicht einzeln."

picture alliance/dpa

Szenenwechsel zum anderen europäischen Hot Spot:

Der italienische Wirtschaftsminister Giovanni Tria keilt im Streit um seine Haushaltspläne gegen Deutschland und Europa. Die Staatengemeinschaft zeige sich unbeeindruckt davon, dass die Konjunktur in allen Mitgliedsstaaten schwächele und sei nicht in der Lage, koordiniert etwas dagegen zu unternehmen, sagte Tria.

10-jährige italienische Staatsanleihen
10-jährige italienische Staatsanleihen 107,76

"Das ist ein europäisches Problem, das gemeinsam angegangen werden muss und nicht einzeln." Der wirtschaftliche Abschwung in Deutschland sei außerdem nicht ermutigend und habe auch negative Auswirkungen auf Italien.

Die Regierung in Rom legte der EU-Kommission diese Woche wie gewünscht einen überarbeiteten Budgetplan für 2019 vor. An den Plänen für höhere Ausgaben und den zugrundeliegenden Wachstums- und Defizitprognosen änderte sie aber nichts. Dem Land droht ein Defizitverfahren der EU, an dessen Ende auch Sanktionen stehen könnten.

Hier mehr zur Lage in Italien

12:59 Uhr

Pfund-Absturz: Britische Aufsicht spricht mit Banken

Die britische Bankenaufsicht spricht laut Insidern mit den Finanzinstituten des Landes über die Marktturbulenzen. Das britische Pfund befindet sich nach Ministerrücktritten unter Druck und steuert auf den zweitgrößten Tagesverlust in diesem Jahr zu.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,20

Sollte es zu einem Brexit ohne Handelsabkommen kommen, könnte das Pfund bis auf 1,13 je Euro abrutschen. Das hält zumindest Devisenexperte John Wraith, Zins-Chefstratege bei der UBS in Großbritannien für möglich.

In diesem Szenario, das nicht das UBS-Basisszenario sei, würde die Handelsbeziehung Großbritanniens zur EU auf den Regularien der Welthandelsorganisation (WTO) basieren. In einem solchen Fall würde Großbritannien in eine Rezession abrutschen.

Aktuell kostet der Euro 0,8846 Pfund. Vor dem Rücktritt am Donnerstagvormittag von insgesamt drei Ministern des May Kabinetts, darunter mit Dominic Raab auch der Brexit-Minister, lag der Kurs noch bei 0,8710. Auch zum Dollar ist das Pfund auf ein Zweiwochentief zurückgefallen. Hier mehr

12:37 Uhr

Verbände: Unternehmen müssen sich auf Chaos-Brexit vorbereiten

Die deutsche Wirtschaft sieht auch nach dem Brexit-Durchbruch im britischen Kabinett keinen Grund zum Aufatmen. "Für Erleichterung ist es zu früh", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang. Die Ratifizierung des "auf den ersten Blick vernünftigen" Verhandlungsergebnisses zwischen Brüssel und London im britischen Parlament sei noch "sehr unsicher".

"Die Abgeordneten im Vereinigten Königreich müssen sich ihrer großen Verantwortung bewusst sein", mahnte Lang. Ein harter Brexit wäre "desaströs". Er brächte auf beiden Seiten des Ärmelkanals zehntausende Unternehmen und hunderttausende Arbeitnehmer "in größte Schwierigkeiten". Auf einen solchen chaotischen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union müssten sich die deutschen Unternehmen allerdings weiter vorbereiten.

Auch der der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) riet seinen Mitgliedsunternehmen, sich auch auf einen ungeregelten Brexit vorzubereiten. In Großbritannien gebe es mehr als 2500 Niederlassungen deutscher Unternehmen mit 400.000 Arbeitsplätzen.

Der Chef des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, Clemens Fuest, bezeichnete die Zustimmung des britischen Kabinetts zum Entwurf des Brexit-Abkommens als "gute Nachricht". Dem "Handelsblatt" sagte Fuest: "Ein Brexit ohne Vereinbarung hätte beiden Seiten hohen und dauerhaften wirtschaftlichen und politischen Schaden zugefügt." Laut Vertrag bleibe das Vereinigte Königreich zumindest bis Ende 2020 im EU-Binnenmarkt.

12:00 Uhr

Brexit-Beben: Britischer FTSE-100 ist zweigeteilt

66106806.jpg

London versinkt im Chaos.

picture alliance / dpa

Der britische FTSE-100-Index hält sich trotz zunehmend negativer Brexit-Schlagzeilen knapp im Plus. Viele Marktteilnehmer wundern sich angesichts mittlerweile drei Ministerücktritte darüber.

Kursverluste gibt es im FTSE-100 quer durch alle Branchen: Bankaktien wie RBS und Barclays geben bis zu 7 Prozent nach.

Versicherer wie Legal & General fallen um 3,4 Prozent, der Kurs der Fernsehkette ITV verliert 4,8 Prozent.

Die Einzelhandelsaktie Marks & Spencer verbilligt sich um 6 Prozent und Ryanair und Easyjet fallen um bis zu 4,8 Prozent.

"Das ist hauptsächlich der den Brexit-Nachrichten folgende Pfund-Absturz, der diese Branchen belastet", erklärt ein Händler.

Umgekehrt profitieren Minenwerte vom schwachen Pfund. Und das ist genau das, was den FTSE-100 über Wasser hält. Randgold und Fresnillo liegen rund 4 Prozent höher, Rio Tinto, BHP und Antofagasta bis zu 1,4 Prozent. Die Aktien der exportstarken Nahrungsmittelkonzerne Unilever und Diageo gewinnen bis zu 2,5 Prozent zu.

Hier geht es zu unserem nächsten Brexit-Beitrag und hier zu unserem Liveticker

11:57 Uhr

"Desaströse" Einzelhandelsdaten: Pfund auf dem "Totenbett"

8c812b2cc585b2272b66d92d246129b3.jpg

Das Pfund befindet sich "in freiem Fall".

dpa

Das Pfund weitet seine Verluste nach den Minister-Rücktritten aus Protest gegen den gefundenen und vom britischen Kabinett unterstützten Brexit-Deal aus.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,20

Devisenexperte Naeem Aslam von Thinkmarkets.com spricht von einem "Totenbett" für das Pfund, nachdem auch noch neue Einzelhandelsdaten "desaströs" ausgefallen seien. Vom aktuellen Pfund-Kurs von 1,2833 Dollar könne es leicht Richtung 1,2767 weiter abwärts gehen, erwartet er.

Gegenüber dem jüngsten Hoch vom 7. November wäre dies ein Rückgang um über 3 Prozent. Am Morgen kostete das Pfund noch 1,3050 Dollar. Aktuell liegt es auf einem Zweiwochentief. Mit Blick auf die Entwicklung in Sachen Brexit bezeichnet er eine neuerliche Brexit-Abstimmung als etwas, das zunehmend realistisch erscheine. Die Rücktritte des Brexit- und des Nordirland-Ministers könnten letztlich auch das Ende des Weges für Premierministerin May bedeuten. Sie hätten für riesige Verkaufsaufträge im Pfund gesorgt und das Pfund befinde sich im "freien Fall" gegenüber dem Dollar.

Hier ein Überblick über unsere Berichterstattung:

Am britischen Anleihemarkt steigen derweil die Kurse als Zeichen von Flucht in sichere Häfen und auch in der Erwartung, dass mögliche Zinserhöhungen durch die Bank of England angesichts der aktuellen Entwicklung unwahrscheinlicher werden.

Zum Liveticker geht es hier

11:20 Uhr

Sturmlauf gegen EU-Brexit-Plan - Britische Banken brechen ein

EU Brexit.jpg

Es gibt gewaltig was auf die Mütze.

REUTERS

Zu unserem Liveticker zum Brexit-Beben geht es hier

"Zu viel Gegenwind an allen Fronten" für den EU-Brexit-Deal machen Händler für die Kursverluste britischer Aktien, vor allem der Banken aus.

Royal Bank of Scotland
Royal Bank of Scotland 2,94

Schwache Einzelhandelsdaten zeigten bereits die Kaufzurückhaltung bei Kunden. Der Autoverband habe ihn lediglich als ersten Schritt zur Vermeidung "vernichtender Konsequenzen" bezeichnet, die Partei der Liberaldemokraten will gegen ihn Stimmen und es gibt erste Ministerrücktritte.

"Daher zeigt sich Risk-Off in den typischen Anlageklassen", zietiert Dow Jones einen Händler mit Verweis auf die Flucht in Anleihen und den deutlichen Ansprung der FTSE-Volatiliät von rund 16 auf 18 Prozent.

Unter den Einzelwerten verlieren Aston Martin trotz guter Zahlen 6,2 Prozent und obwohl das Unternehmen mit dem anvisierten Brexit-Plan zufrieden ist, Royal Bank of Scotland 7 Prozent, Barclays und Lloyds bis zu 6 Prozent. Der FTSE-100 liegt derweil noch mit 0,2 Prozent noch leicht im Plus, gestützt vom stark fallenden Pfund-Kurs.

Die Bunderegierung hatte die Finanzbranche erst vor wenigen Tagen aufgefordert, sich trotz jüngster Lichtblicke bei den Brexit-Verhandlungen auf einen möglichen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU vorzubereiten. Jeder müsse sich darauf einstellen, dass es möglicherweise am 29. März einen harten Brexit gebe, sagte Finanz-Staatssekretär Jörg Kukies bei einem Bankenkongress in Frankfurt.

Das Pfund fällt nach dem Rücktritt mehrerer britische Minister weiter. Vor der Ankündigung der Brexit-Einigung war das Pfund noch bis auf 1,30 Dollar geklettert.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,20

 

10:37 Uhr

James-Bond-Autobauer kann mit Brexit-Plan gut leben

bond1gf.jpg

Wer Aston Martin hört, denkt unweigerlich an James Bond. Es gibt wohl keine kultigere Automarke.

Aston Martin

Sollte das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU in der nun angedachten Form stattfinden, wäre der Luxusautobauer Aston Martin zufrieden. Das von der Regierung in London ausgehandelte Abkommen scheine die Interessen der britischen Industrie zu erfüllen, sagte Andy Palmer, CEO des aus den James-Bond-Filmen bekannten Autobauers.

Palmer sagte, Schatzkanzler Philip Hammond und Wirtschaftsminister Greg Clark hätten den Plan für den Brexit direkt nach der Kabinettssitzung den Industrievertretern in einer Telefonkonferenz vorgestellt. "Es war eine klare Nachbesprechung zu dem, was vereinbart worden ist. Hammond hat das gut präsentiert", sagte der Manager. Der Plan sei deutlich besser als ein harter Brexit, und die Industrie könne anscheinend bei allen Punkten auf der Wunschliste ein Häkchen setzen.

Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund 1,20

Palmer kommentierte die am Vortag erzielte Brexit-Vereinbarung, nachdem der Luxusautohersteller starke Quartalszahlen vorgelegt hatte. Der Vorsteuergewinn hat sich auf 3,1 Millionen Pfund Sterling mehr als verzehnfacht. Es war der erste Quartalsbericht von Aston Martin seit dem Börsengang. Palmer sagte, das schwache Pfund habe dem Autobauer dabei geholfen, dem Preiswettbewerb standzuhalten. Insgesamt hat sich der Absatz auf 1776 Autos fast verdoppelt.

10:10 Uhr

Britisches Pfund fällt nach Ministerrücktritten

Pfund Sterling2.jpg

Wie amused dürfte die Queen sein?: Vor einem geordneten Brexit gilt es noch viele Hürden zu nehmen.

picture alliance / dpa

Das war's mit der verhaltenen Brexit-Zuversicht.

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,20

Das britische Pfund weitet seine Verluste aus. Nach dem Nordirland-Minister ist nun auch der Brexit-Minister zurückgetreten. Zwar hat das Kabinett von Premierministerin Theresa May der Übergangsregelung bereits zugestimmt, die Abstimmung im Unterhaus gilt aber zunehmend als ergebnisoffen. Von Ständen um 1,1350 Dollar kommt das Pfund auf 1,2860 zurück. Auch der Euro zieht zum Pfund an.

Wie geht es weiter? Nach dem grünen Licht der Londoner Regierung kündigte EU-Ratspräsident Donald Tusk für den 25. November einen Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs zum Brexit an. Auf ihm sollen die Austrittsvereinbarung sowie eine politische Erklärung zu den Eckpunkten für die künftigen Beziehungen gebilligt werden. Zur Vorbereitung des Gipfels kommen bereits am Montag (19. November) die EU-Europaminister zu einem Sondertreffen zusammen.

Hier mehr zum Rücktritt des Nordirland-Staatssekretär Shailesh Vara

10:04 Uhr

Dämpfer für Europas Automarkt - VW minus 20 Prozent

Der europäische Automarkt stottert - beim Volkswagen-Konzern ging der Absatz um mehr als ein Fünftel zurück. Insgesamt setzte sich damit der Negativtrend aus dem September fort, in dem bereits viele Hersteller Rückgänge wegen der Umstellung auf das neue Abgas-Prüfverfahren WLTP verzeichnen mussten.

Der europäische Branchenverband Acea nannte dies auch als einen Grund für die jüngste Entwicklung: Die Oktober-Neuzulassungen fielen in den EU-Ländern im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,3 Prozent auf 1,08 Millionen Autos. Vor dem Inkrafttreten der neuen Norm hatten die Hersteller noch viele Modelle nach dem alten Standard verkauft.

Beim VW-Konzern verringerte sich der Europa-Absatz laut Acea um 21,5 Prozent. Bei dem vom französischen PSA-Konzern übernommenen Autobauer Opel gab es - zusammen mit der britischen Schwestermarke Vauxhall - ein Minus von 6,7 Prozent. BMW steigerte dagegen die Zulassungen im Oktober um 14,5 Prozent. Für Daimler ging es um 7,5 Prozent bergauf. In allen europäischen Hauptmärkten nahm die Nachfrage ab. 

Hier mehr

09:21 Uhr

Anleger bleiben wachsam - Autos leiden unter Abstufung

Ein verhaltener Brexit-Optimismus hat dem deutschen Aktienmarkt eine freundliche Eröffnungstendenz beschert. Die deutschen Standardwerte ziehen zum Start 0,6 Prozent auf 11.484 Zähler an.

Nachdem die britische Regierung am Mittwochabend den Entwurf eines Austrittsvertrags mit der Europäischen Union gebilligt hatte, sind die Chancen auf einen geordneten Brexit gestiegen. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners warnt allerdings vor zu viel Optimismus. Die Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten "No-Deal-Brexit" liege noch lange nicht bei Null.

Leichter zeigen sich die Autoaktien. Daimler fallen um 1,5 Prozent, BMW um 0,8 und VW um 0,6 Prozent.

Vor allem lasten Abstufungen auf den Aktien, wie das "Sell" der Citigroup für Daimler oder das "Neutral" nach "Buy" für Continental, heißt es. Die Absatzzahlen des Branchenverbands Acea für Oktober spielen demgegenüber keine so große Rolle. "Der Markt weiß, dass alle Zahlen rund um die Autos durch WLTP verzerrt sind", sagt ein Händler. Dies habe zu Vorzieheffekten, Lieferproblemen oder Aufschiebungen bei Kaufentscheidungen geführt und mache die Daten schlecht vergleichbar.

Kursverluste bei Bankenaktien haben am Donnerstag die japanischen Börsen belastet. Der Tokioter Standardwerte-Index Nikkei fiel um 0,2 Prozent auf 21.803 Punkte, der breiter gefasste Topix-Index gab um 0,1 Prozent nach.

Händler warfen insbesondere Banken-Titel aus ihren Depots. Die Papiere von Sumitomo Mitsui Financial Group verloren drei Prozent, die Aktien von Mizuho Financial 1,7 Prozent. SMFG hatte zwar den Gewinn im zweiten Quartal gesteigert, aber die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr nicht erhöht und damit die Anleger enttäuscht. Bei Mizuho stagnierte der Quartalsgewinn nahezu. Auch an der Wall Street standen Finanztitel auf der Verliererseite, wodurch die Stimmung zusätzlich getrübt wurde.

In China legten die Börsen hingegen bis zu 1,2 Prozent zu. Immobilienwerte gewannen, nachdem die Hauspreise jüngsten Daten zufolge anzogen.

Hier ein Beitrag der TV-Kollegen:

 

08:29 Uhr

Brexit-Durchbruch stützt Euro stärker als das Pfund

RTSKTPG.jpg

Erleichterung im Euroraum: Ein ungeregelter Brexit hätte schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft in der EU und in Großbritannien.

REUTERS

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,37

Der Euro knüpft im frühen Handel an seine Kursgewinne des Vortages an und legt weiter zu. Die britische Landeswährung bewegt sich nach starken Ausschlägen allerdings nur noch wenig.

  • Die Gemeinschaftswährung profitiert von dem "Durchbruch" bei den Verhandlungen für einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.
  • Die britische Regierung hatte am Mittwochabend den Entwurf eines Austrittsvertrags gebilligt, womit eine wichtige Hürde auf dem Weg hin zu einem geregelten Brexit gemeistert worden war.
  • Die Aussicht auf eine politische Einigung schiebt den Euro damit deutlich stärker an als das britische Pfund: Am Morgen konnte das Pfund nur noch leicht zulegen. Der Kurs hielt sich über der Marke von 1,30 Dollar, nachdem er am Montag noch deutlich tiefer bei 1,2842 Dollar gestanden hatte.
08:18 Uhr

Dax stemmt sich gegen schwache Vorgaben

13071600.jpg

picture-alliance/ dpa

Dax
Dax 15.883,24

Am deutschen Aktienmarkt steht Anlegern ein freundlicher Start in den Donnerstagshandel bevor. Der Leitindex wird zur Eröffnung moderat im Plus erwartet.

  • Auf Teleboerse.de wird der Dax zum Auftakt bei 11.463,00 Punkten gesehen, was einem Aufschlag von 0,4 Prozent entspricht.
  • Am Vorabend war das prominenteste deutsche Börsenbarometer 0,5 Prozent im Minus bei 11.412,53 Punkten aus dem Handel gegangen.
  • Die Vorgaben für das Donnerstagsgeschäft in Frankfurt sind negativ: An der Wall Street hatte der Dow-Jones-Index am Vorabend um 0,8 Prozent auf 25.081 Punkte nachgegeben. In Tokio notierte der Nikkei-Index zum Handelsschluss 0,2 Prozent schwächer bei 21.803 Punkten.
07:15 Uhr

Euro zieht weiter an

##asdf### Symbol Euro 85639332.jpg

Langsam gewinnt der Euro wieder an Höhe: Das Jahrestief liegt derzeit noch 1,1215 Dollar.

picture alliance / Jens Büttner/

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,14

Der Auftrieb im Devisenhandel setzt sich fort: Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung klettert zu Beginn des vorletzten Handelstags der Woche weiter nach oben.

  • Am frühen Morgen notiert der Euro 0,2 Prozent fester bei 1,1336 Dollar. Zu Wochenbeginn hatte der Euro im Handelsverlauf noch Tagestiefs bei 1,1220 Dollar markiert.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihre Referenzkurs für den Euro zur Wochenmitte auf 1,1296 (Dienstag: 1,1261) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8853 (0,8880) Euro.
  • Für die übrigen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87048 (0,86945) britische Pfund, 128,64 (128,32) japanische Yen und 1,1395 (1,1368) Schweizer Franken fest.
06:00 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.