Freitag, 31. Juli 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Dax geht noch die Puste aus - über 500 Punkte Wochenverlust

Dax
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Es sah alles so gut aus: Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich stundenlang nach der gestrigen Klatsche gut erholt. Doch am späten Nachmittag bekamen die Anleger wieder kalte Füße und nahmen verstärkt Gewinne mit. "Es ist wie jeden Freitag, vor dem Wochenende werden die Anleger vorsichtig", sagte ein Händler. Die Weltwirtschaft hat die Corona-Pandemie mitnichten überstanden. Deutlich wurde dies beim Michigan-Einkaufsmanager-Index der im Vergleich zu Ende Juni absackte. Weil die Verbraucher für die US-Wirtschaft die wichtigste Rolle spielen, sorgte dies für lange Gesichter - erst an der Wall Street, dann auch auf dem Frankfurter Parkett.

So ging der Dax mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 12.313 Punkte ins Wochenende, damit gab der Leitindex in dieser Woche mehr als 500 Punkte ab. Der MDax verlor 0,3 Prozent auf 26.192 Zähler. Der TecDax gewann dagegen 0,4 Prozent auf 3005 Stellen. Der EuroStoxx50 notierte 0,6 Prozent tiefer bei 3188 Punkten.

Bei den Einzelwerten war heute die zweite Reihe interessant. ProSiebenSat.1 verloren nach roten Zahlen 9,4 Prozent. Thyssenkrupp hat sein lukratives Aufzugsgeschäft verkauft - der Kurs stieg um 1,1 Prozent. Gea verbilligten sich nach Zahlen um 3,7 Prozent.

17:16 Uhr

Audi-Hauptversammlung beschließt Squeeze-out der Kleinaktionäre

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(Foto: REUTERS)

Die Börsennotierung von Audi ist demnächst Geschichte. Die Hauptversammlung des Ingolstädter Autoherstellers stimmte mit einer Mehrheit von 99,98 Prozent des anwesenden Kapitals dem Antrag des Mutterkonzerns Volkswagen zu, die Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung von 1551,53 Euro pro Audi-Aktie aus dem Unternehmen zu drängen. Die Audi AG wird dadurch mit insgesamt 66,7 Milliarden Euro bewertet. Zum Vergleich: Die Volkswagen AG kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von etwa 68,3 Milliarden Euro.

Volkswagen kontrolliert Audi seit 1971 zu gut 99,6 Prozent. Nur noch 0,36 Prozent aller Audi-Aktien befinden sich im Streubesitz.

17:04 Uhr

Realismus kehrt ein - kommt jetzt der richtige Dax-Knick?

Die Wirtschaft ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen Ländern der Eurozone und in den USA dramatisch eingebrochen. Prompt rutschte der Dax kräftig ab. Die US-Börsen ließen sich davon allerdings nicht so stark beeindrucken. Warum die Reaktionen dort milder ausgefallen sind und wie Anleger in diesen turbulenten Zeiten ihre Depots absichern können, darüber spricht Bianca Thomas mit Dirk Heß von der Citigroup.

16:32 Uhr

US-Verbraucher spielen nicht mit - Dax bekommt die Flatter

Die Freude über den Chicago-Index war nur kurz, denn die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juli abgeschwächt. Der an der Universität Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung in den USA fiel bei der Umfrage am Monatsende auf 72,5 von 78,1 Ende Juni. Ökonomen hatten einen Stand von 72,7 erwartet. Bei der ersten Umfrage Mitte des Monats lag er bei 73,2. Die US-Verbraucher spielen eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft, weil rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vom Privatkonsum abhängen.

Diese Nachricht sorgte für Verstimmung an den Börsen. In New York drehten Dow Jones und S&P-500 ins Minus. Ihnen folgte in Frankfurt der Dax, der sich am späten Nachmittag um 0,1 Prozent auf 12.374 Punkte verringerte.

16:19 Uhr

Chicago-Einkaufsmanager dreht in Wachstumsbereich

Mal wieder Hoffnungsvolles aus Amerika: Die Stimmung der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago hat sich im Juli unerwartet stark aufgehellt. Der wichtige Indikator stieg auf 51,9 Punkte, der höchste Stand seit Mai 2019, wie die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager mitteilte. Im Juni stand der Index bei 36,6 Punkten. Volkswirte hatten einen Wert von 43,5 Punkte erwartet.

Der Frühindikator liegt damit wieder über der sogenannten Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert somit eine wirtschaftliche Belebung in der für die US-Konjunktur wichtigen Metropolregion.

Eine weitere Attraktion für die Stadt: Künftig soll auf dem Chicago River jährlich ein Feuer-Festival stattfinden. Foto: Tannen Maury

(Foto: dpa)

16:05 Uhr

Wall Street leicht grün - Technologieaktien stark

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(Foto: AP)

Der Schub durch die Corona-Ausgangsbeschränkungen für die großen Technologiefirmen sorgt für bessere Stimmung an der Wall Street. Der Dow Jones eröffnete 0,2 Prozent fester bei 26.363 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,5 Prozent auf 3263 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 1,5 Prozent zu auf 10.741 Punkte.

Die überraschend starken Zahlen von Apple, Amazon und Facebook kamen als Erleichterung für die Börsianer, die zuvor aus Furcht vor einer zweiten Welle in der Pandemie in Deckung gegangen waren. Die Apple-Aktien schnellten um 7,1 Prozent auf ein Rekordhoch, die Amazon-Titel legten 6,4 Prozent zu, Facebook-Anteilsscheine verteuerten sich um 7,1 Prozent und kosteten damit auch so viel wie nie zuvor. Die Firmen profitierten von den weltweiten Ausgangssperren, weil Menschen online bestellten, sich mit neuen Kommunikationsgeräten ausstatteten und vermehrt soziale Netze nutzten.

Um 3,1 Prozent abwärts ging es für die Alphabet-Aktien: Weil viele Unternehmen sparen mussten und weniger Anzeigen schalteten, ging der Umsatz zurück.

15:54 Uhr

ExxonMobil tiefrot

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(Foto: picture alliance/dpa)

Nach Chevron hat die Pandemie mit ihren Auswirkungen auch ExxonMobil voll erwischt. Der größte US-Ölmulti ist tief in die roten Zahlen geraten. Im zweiten Quartal fiel unterm Strich ein Verlust von 1,1 Milliarden Dollar an. Vor einem Jahr hatte Exxon noch 3,1 Milliarden Dollar verdient.

Corona und das Überangebot an den Ölmärkten hätten Nachfrage, Preise und Gewinnspannen belastet, deshalb habe die Bilanz stark gelitten, erklärte Exxon-Chef Darren Woods. Die Erlöse sanken um gut 50 Prozent auf 32,6 Milliarden Dollar.

15:23 Uhr

Quartal zum Vergessen auch für Fiat Chrysler

Auch Fiat Chrysler (FCA) reiht sich in die Gilde der Unternehmen mit Milliardenverlusten ein. Der Autobauer machte im zweiten Quartal 1,05 Milliarden Euro Miese. Vor einem Jahr hatte FCA noch einen Gewinn von 4,65 Milliarden Euro gemacht.

Insgesamt verkaufte Fiat Chrysler in den Monaten von April bis Juni mit 424.000 Autos 63 Prozent weniger Fahrzeuge, weil die Bänder wochenlang still standen und die Nachfrage lange geradezu komplett wegfiel. Der Umsatz brach um 56 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro ein. Dabei blieb das Unternehmen auf dem so wichtigen US-Markt profitabel und erzielte dort noch einen kleinen operativen Gewinn. Vor allem in Europa fielen aber hohe Verluste an.

15:04 Uhr

EU-Wettbewerbshüter billigen von Alstom geplante Bahnfusion

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die EU-Wettbewerbshüter haben die Übernahme von Bombardier Transportation durch den französischen Bahntechnik-Konzern Alstom genehmigt.

Eine Auflage ist aber, dass Bombardier-Produktionsanlagen am Standort Hennigsdorf bei Berlin verkauft werden, wie die EU-Kommission mitteilte. Alstom hatte die Veräußerung zugesagt.

14:47 Uhr

Immobilienaktien laufen wie geschmiert

Regen Interesses erfreut sich auch heute der Immobiliensektor. Im Handel ist von Kaufbaskets die Rede. Gründe für das Anlegerinteresse dürfte es gleich mehrere geben. Dazu gehörten unsichere Zeiten, auf Jahre hinaus festgezurrte Nullzinsen, ein sicheres Geschäftsmodell und das Ausbleiben eines befürchteten Einbruchs der Immobilienpreise wegen Corona.

Im Dax gewannen Vonovia und Deutsche Wohnen gewannen 2,1 beziehungsweise 1,6 Prozent. Im MDax verteuerten sich Alstria um 2,1, Aroundtown um 3,2, Grand City um 2,3 und LEG um 1,9 Prozent.

14:29 Uhr

Corona bremst Caterpillar aus - aber nicht so schlimm

Caterpillar
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Der US-Baumaschinenhersteller Caterpillar hat im zweiten Quartal die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen und Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. Die Markterwartungen wurden jedoch übertroffen. Die Aktie legte im vorbörslichen US-Handel um 3,1 Prozent zu.

Laut Konzern fiel der Nettogewinn auf 458 Millionen Dollar beziehungsweise 84 Cent je Aktie gegenüber 1,62 Milliarden Dollar beziehungsweise 2,83 Dollar je Anteilsschein im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten lediglich mit 64 Cent je Aktie gerechnet. Der Gesamtumsatz brach um 31 Prozent ein auf 10,0 Milliarden Dollar, lag damit jedoch über dem Marktkonsens von 9,40 Milliarden Dollar.

14:05 Uhr

Aufzugsgeschäft verkauft - Geldregen für Thyssenkrupp

Das war's dann: Thyssenkrupp ist nicht mehr im Besitz seiner bislang profitabelsten Sparte. Der im Februar vereinbarte Verkauf des Aufzugsgeschäfts für 17,2 Milliarden Euro an ein Konsortium der Finanzinvestoren Advent, Cinven und der RAG-Stiftung ist jetzt vollzogen.

Das eingenommene Geld hat einen positiven Effekt auf das Eigenkapital des angeschlagenen Stahl- und Industriekonzerns in Höhe von 15,4 Milliarden Euro. Aus der bisherigen Nettoverschuldung werde nun ein Nettoguthaben. Die Höhe blieb offen. Per Ende März hatte sich die Nettofinanzverschuldung bis auf 7,5 Milliarden Euro erhöht, im Zuge des Lockdowns dürfte sie aber noch weiter gestiegen sein. Für einen Teil des Kaufpreises - 1,25 Milliarden Euro - erwarb Thyssenkrupp wie geplant eine signifikante Rückbeteiligung am Aufzugsgeschäft. Wie hoch diese ausfällt, lässt sich derzeit noch nicht exakt beziffern, gesprochen wird von 15 Prozent.

Gut ging es heute auch der Thyssenkrupp-Aktie. Ihr Kurs stieg am Nachmittag um 3 Prozent auf 6,69 Euro.

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 7,26

13:45 Uhr

Ölriese Chevron mit einem ganz schlimmen Quartalsergebnis

Der niedrige Ölpreis hat auch Chevron arg zugesetzt. Der US-Ölriese schrieb im zweiten Quartal einen Milliardenverlust und verfehlte die die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Nettoverlust erreichte 8,3 Milliarden Dollar, nachdem vor Jahresfrist noch 4,3 Milliarden Dollar verdient wurden. Chevron musste wegen des niedrigen Ölpreises den Wert der eigenen Aktivitäten wertberichtigen. Doch auch vor Sonderposten erreichte der Verlust je Aktie 1,59 Dollar. Das war deutlich schlechter als von Analysten mit einem Minus von 93 Cent erwartet.

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(Foto: dpa)

Der Umsatz hat sich mehr als halbiert auf 16 von 36 Milliarden Dollar im Vorjahr. Hier hatten die Analysten mit 21,9 Milliarden Dollar gerechnet. Die Nachfrage nach Öl sei in der Corona-Krise gefallen, und dies habe zusätzlich die Preise gedrückt, begründete Chevron den deutlichen Rückgang.

13:24 Uhr

Ifo bastelt an BIP-Jahresprognose für Deutschland rum

Das Ifo-Institut schaut nicht mehr ganz so düster auf die deutsche Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr wegen der Corona-Krise voraussichtlich um 5,1 Prozent einbrechen, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser dem "Spiegel". Noch vor wenigen Wochen hat das Institut vorhergesagt, dass die Wirtschaftsleistung um 6,7 Prozent einbrechen werde.

Grund für die Korrektur sei die "überraschend positive Entwicklung", sagte Wollmershäuser dem Nachrichtenmagazin. Zuletzt hat das Institut über ein deutlich verbessertes Geschäftsklima sowie über steigende Exporterwartungen bei den deutschen Unternehmen berichtet. Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal um 10,1 Prozent zum Vorquartal eingebrochen.

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13:03 Uhr

Mailänder Börse steht wohl bald zum Verkauf

Die Londoner Börse LSE will mit einem möglichen Verkauf des Italien-Geschäfts um die Mailänder Börse die 27 Milliarden US-Dollar teure Übernahme des Datenanbieters Refinitiv retten. Sie führe dazu bereits Sondierungsgespräche, die zur Veräußerung der zur Borsa Italiana gehörenden Staatsanleihen-Handelsplattform MTS oder der gesamten Italien-Sparte führen könnten, teilte die LSE mit.

Die Deutsche Börse hat bereits Anfang des Jahres ihr Interesse an dem Geschäft bekundet, auch die Mehrländer-Börse Euronext dürfte um die Sparte buhlen. Die LSE hatte die Borsa Italiana vor 13 Jahren für 1,6 Milliarden Euro erworben.

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(Foto: imago stock&people)

12:32 Uhr

VW hat Maulwurf wohl gefunden

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(Foto: picture alliance/dpa)

In der Affäre um abgehörte Geheimsitzungen hat Volkswagen den Maulwurf offenbar enttarnt. Laut "Business Insider" konfrontierte die Sicherheitsabteilung des Dax-Konzerns einen verdächtigen Mitarbeiter mit den Spionage-Vorwürfen. Dem Vernehmen nach wurde der Mann - es soll sich um einen Manager handeln - freigestellt.

VW soll die Braunschweiger Staatsanwaltschaft darüber informiert haben. Der Autobauer selbst äußerste sich nicht zu dem Bericht.

12:14 Uhr

Dax zeitweise über 12.500 - ProSiebenSat.1-Kurs noch tiefer

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(Foto: REUTERS)

An der Frankfurter Börse haben die Anleger die tiefroten Kurszahlen vom Donnerstag zum Einstieg genutzt. Der Dax stieg zeitweise über 12.500 Punkte und gewann gegen Mittag 0,3 Prozent auf 12.420 Punkte. Auf Wochensicht steuert der deutsche Leitindex damit gleichwohl auf einen Verlust von 3 Prozent zu, auf Monatssicht steht gegenwärtig ein Plus von 1 Prozent zu Buche. Der EuroStoxx50 gewann ebenfalls 0,3 Prozent auf 3216 Stellen.

Die Musik spielte bislang im MDax, wo mehrere Unternehmen mit Zahlen aufwarteten. So verloren Gea 1,6 Prozent, Börsianer begründeten dies mit Gewinnmitnahmen. Der im Umbau steckende Konzern kommt dank bereits zuvor eingeleiteter Sparmaßnahmen weiter relativ gut durch die Krise und erhöhte seine Prognose. ProSiebenSat.1 stürzten um nunmehr 13,6 Prozent ab. Der TV-Konzern hatte im zweiten Quartal wegen weggebrochener Werbeeinnahmen rote Zahlen geschrieben. Händler bemängelten, dass der Konzern nach wie vor keine neue Prognose für das neue Jahr gab.

Im Dax zogen MTU nach einem neuen Ausblick auf 2020 um 3,2 Prozent an. Weit vorne waren auch Infineon und SAP mit einem Zuwachs von 2,0 beziehungsweise 1,4 Prozent. Technologiewerte verbuchten europaweit kräftige Gewinne und folgten damit den starken Vorgaben aus den USA, wo am Vorabend die Tech-Giganten Apple, Amazon und Facebook mit ihren Quartalszahlen beeindruckt hatten.

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11:46 Uhr

Aktienkurs von ProSiebenSat.1 bricht ein

Gegen die Krise anreden ist mitunter ein probates Mittel, hilft aber nicht immer: Die roten Quartalszahlen seines Unternehmens können ProSiebenSat.1-Chef Rainer Beaujean den Optimismus nicht nehmen. "Das Bild hat sich aus unserer Sicht deutlich aufgehellt", sagte er mit Blick auf die Buchungen für Juli und August. Die Anzeichen einer Erholung der Konjunktur nähmen zu. Der Rückstand aus dem ersten Halbjahr werde sich aber bis Jahresende nicht wettmachen lassen.

Die Anleger waren von den Äußerungen nicht sonderlich überzeugt. Der Aktienkurs des MDax-Konzerns brach kräftig ein: um 11,1 Prozent. Citi-Analysten verwiesen drauf, dass Konkurrenten in Europa mit einer kräftigeren Erholung der Werbeeinnahmen rechneten.

ProSiebenSat.1
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11:34 Uhr

Corona beschert IAG und Air France-KLM riesige Verluste

Bei Europas großen Fluggesellschaften häufen sich die Verluste: Der Mutterkonzern von British Airways, IAG, teilte mit, das Minus im ersten Halbjahr belaufe sich auf netto 3,8 Milliarden Euro. Air France-KLM bezifferte den Verlust allein im zweiten Quartal auf 2,6 Mrd Euro. Bei der niederländischen KLM würden daher bis zu 5000 Stellen gestrichen.

Bei den IAG-Aktionären kam derweil eine geplante Milliarden-Kapitalerhöhung nicht gut an. Die Papiere rutschten am Vormittag um 6,7 Prozent ab und waren die größten Verlierer an der Londoner Börse. Der Konzern will 2,75 Milliarden Euro am Markt einsammeln und so seine Liquidität in der Corona-Krise erhöhen.

11:17 Uhr

Vetter neuer Aufsichtsratschef für Commerzbank?

Die Commerzbank hat anscheinend einen neuen Kontrollchef gefunden. Der frühere Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Hans-Jörg Vetter, ist Insidern zufolge Favorit für den Posten. Der 67-Jährige solle dem Aufsichtsrat bei der Sitzung am kommenden Montag als Kandidat vorgeschlagen werden, hieß es. Das MDax-Unternehmen äußerte sich bislang nicht dazu.

Die Commerzbank steckt in einem Führungschaos, in das sie die überraschenden Rücktritte von Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann und Vorstandschef Martin Zielke Anfang Juli gestürzt hatten. Schmittmann bleibt nur noch bis Montag im Aufsichtsrat.

10:34 Uhr

Auch Italien geht's schlecht - historischer BIP-Einbruch

Aller schlechten Dinge sind drei: Nach Frankreich und Spanien ist nun auch Italien mit schlechten BIP-Zahlen um die Ecke gekommen. Das südeuropäische Euro-Land verzeichnete im zweiten Quartal einen historischen Rückgang seiner Wirtschaftsleistung. Aufgrund der Corona-Pandemie und der strikten Abriegelung, die Anfang März begann, schrumpfte das BIP der drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone um 12,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Experten hatten ein Minus von 13,0 Prozent prognostiziert.

Im Jahresvergleich lag Italiens Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 17,3 Prozent niedriger. Die befragten Ökonomen hatten 15,7 Prozent erwartet.

10:15 Uhr

Audi tiefrot - und mit ehrgeizigem Ziel

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(Foto: dpa)

Corona hat auch Audi kräftig geschlaucht: Die lange Schließung der Autowerke und Autohändler und der Einbruch der Kundennachfrage haben den Ingolstädter Autobauer tief in die roten Zahlen rutschen lassen. Die VW-Tochter verkaufte im ersten Halbjahr weltweit 22 Prozent weniger Autos, der Umsatz fiel um 29 Prozent auf nur noch 20,5 Milliarden Euro, der operative Verlust betrug 750 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr des Vorjahres hatte Audi noch 2,3 Milliarden Euro zum Betriebsgewinn des Volkswagen-Konzerns beigesteuert.

Audi will den operativen Verlust bis zum Jahresende mehr als ausgleichen. Der Finanzchef Arno Antlitz rechnet zwar weiter mit einer "extrem herausfordernden" zweiten Jahreshälfte, will bei deutlich sinkenden Absatz- und Umsatzzahlen aber im Gesamtjahr einen klar positiven operativen Gewinn ausweisen.

09:56 Uhr

Nordkoreas Wirtschaft wächst erstmals seit drei Jahren

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Baustelle des Wonsan-Kalma Tourismus-Resorts in Nordkorea.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hier eine interessante Nachricht aus einem Land mit einer der übelsten Diktaturen der Welt: Nordkoreas Wirtschaft ist im vergangenen Jahr nach südkoreanischen Schätzungen angesichts stärkerer Bauaktivitäten und einer Zunahme der Dienstleistungen erstmals seit drei Jahren wieder leicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Nachbarlandes habe um 0,4 Prozent zugelegt, vermeldete die Zentralbank in Seoul.

2017 war den Schätzungen zufolge das BIP um 3,5 Prozent, 2018 um 4,2 Prozent geschrumpft. Die Berechnungen des BIP gelten als unsicher, da aus dem abgeschotteten kommunistischen Land so gut wie keine aktuellen Daten zur Wirtschaftsleistung veröffentlicht werden. Die Zentralbank in Südkorea greift dabei vor allem auf Daten des Geheimdienstes und von Forschungsinstituten zurück, die sich auf Nordkorea spezialisiert haben.

09:38 Uhr

Land unter auch bei Spaniens Wirtschaft

Auch Spaniens Wirtschaft hat mit einem historischen Einbruch zu kämpfen. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone schrumpfte im zweiten Quartal um 18,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie die Statistikbehörde INE in einer ersten Schätzung mitteilte. Ökonomen hatten "nur" ein Minus von 15,0 Prozent vorhergesagt. Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,2 Prozent gesunken.

Im Vergleich zum Vorjahr lag die Wirtschaftsleistung um 22,1 Prozent niedriger. Die Prognose von Ökonomen hatte nur auf einen Rückgang um 18,5 Prozent gelautet.

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09:26 Uhr

Euro hat höchsten Kurs seit mehr als zwei Jahren

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,18

Der Euro setzt seinen Höhenflug fort und erreicht im Handel mit dem US-Dollar den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Am Morgen stieg der Kurs über 1,19 US-Dollar und erreichte bei 1,1905 Dollar den höchsten Stand seit Mai 2018. Im Verlauf der Handelswoche hat die Gemeinschaftswährung damit mehr als zwei Prozent an Wert gewonnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1743 Dollar festgesetzt.

Der Euro profitiert derzeit stark von einer Dollar-Schwäche. Zuletzt hatten unter anderem schwache US-Konjunkturdaten die amerikanische Währung belastet. So war am Donnerstag bekannt geworden, dass die US-Wirtschaft im zweiten Quartal den stärksten Einbruch seit Beginn der quartalsmäßigen Erfassung 1947 erlitten hatte. Außerdem bleibt die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt wegen der Corona-Krise angespannt, und die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war zuletzt weiter gestiegen.

09:10 Uhr

Dax lugt nach gestriger Prügel wieder hervor

Nach den gestrigen starken Verlusten versucht der deutsche Aktienmarkt eine Aufwärtsbewegung. Der Dax stieg in den ersten Handelsminuten um 0,4 Prozent auf 12.425 Punkte. Der MDax legte um 0,5 Prozent auf 26.395 Zähler zu, der TecDax um 0,7 Prozent auf 3013 Stellen. Der EuroStoxx50 vermehrte sich um 0,3 Prozent auf 3217 Punkte.

Die gestern verprügelte Aktie von Heidelbergcement verteuerte sich um 0,9 Prozent. Auch Volkswagen berappelten sich und gewannen 0,8 Prozent. Im MDax verloren ProSiebenSat.1 nach Zahlen 0,5 Prozent.

Dax
Dax 12.686,01

08:56 Uhr

Ölpreise gehen leicht nach oben

Im frühen Handel hat es bei den Ölpreisen etwas Bewegung gegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 43,14 US-Dollar. Das waren 20 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um 11 Cent auf 40,03 Dollar.

Gestern hatten schwache Konjunkturdaten aus den USA und eine allgemein trübe Stimmung an den Finanzmärkten die Ölpreise noch zeitweise stark unter Druck gesetzt. Kurz vor dem Wochenende werden die Ölpreise durch die Kursentwicklung am Devisenmarkt gestützt. Nach extrem schwachen US-Konjunkturdaten und einer Zuspitzung der Corona-Krise mit einer hohen Zahl von Neuinfektionen ist der US-Dollar zuletzt unter Druck geraten.

08:52 Uhr

ProSiebenSat.1 rutscht in die Verlustzone

ProSiebenSat.1
ProSiebenSat.1 9,82

Die Corona-Krise schlägt auch auf das Mediengeschäft durch - der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat entsprechend rote Zahlen vermeldet. Die Zuschauer sahen in den vergangenen Monaten zwar wieder etwas mehr Fernsehen, aber die Werbekunden schalteten viel weniger Spots. Die Folge: Der Konzernumsatz fiel im zweiten Quartal um 25 Prozent auf 709 Millionen Euro, und unter dem Strich blieb ein Verlust von 61 Millionen Euro.

Vorstandssprecher Rainer Beaujean sah jedoch ein wenig Licht am Ende des Tunnels: Im Juli seien die Werbeerlöse nur noch um 20 Prozent niedriger als im Vorjahr, und "im August zeichnet sich aktuell mit einem Minus von rund 10 Prozent eine weitere Verbesserung ab", sagte er. Allerdings werde es nicht möglich sein, die bis Herbst entstanden Rückgänge bis Jahresende aufzuholen.

08:33 Uhr

Drastischer Konjunktureinbruch in Frankreich

Der Reigen der dramatischen BIP-Quartalsberichte geht weiter: Auch in Frankreich ist die Wirtschaft wegen der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone um 13,8 Prozent, wie das Statistikamt Insee nach einer ersten Schätzung mitteilte.

Frankreich zählt zu den Ländern in Europa, die von der Pandemie besonders stark getroffen wurden.

08:14 Uhr

Dax-Anleger lauern auf Handels- und Firmenzahlen

Dax
Dax 12.686,01

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Donnerstag hatte er 3,5 Prozent auf 12.379,65 Punkte nachgegeben. Der Einbruch der Wirtschaft hatte am Donnerstag die Stimmung an den Börsen belastet: Im zweiten Quartal sank die Wirtschaftsleistung in Deutschland und in den USA so stark wie nie zuvor. Börsianer suchen nun nach Anzeichen, wie stark die Erholung im Sommer ausfällt. In dem Zusammenhang dürften sie unter anderem auf die Daten zum deutschen Einzelhandel und zum US-Konsum achten, die im Tagesverlauf vorgelegt werden.

Für Gesprächsstoff sorgen dürften zudem die Firmenzahlen: Die vier US-Techfirmen Apple, Facebook, Alphabet und Amazon profitierten von den Corona-Ausgangsbeschränkungen und übertrafen mit ihren Geschäftszahlen die Markterwartungen. In Europa stehen unter anderem die Zahlen von ProSiebenSat.1, Air France KLM, der British-Airways-Mutter IAG oder Fiat Chrysler an.

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07:41 Uhr

Marke VW erholt sich spürbar

VW Vorzüge
VW Vorzüge 132,20

Das Geschäft der Marke Volkswagen kommt langsam aus der Krise. Nach einem Rückgang um rund 38 Prozent im März und April habe sich das Minus bei den Auslieferungen im Juni fast halbiert, teilten die Wolfsburger mit. Diese Entwicklung spiegele sich im operativen Ergebnis vor Sondereffekten wider, das im Monat Juni nahezu wieder den Break Even erreicht habe. Für den Juli erwarte die Marke bei den Auslieferungen nur noch einen einstelligen prozentualen Rückstand zum Vorjahresmonat. Trotz erster Anzeichen einer Erholung behalte VW den Sparkurs bei.

Für das Gesamtjahr rechnet die Hauptmarke des Wolfsburger Konzerns mit einem Umsatz deutlich unter Vorjahr. Das Betriebsergebnis werde "gravierend" unter dem des Vorjahres liegen, aber im positiven Bereich liegen. "Wir sind finanziell weiter robust aufgestellt und streben für das Gesamtjahr ein positives operatives Ergebnis an", sagte Marken-Finanzchef Alexander Seitz. Die Wolfsburger hatten im ersten Halbjahr einen bereinigten operativen Verlust von 1,5 Milliarden Euro angehäuft, nachdem im Vorjahr noch ein positives Ergebnis von 2,3 Milliarden Euro erwirtschaftet wurde.

07:22 Uhr

Industrie in Japan und China gibt Anlass zur Hoffnung

Japans Industrieproduktion ist nach Regierungsangaben im Juni um 2,7 Prozent zum Vormonat gestiegen. Damit ist sie zum ersten Mal seit fünf Monaten gewachsen. Analysten hatten im Schnitt ein Wachstum von 1,2 Prozent erwartet. In den Zahlen spiegelt sich die Wiederaufnahme der Fabrikproduktion nach dem Ende des Corona-bedingten Notstandes.

Die Stimmung ist auch in der chinesischen Industrie besser als erwartet. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg im Juli von 50,9 im Vormonat auf 51,1 Punkte, wie das Statistikamt in Peking berichtete. Das wichtige Konjunkturbarometer lag damit leicht über den Vorhersagen von Experten und deutet auf eine weitere Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft nach der Corona-Krise hin. Die Politik, die Eindämmung der Lungenkrankheit mit der wirtschaftlichen Entwicklung auszubalancieren, "hat weitere greifbare Ergebnisse gezeigt", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua Zhao Qinghe vom Statistikamt. Die wirtschaftliche Dynamik erhole sich weiter. Über der Marke von 50 Punkten ist von einer Ausweitung der industriellen Tätigkeit auszugehen, darunter von einer Kontraktion.

*Datenschutz

06:55 Uhr

Neue iPhones kommen dieses Jahr später

Apple
Apple 444,45

Apple bringt seine neuen iPhones seit Jahren im September heraus. Dieses Jahr nicht: Wegen der Corona-Krise verzögert sich die Markteinführung "um einige Wochen". Das hat der Finanzchef des Unternehmens, Luca Maestri, bei der Vorstellung der Quartalszahlen angekündigt.

  • Über die Verzögerung wird schon seit dem Frühjahr spekuliert. Damals hatte China viele Fabriken geschlossen, um den Ausbruch des Coronavirus unter Kontrolle zu bekommen. Die Produktion der iPhones geriet dadurch ins Stocken.
  • Auch dieses Jahr werden mehrere neue iPhone-Modelle erwartet. Medienberichten zufolge werden sie erstmals den superschnellen 5G-Datenfunk unterstützen.
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06:36 Uhr

US-Konjunkturabsturz setzt asiatischen Börsen zu

US-Dollar / Yen
US-Dollar / Yen 106,11

Der Tokioter Börse macht der starke Yen infolge des Einbruchs der US-Wirtschaft in der Corona-Krise zu schaffen. Die Suche nach sicheren Anlagen ließ den Kurs der japanischen Währung steigen, was die heimischen Exportwerte zusätzlich belastete. Zudem drücken schwache Gewinne des Halbleiterherstellers Advantest auf die Stimmung der Investoren.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel im Laufe des Tages um 1,87 Prozent auf 21.921 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,8 Prozent und lag bei 1512 Punkten. Ähnlich verlief der Handel an anderen asiatischen Börsen. Trotz eines positiven Auftakts zu Handelsbeginn drehte der MSCI-Index für Aktien außerhalb Japans am späten Morgen ins Minus und gab 0,2 Prozent nach. Auch in China gaben die Kurse nach.

Nikkei
Nikkei 22.329,94

06:15 Uhr

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