Marktberichte

Börsenzyklus im Übergang Aktienmärkte drücken Biden die Daumen

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Die Richtung am Aktienmarkt hängt auch davon ab, wie schnell US-Präsident Biden seine ersten Maßnahmen angeht.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Richtung an den Börsen hängt in der nächsten Zeit ganz wesentlich am neuen US-Präsidenten. Sollte dieser seine Schwerpunkte schnell angehen, dürfte es weiter nach oben gehen. Dabei richten sich die Blicke vor allem auf ein weiteres Konjunkturpaket. Daneben öffnen die Firmen zunehmend ihre Corona-Bilanzen.

Der deutsche Aktienmarkt wird auch in der neuen Woche von der hochgesteckten Erwartungshaltung der Anleger geprägt sein. Im Fokus stehen dürfte die Entwicklung in den USA mit den ersten Schritten unter der neuen Präsidentschaft von Joe Biden. Der deutsche Leitindex Dax hatte in der vergangenen Woche 0,6 Prozent zugelegt. Die Corona-Krise belastet die Börse dennoch immer wieder aufs Neue. Die Geschäftsschließungen in Deutschland wurden verlängert und die Infektionszahlen bleiben ein schwieriges Thema.

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"Ob die Börsen in den kommenden Wochen ihren Schwung behalten, dürfte vor allem davon abhängen, wie schnell der demokratische US-Präsident seine ehrgeizigen Ausgabenpläne umsetzen kann", sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. Biden will mit einem knapp zwei Billionen Dollar schweren Hilfspaket die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abfedern.

Uneinig sind sich Experten aber, ob der neue US-Präsident seine Pläne durch den Kongress bekommt. Dazu müsse der Demokrat zumindest einige Republikaner im Senat auf seine Seite ziehen, gibt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com zu Bedenken. "Das sollte kein Problem sein", sagt Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade.

Ungeachtet der jüngsten Kursrekorde bei Dax, Dow Jones & Co. sei keine Spekulationsblase zu beobachten, sagt Eckhard Schulte, Chef des Vermögensverwalters MainSky. "Das mag für einzelne Titel zwar stimmen, für den Gesamtmarkt teilen wir diese Meinung nicht. Im Gegenteil, insbesondere mit Augenmerk auf den relevanten Treibern 'Gewinnentwicklung' und 'Bewertung' erscheint uns der Aktienmarkt recht rational."

Zahlenflut in den USA - Erste Schwergewichte in Europa

In den USA legen in den kommenden Tagen fast die Hälfte der Werte des Dow-Jones-Index ihre Zahlen für das Schlussquartal 2020 vor. Auch in Europa werden die Zahlen erster Schwergewichte erwartet, Eckdaten sind von einigen schon bekannt. Siemens etwa hatte vor dem Wochenende mit starken vorläufigen Zahlen bereits eine positive Duftmarke gesetzt.

Dennoch seien Kursrücksetzer nicht auszuschließen, warnte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Denn der Börsenzyklus sei gerade im Übergang in die Wachstumsphase, bei der Unternehmen ihre Gewinne steigern und in ihre Bewertungen "hineinwachsen".

In Europa öffnen in der neuen Woche unter anderem die Medizintechnik-Firma Philips und der Luxusgüter-Hersteller LVMH ihre Bücher. Hinzu kommen im Wochenverlauf unter anderem die Großbank UBS, die Software AG sowie der Laborausrüster Sartorius. Am Donnerstag lenkt dann STMicroelectronics die Blicke auf den Chipsektor. Jenseits des Atlantiks legen die Technologie-Konzerne Apple und Facebook Geschäftszahlen vor. Zu ihnen gesellt sich der Elektroauto-Hersteller Tesla.

Konjunkturell gilt in der neuen Woche das Ifo-Geschäftsklima gleich am Montag als erste wichtige Veröffentlichung. Laut den DekaBank-Experten um Chefvolkswirt Ulrich Kater dürfte das Ifo-Barometer "eine gespaltene Konjunktur zeigen" - mit einer starken Industrie auf der einen und den darbenden Dienstleistern auf der anderen Seite. Ihrer Einschätzung nach dürfte der Lockdown in der Lagebeurteilung seine Spuren hinterlassen.

Am Mittwoch steht zudem der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank Fed auf der Agenda. Experten erwarten keine Änderungen. Ähnlich wie die Europäische Zentralbank (EZB) werde die US-Notenbank ihre Füße stillhalten und das Feld vorerst der Regierung Biden und deren Konjunkturhilfen überlassen, sagt Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.

Ende der Woche richten die Börsianer ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf die US-Konsumausgaben. Die Kauflaune der Verbraucher gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Am Tag zuvor stehen die US-Frühindikatoren auf dem Terminplan.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts

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