Marktberichte

Wirtschaftsflaute und Iran-Krise Anleger hoffen auf neue Kurstreiber

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Schäden in den Aramco: Wie geht es nach dem Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien weiter.

(Foto: dpa)

Große Kurssprünge sind an der Börse vorerst nicht in Sicht. Die Notenbanken haben geliefert, aber reicht das, um die schwächelnde Weltwirtschaft zu stützen? Experten sind uneins. Fraglich ist auch, wie es am Golf weitergeht. Droht ein Vergeltungsschlag der USA? Zur Wochenmitte dürfte der Milliardenbörsengang von Teamviewer für Bewegung sorgen.

Nach der Serie von Zinsentscheidungen der großen Notenbanken ist eine Fortsetzung der Aktienrally laut Experten vorerst nicht in Sicht. "Es stellt sich die Frage, ob die geldpolitische Antwort umfangreich und wirksam genug sein wird, um den Abwärtsdruck auf das globale Wachstum auszugleichen", sagt Darren Williams, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Alliance Bernstein. "Unsere zentrale Prognose ist daher, dass die Weltwirtschaft in einen langanhaltenden Abschwung übergeht, ohne dass ein klarer Endtermin in Sicht ist."

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Laut dem Anlagestrategen Peter van der Welle vom Vermögensverwalter Robeco kühlt sich die Weltwirtschaft zwar merklich ab. Gegen Ende des Jahres rechnet er aber wieder mit einer Belebung. Anlage-Experte Francois-Xavier Chauchat vom Vermögensverwalter Dorval hält die aktuellen Konjunktursorgen für übertrieben.

"Erstens schlagen sich die am stärksten von der Binnenkonjunktur abhängigen Sektoren gut - der Konsum, die Bauwirtschaft und der Immobiliensektor. Und zweitens darf man die positiven Effekte der Niedrigzinsen nicht unterschätzen", sagt der Vermögensverwalter Sie eröffneten den Staaten zusätzlichen Spielraum, den diese unter anderem zum ökologischen Umbau der Wirtschaft nutzen könnten.

Golfregion auf dem Radar

In den vergangenen Tagen kam der Dax kaum vom Fleck. Nervös machten Anleger die Angriffe auf saudi-arabische Öl-Anlagen, die rund die Hälfte der Förderkapazitäten des Königreichs lahmlegten. Zwar soll die Produktion binnen weniger Wochen wieder ihr ursprüngliches Niveau erreichen. Ein deutlicher Rückgang des Ölpreises sei aber nicht zu erwarten, warnt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass Iran für die Angriffe verantwortlich ist, müsse mit Vergeltung der USA und Saudi-Arabiens gerechnet werden.

Ifo- und Gfk-Index im Blick

Am Dienstag steht der Ifo-Index auf dem Programm. Er gibt die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen wider. Unter anderem wegen des ungelösten Zollstreits zwischen den USA und China ist das Barometer in den vergangenen sechs Monaten kontinuierlich gefallen.

Anfang Oktober sind allerdings erneute hochrangige Gespräche der beiden weltgrößten Volkswirtschaften geplant. Daneben stehen in der kommenden Woche eine Reihe weiterer Konjunkturdaten an: Am Donnerstag gibt der GfK-Index Auskunft über die Kauflaune der deutschen Verbraucher. Am Tag darauf folgen vergleichbare Zahlen für Europa sowie der europäische Geschäftsklima-Index.

Firmenbilanzen stehen nur wenige auf der Agenda. Der Adidas-Rivale Nike will am Dienstag seine Bücher öffnen. Unabhängig davon feiert MTU am Montag sein Debüt im Dax. Der Triebwerks-Hersteller ersetzt den Mischkonzern ThyssenKrupp. Zur Wochenmitte steht dann die womöglich größte Parkettpremiere einer IT-Aktie in Deutschland seit Jahren an: Die Göppinger Software-Schmiede Teamviewer wagt sich am Mittwoch in den freien Aktienhandel.

Quelle: n-tv.de, ddi/rts

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