Marktberichte

Teil-Einigung ermutigt Anleger Apple klettert auf Rekordhoch

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Teil-Einigung im Handelsstreit und der Wahlerfolg von Premier Johnson in Großbritannien: Zwei Ereignisse, die zum Wochenschluss an der Wall Street für Hoffnung sorgen. Vor allem bei Apple greifen die Anleger zu.

Die Aussicht auf einen Ausweg aus der Brexit-Sackgasse und auf ein amerikanisch-chinesisches Handelsabkommen hat Europas Börsen zum Wochenschluss kurzzeitig angetrieben. Die großen Indizes stiegen kurz nach dem Handelsstart auf neue Rekordhochs, danach bröckelten die Gewinne aber ab.

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Die USA und China haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump auf die erste Phase eines Handelsabkommens geeinigt. Die für den 15. Dezember geplante neue Runde von Strafzöllen werde entfallen, die Verhandlungen über eine zweite Phase des Abkommens sollen sofort beginnen. Noch sei die Tinte unter den amerikanisch-chinesischen Verträgen aber nicht trocken, sagte ein Börsianer. Wichtige Details seien noch offen, weswegen einige Investoren vor dem Wochenende lieber Kasse machten.

Am Ende des Tages stand der Dow-Jones-Index praktisch unverändert bei 28.135 Punkten, deutlich unter dem neuen Rekordhoch von 28.291 kurz nach Handelsbeginn. S&P-500-Index und die Nasdaq-Indizes bewegten sich ebenfalls nur wenig, letztere schnitten mit plus 0,2 Prozent noch am besten ab.

Apple erreichten im Verlauf mit 275,30 Dollar ein Rekordhoch und schlossen auch nur knapp darunter, 1,4 Prozent höher als am Vortag. Die zwischen den USA und China gefundene Vereinbarung vertreibe fürs erste die dunkle Wolke, die über der Technologieindustrie gehangen habe, mit Apple als Anfangs- und Endpunkt, sagte Wedbush-Analyst Dan Ives. Ives schätzt, dass die Strafzollthematik den Apple-Kurs etwa 20 Dollar gekostet haben dürfte.

Pfund-Kurs schwächelt

Der Dollar erholte sich im Verlauf des Tages deutlich. Der Dollar-Index lag zuletzt zwar nur mit gut 0,1 Prozent im Plus, zuvor hatte er aber deutlicher im Minus gelegen. Das britische Pfund bröckelte ab, nachdem es in der Nacht zu Freitag nach ersten Nachwahlbefragungen um über 2 Prozent nach oben geschossen war - im Hoch auf über 1,35 Dollar. Zuletzt ging es mit 1,3340 Dollar um. Analysten verwiesen dazu auf diverse mutmaßlich belastende Unwägbarkeiten wie die noch auszuhandelnden Handelsbeziehungen des Vereinigten Königreichs zur EU oder ein mögliches neues Unabhängigkeitsreferendum der Schotten, die in der EU bleiben möchten.

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Gold verteuerte sich um 7 auf 1.476 Dollar je Feinunze, begünstigt von den fallenden Renditen, die das Gold gegenüber Anleihen als Anlagevehikel attraktiver machen. Die Ölpreise stiegen, weil die Entspannung bei den Strafzöllen letztlich der Nachfrage nach Öl zugute kommen dürfte. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 1,0 Prozent auf 59,78 Dollar.

Am Aktienmarkt sank der Kurs von Oracle um 3,5 Prozent. Das Softwareunternehmen hatte im zweiten Geschäftsquartal gewinnseitig etwas besser und umsatzmäßig etwas schlechter abgeschnitten als Analysten erwartet hatten. Adobe legten um 3,6 Prozent zu, nachdem das Softwarehaus in seinem vierten Quartal Gewinn und Umsatz gesteigert hatte.

Broadcom gaben um 3,8 Prozent nach, trotz im Rahmen der Erwartung ausgefallenerv Geschäftszahlen. Der Chiphersteller hatte aber die Bedeutung seines Chipgeschäfts heruntergespielt und es als Nicht-Kerngeschäft bezeichnet. Das sorgte laut Analysten für Verunsicherung als mögliches Signal für einen Strategiewechsel.

Quelle: ntv.de, jpe/rts