Marktberichte

Dollar weiter unter Druck Börsianer nehmen Gewinne mit

45740475.jpg

Gute Zahlen von der US-Industrie: Doch die US-Börsen finden keine gemeinsame Richtung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem Sprung über die Marke von 22.000 Punkten am Vortag lassen es die Anleger ruhiger angehen: Der Dow Jones legt leicht zu - auch dank guter Firmenbilanzen. An den europäischen Börsen herrscht dagegen trübe Stimmung.

Die US-Börsen haben an diesem Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Unterstützung kam von ermutigenden Firmenbilanzen. Bei den Hochtechnologiewerten nahmen die Anleger dagegen Gewinne mit. Der US-Standardwerteindex Dow Jones stieg um 0,04 Prozent auf einen Schlussrekord von 22.026 Punkten, nachdem er am Mittwoch erstmals die 22.000er Marke übersprungen hatte. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,2 Prozent auf 2472 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,3 Prozent auf 6340 Punkte.

Dow Jones
Dow Jones 26.957,59

Da immer mehr Investoren daran zweifeln, dass die US-Notenbank die geldpolitischen Zügel rasch strafft, stand der Dollar weiter unter Druck. Der Euro blieb mit 1,1871 Dollar nur etwa einen Viertel US-Cent unter seinem Zweieinhalb-Jahres-Hoch vom Mittwoch. "Es bräuchte sehr gute US-Arbeitsmarktdaten, um die zunehmend negative Dollar-Stimmung zu heben", sagte Anlagestratege Viraj Patel von der ING Bank. "Sonst wird er weiter fallen." Die Beschäftigungszahlen stehen für Freitag auf dem Terminplan.

Durchwachsene Geschäftszahlen europäischer Firmen machten der Aktienbörse in Frankfurt erneut zu schaffen. Der Dax büßte 0,2 Prozent auf 12.154 Punkte ein. Sein pan-europäisches Pendant EuroStoxx50 hielt sich knapp im Plus bei 3467 Zählern. Was an den Börsen sonst noch passierte, können Sie im Börsen-Tag nachlesen.

US-Industrie übertrifft Erwartungen

Mit einem Kursplus von 6,5 Prozent gehörten die Titel von Tesla zu den Favoriten der Wall Street. Anleger ignorierten den Rekordverlust des Elektroauto-Bauers. Sie konzentrierten sich stattdessen auf das überraschend starke Umsatzplus und die 455.000 Vorbestellungen des Hoffnungsträgers "Model 3".

Auch bei Fitbit griffen Anleger zu, obwohl der Umsatz um fast 40 Prozent auf 353,3 Millionen Dollar einbrach. Experten hatten allerdings einen noch größeren Rückgang befürchtet. Der Verlust des Anbieters von Fitness-Armbändern fiel mit 0,08 Dollar je Aktie nur etwa halb so hoch aus wie gedacht. Fitbit-Scheine sprangen 15 Prozent in die Höhe.

Die Anteilsscheine von Avon Products brachen knapp elf Prozent ein. Der Kosmetikhersteller kommt nicht aus den roten Zahlen. Zudem gab das Unternehmen den Rücktritt von Chefin Sheri McCoy bekannt.

Die US-Industrie zog im Juni mehr Aufträge an Land als erwartet. Die Bestellungen legten um 3,0 Prozent zum Vormonat zu, wie das Handelsministerium mitteilte. Dies ist der stärkste Zuwachs seit Oktober 2016.

Quelle: ntv.de, jug/rts