Marktberichte

"Virus zurück an der Börse" Corona-Variante schreckt Wall Street auf

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Nicht in Shopping-Laune: Das große Konjunkturprogramm verpufft an der New Yorker Börse.

(Foto: REUTERS)

Die negativen Nachrichten aus Großbritannien verstören auch Investoren in den USA. Fast stiehlt die hochansteckende Corona-Mutation dem milliardenschweren Konjunkturpaket des US-Kongresses die Schau. Erst am Ende gewinnt Erleichterung wieder die Oberhand.

Die Furcht vor der in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante hat den Anlegern in den USA die Kauflaune verdorben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss moderate 0,1 Prozent höher auf 30.216 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab dagegen 0,1 Prozent auf 12.742 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,4 Prozent auf 3694 Punkte ein. Viele Investoren machten nach den jüngsten Rekordständen Kasse: "Gewinnmitnahmen spielen dabei eine Rolle", sagte Robert Pavlik, Portfoliomanager bei Dakota Wealth, und ergänzte: "Die Menschen werden wegen der neuen Variante nervös." Die Einigung zwischen den Republikanern und Demokraten auf ein neues Corona-Hilfspaket rückte in dem Zusammenhang in den Hintergrund.

Nach den Ergebnissen des jüngsten Stresstests der US-Notenbank griffen Anleger zu Aktien der großen US-Banken. Die Papiere von Goldman Sachs, JP Morgan, Citigroup, Bank of America und Morgan Stanley legten bis zu 6,1 Prozent zu. Die Federal Reserve hatte am Freitag erklärt, sie sehe ein "starkes Kapitalniveau" bei den Banken. Diese hätten ausreichend Mittel, um Verluste im Volumen von 600 Milliarden Dollar im Rahmen einer kurzen kräftigen Rezession oder einer moderaten länger währenden Konjunkturabkühlung zu verkraften. Zugleich gab die Fed grünes Licht für eine begrenzte Ausschüttung von Dividenden oder für Aktienrückkäufe.

Tesla
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Am ersten Tag im S&P 500 gaben die Aktien von Tesla mehr als sechs Prozent nach. Nach Berechnungen des S&P Dow Jones Indizes-Analysten Howard Silverblatt kommt Tesla künftig auf einen Anteil von 1,69 Prozent am S&P. Der Elektroautobauer ist das wertvollste Unternehmen, das jemals in einen der großen Indizes aufgenommen wird, und löst die Immobilienfirma Apartment Investment and Management ab. Tesla-Aktien haben gut zwei Drittel an Wert gewonnen, seitdem S&P angekündigt hatte, die Papiere in den wichtigsten US-Index aufzunehmen.

Hohe Verluste bei Dax und EuroStoxx

Die Aktien von Apple legten 1,2 Prozent zu. Das Unternehmen peilt Insidern zufolge für 2024 die Einführung eines autonomen Passagierfahrzeugs an, das einen Durchbruch bei der Akku-Technik enthalten könnte. Teile des Autos dürften dabei von Zulieferern kommen, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Dazu gehörten die Lidar-Sensoren, mit denen das Auto sich ein Bild von der Umgebung mache. Mit einem Aufschlag von knapp fünf Prozent waren die Anteilsscheine von Nike gefragt. Der Adidas-Konkurrent hatte zuvor seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr erhöht.

Die Abriegelung Großbritanniens aus Furcht vor einer ansteckenderen Coronavirus-Mutation zwang den europäischen Aktienmarkt zu Wochenbeginn in die Knie. Anleger brachten ihr Geld in Dollar und Anleihen in Sicherheit. Dax und EuroStoxx50 verloren am 2,8 Prozent und 2,7 Prozent auf 13.246,3 beziehungsweise 3450,7 Punkte und verbuchten damit ihr größtes Tagesminus seit rund zwei Monaten. Das Coronavirus sei zurück an den Börsen, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. "Eine noch ansteckendere Variante macht noch härtere und noch längere Lockdowns deutlich wahrscheinlicher. Damit hat diese Mutation das Potenzial, den ohnehin schon großen wirtschaftlichen Schaden noch weiter zu vergrößern."

Quelle: ntv.de, mau/rts

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