Marktberichte

9000er Marke hält noch Dax bleibt im Stimmungstief

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Sorge um ein baldiges Ende der lockeren Geldpolitik belastet den Handel. Die Sorge über ein baldiges Ende der lockeren Geldpolitik trübt weiter die Stimmung. Anleger machen Kasse - die Kurse sinken.

Der deutsche Aktienmarkt kann die Abwärtstendenz nicht stoppen. Der Markt schließt den dritten Tag in Folge mit Verlusten. Der Dax sank 0,7 Prozent auf 9017 Zähler und verteidigt die 9000er Marke. Die Linie unterschritt der Leitindex im Tagesverlauf allerdings zweimal. Der MDax verlor 0,8 Prozent auf 15.901 Zähler. Der TecDax setzte 1,3 Prozent auf 1115 Stellen zurück, und der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 büßte 0,7 Prozent auf 2928 Zähler.

Zwischenzeitlich reduzierten deutlich schlechter als erwartet ausgefallene Daten vom US-Arbeitsmarkt das Minus. "Die Erstanträge sind deutlich oberhalb der Erwartung ausgefallen und sprechen dafür, dass die Fed das Anleihekaufprogramm noch beibehält", sagt ein Aktienhändler. Die Einzelhandelsumsätze seien dagegen wie erwartet ausgefallen und lieferten damit keinen Impuls.

Übergeordnet halten sich Anleger wegen der Unsicherheit über den Zeitpunkt der geldpolitischen Wende mit Käufen zurück. "Die Anleger scheinen zum Jahresende lieber ihre Gewinne mitzunehmen, als weiter zuzukaufen. Es ist derzeit einfach zu viel Unsicherheit im Markt", sagte ein Börsianer. "Der Markt ist sehr volatil, die Anleger schichten zum Jahresende nochmal kräftig um."

Eurozone meldet maue Konjunkturdaten

Zudem drückten auch Konjunkturdaten auf die Stimmung: Die Industrie hat im Oktober ihre Produktion überraschend gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent zurückgefahren. Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. Volkswirtin Annalisa Piazza von Newedge spricht von einem sehr schwachen Start ins vierte Quartal für das Verarbeitende Gewerbe und einer fragilen wirtschaftlichen Erholung.

Im Dax schlossen Commerzbank mit den größten Verlusten. Die Papiere gaben 2,5 Prozent nach. K+S verbilligten sich um 2,3 Prozent. Infineon fielen ebenso um 2,3 Prozent.

Für Unmut sorgte die Bewegung des BASF-Papiers -vor allem der anfängliche Kurssturz: "Fundamental völlig unsinnig und nicht einmal mit der kleinsten Nachricht dahinter", sagt ein Händler. Grund seien erneut Attacken von Algo-Tradern gewesen. Auslöser sei der Kursrückgang des Dax-Futures am Vorabend, der wie üblich am Morgen über einen Dax-Basket in den Kassa-Markt arbitragiert worden sei. Dies geschehe aber nicht mit allen, sondern höchstens fünf Titeln, die den Dax replizieren. Daher habe es hier einen etwas erhöhten Verkaufsbedarf gegeben. An diesen hätten sich die Computer-Trader rangehängt und damit den Verkaufsdruck prozyklisch erhöht. Gleichzeitig hätten sie Kauf-Limite aus dem Orderbuch herausgezogen. Am Ende des Tages stand ein Minus von 0,6 Prozent zu Buche.

Nur wenige Gewinner in den Indizes

Gering fielen die Verlusten bei Merck und Bayer aus. Die Chemiekonjunktur gewinnt allmählich etwas an Fahrt. Nach nur mageren Zuwächsen bei Umsatz und Produktion 2013 blickt die Chemiebranche mit vorsichtigem Optimismus auf das neue Jahr. Auch Siemens und Deutsche Post notieren fester.

Mit Gewinnen gingen einzig die beiden Fresenius-Werte in den Feierabend. Allerdings hielt sich der Aufschlag in Grenzen.

Auch in der zweiten Reihe sind die Vorzeichen mehrheitlich rot. Rabenschwarz verlief der Tag indes für SGL Carbon, die um 6,3 Prozent absackten. Norma fielen um 5,4 Prozent zurück. Leoni verbilligten sich um 4,5 Prozent.

Fester notieren am anderen Ende unter anderem Metro. Die Papiere des Handelskonzerns zogen 2,4 Prozent an. Der Verzicht auf eine Dividende konnte die Investoren nur kurzzeitig verschrecken. "Die Anleger blicken bereits auf das nächste Jahr", sagt ein Händler. Die erwartete wirtschaftliche Erholung der Euro-Zone sollte auch den Konsum ankurbeln und davon dürften Werte wie Metro profitieren, sagte er. Ein anderer Börsianer merkte an, die Geschäftszahlen seien bei näherem Hinsehen gar nicht so schlecht ausgefallen.

Sonderzahlung treibt Balda-Papiere

Tui verteuerten sich um 1,9 Prozent gewannen. EADS zogen nach dem kräftigen Aufschlag am Vortag weitere 1,3 Prozent an. Der Konzern hatte angekündigt, künftig zwischen 30 und 40 Prozent des Gewinns auszuschütten. "Das ist ein typisches Zeichen für eine Neubewertung der Aktie", sagt ein Händler zur Kursreaktion.

Im TecDax ging es für Nordex weiter bergab. Das Minus betrug am Ende 6,9 Prozent. SMA Solar verloren 4,7 Prozent. Käufer fanden sich für QSC. Der Wert zog 5,7 Prozent an. Daneben kletterten einzig Xing, Sartorius, Stratec Biomedical und Carl Zeiss Meditec.

Im SDax starteten derweil Balda durch. Der Kunststoffhersteller will die Anleger in Form einer Sonderdividende in Höhe von 1,50 Euro je Anteilschein am Verkaufserlös einer Tochter beteiligen. Die Aktie zieht 17,6 Prozent an auf 4,79 Euro.

Nach dem BVB-Sieg in der Champions League gewinnt die Aktie des Fußballvereins 2,1 Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts