Marktberichte

Fed-Entscheid und Börsendebüt Dow rettet kleines Plus ins Ziel

2020-08-28T055739Z_1855668194_RC2TMI9C4O7Z_RTRMADP_3_GLOBAL-EQUITY.JPG

An der Wall Street waren die Augen heute unter anderem auf die Fed gerichtet.

(Foto: REUTERS)

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der Nullzins-Politik in den USA bis 2023 erfreut die Anleger an der Wall Street nur kurz. Derweil feiert ein Softwarespezialist einen spektakulären Börseneinstand und ein Konkurrent der Deutschen Post erhält kräftig Auftrieb.

Die US-Börsen haben nach dem Entscheid der Notenbank uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,1 Prozent höher auf 28.032 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq gab dagegen 1,3 Prozent auf 11.050 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,5 Prozent auf 3385 Punkte ein.

Im frühen Handel hatte die Hoffnung auf eine anhaltende Flut billigen Notenbankgeldes die Wall Street noch gestützt. In Frankfurt war der deutsche Leitindex Dax um 0,3 Prozent auf 13.255 Punkte geklettert. Die US-Notenbank Fed hält nach ihrem Strategieschwenk angesichts der Cornona-Krise an ihrer Politik der ultratiefen Zinsen fest. Die Währungshüter um Notenbankchef Jerome Powell erklärten im Anschluss an zweitägige Beratungen zudem, an dieser expansiven Ausrichtung solange nicht zu rütteln, wie es für die Erreichung ihrer Ziele erforderlich ist.

Sie stellten in Aussicht, die Zinsen so lange nahe Null zu halten, bis die Inflation auf dem Weg sei, "für einige Zeit" das Ziel von zwei Prozent Teuerung "moderat zu übertreffen". Ihren Leitzins zur Versorgung der Banken mit Geld beließ die US-Notenbank in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent.

Hurrikan "Sally" treibt Ölpreis an

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 41,79

Wegen möglicher Förderausfälle im Golf von Mexiko deckten sich Investoren mit Rohöl ein. "Derzeit erwarten wir durch den Wirbelsturm 'Sally' Einbußen von drei bis sechs Millionen Barrel in den kommenden elf Tagen", schrieben die Analysten von Brokerhaus Rystad. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich daraufhin um mehr als viereinhalb Prozent auf 42,39 Dollar je Barrel (159 Liter).

Mit einem überraschend hohen Quartalsgewinn konnte der Deutsche-Post-Rivale Fedex glänzen. Die Aktien schossen um knapp sechs Prozent nach oben. Dank des Booms beim Onlinehandel und den damit einhergehenden zunehmenden Paketsendungen während der Corona-Pandemie kletterte der bereinigte Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60 Prozent auf 1,28 Milliarden Dollar.

FedEx
FedEx 209,55

Einen spektakulären Börseneinstand feierten die Aktien des Softwarespezialisten Snowflake, die sich im Vergleich zum Ausgabepreis von 120 Dollar um mehr als 111 Prozent verteuerten. Bei einem Kurs von 290 Dollar wird die Cloud-Datenplattform aus Kalifornien mit mehr als 80 Milliarden Dollar bewertet. Mit Einnahmen von rund 3,4 Milliarden Dollar ist es das bisher größte Marktdebüt in den USA in diesem Jahr.

Quelle: ntv.de, hul/rts/dpa