Marktberichte

Auch ohne Powell-Effekt Dow überspringt erstmals 27.000er-Marke

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Der Dow Jones hat auch ohne Powell-Effekt für Freude gesorgt.

(Foto: imago images / UPI Photo)

Die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung treibt die US-Börsen weiter an - auch wenn sie sich noch nicht bestätigt. Dennoch klettert der Dow Jones auf ein Rekordhoch. Treiber ist allerdings nicht Fed-Chef Powell, sondern ein Krankenversicherer.

Die Zinssenkungssignale, die US-Notenbankchef Jerome Powell am Mittwoch ausgesandt hatte, haben den US-Börsen keinen merklichen Schub mehr gegeben, auch wenn der Dow-Jones-Index auf ein Rekordhoch stieg. Erstmals überwand der Index die Marke von 27.000 Punkten. Steigende langfristige Zinsen am Anleihemarkt hätten das Interesse an Aktien gedämpft, berichteten Marktteilnehmer.

Dow Jones
Dow Jones 27.372,00

Der Dow-Jones-Index schloss 0,8 Prozent höher bei 27.088 Punkten. Der S&P-500 stieg um 0,2 Prozent und der Nasdaq-Composite sank um 0,1 Prozent. Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 12.332 Punkte, der EuroStoxx50 gab 0,1 Prozent auf 3497 Punkte nach.

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Sein Plus verdankte der Dow vor allem der Aktie von Unitedhealth, die von einer gesundheitspolitischen Entscheidung der US-Regierung profitierte und um 5,5 Prozent zulegte. Die Titel des Krankenversicherers verfügen über das zweitstärkste Gewicht im Index nach der Boeing-Aktie, die ebenfalls zu den größten Gewinnern zählte und um 1,9 Prozent vorrückte.

T-Mobile strauchelt

T-Mobile US
T-Mobile US 69,50

Aktien von T-Mobile US und Sprint gerieten hingegen unter Druck. Auslöser der Verluste war ein Bericht des "Wall Street Journal", dem zufolge sich die beiden US-Telekomanbieter für die angestrebte Fusion mehr Zeit nehmen wollen. T-Mobile büßten zunächst mehr als 2 Prozent ein, grenzten den Verlust aber auf 0,5 Prozent ein. Sprint rutschten dagegen um 3,5 Prozent ab.

Anteilscheine von Delta Airlines stiegen nach starken Quartalszahlen um 1,2 Prozent. Die Fluggesellschaft rechnet für das gesamte Jahr mit mehr Umsatz und Gewinn als ursprünglich angepeilt.

Kein Powell-Effekt

Die Anhörung und Befragung Powells vor dem Bankenausschuss des Senats am Donnerstag gab dem Aktienmarkt keine neuen Impulse. Der Notenbankchef wiederholte im wesentlichen seine Aussagen vom Vortag. Damals hatte er den Märkten Hoffnungen auf eine baldige Leitzinssenkung gemacht. So sprach er etwa die Unsicherheit um die bestehenden Handelskonflikte und damit um die Wirtschaft an. Zuletzt hatten Beobachter befürchtet, dass es wegen starker Arbeitsmarktdaten in den USA doch nicht zu einem vorzeitigen geldpolitischen Eingreifen der Fed kommen könnte - obwohl das lange Zeit als ausgemachte Sache galt.

Neue Konjunkturdaten aus den USA lieferten derweil kein zusätzliches Argument für Zinssenkungen. Denn die Verbraucherpreise zogen etwas stärker an als erwartet, während die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten leicht besser ausfielen als prognostiziert.

Der Eurokurs gab im späten US-Devisenhandel leicht nach, notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1256 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1285 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8861 Euro gekostet.

Quelle: n-tv.de, cri/DJ/dpa