Marktberichte

Kanye West pusht Gap Spannungen mit China ziehen Dow ins Minus

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Nervöse Blicke an den US-Börsen: der Handelsstreit mit China könnte sich verschärfen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die angekündigten Visa-Einschränkungen für chinesische Funktionäre sorgen für Spannungspotenzial im anhaltenden Handelsstreit. Anleger halten sich daher zum Ende der Woche deutlich zurück. Das Verbot von Aktienrückkäufen setzt zudem den US-Banken zu.

Belastet von Kursverlusten der Finanzwerte geben die US-Börsen nach. Nervös machten Investoren außerdem die wieder wachsenden Spannungen mit China. Im Streit um die Autonomie Hongkongs verhängten die USA Visa-Beschränkungen gegen bestimmte Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas. Der Dow Jones ging mit einem Abschlag von 2,84 Prozent auf 25.015,55 Punkte letztlich aus dem Handel. Der Wochenverlust summiert sich auf 3,3 Prozent. Das Anfang Juni in einer beeindruckenden Rally zurückeroberte Niveau von 27 580 Punkten rückte damit noch ein wenig weiter in die Ferne.

Der marktbreite S&P 500 büßte 2,42 Prozent auf 3009,05 Punkte ein. Der Nasdaq 100 sank um 2,50 Prozent auf 9849,35 Zähler, nachdem der technologielastige Index der Nasdaq-Börse noch am Dienstag ein Rekordhoch verzeichnet

Bank of America
Bank of America 20,02

Die Aktien von Bank of America, Citigroup und JPMorgan verloren jeweils etwa sechs Prozent, nachdem die US-Notenbank Fed den Instituten wegen der Coronavirus-Pandemie Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe vorläufig verboten hatte. Damit soll die Kapitalbasis der Geldhäuser gestärkt werden, um die Folgen der Krise besser zu überstehen. "Die Banken haben den Fed-Stresstest zwar bestanden, aber wie wir alle wissen, nur dank der Geldspritzen der Notenbank und der Konjunkturhilfen der Regierung", gab Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com, zu bedenken.

Über die weitere Richtung des Aktienmarktes gingen die Meinungen auseinander, sagte Christopher Grisanti, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters MAI. "Es herrscht ein Tauziehen zwischen denjenigen, die glauben, dass die wirtschaftliche Erholung unaufhaltsam ist, und denjenigen, die neue Probleme befürchten. Es ist wahrscheinlicher, dass die Aussichten nicht so rosig sind wie der Markt denkt."

Sorgen bereiteten Investoren auch die Rekord-Infektionszahlen in den USA. "Die US-Bundesstaaten überdenken ihre Lockerung der Pandemie-Restriktionen", sagte Analyst David Yepez vom Vermögensberater Exencial. Das werde sich auf die Wirtschaft in der jeweiligen Region auswirken. Ein Rückfall der Aktienkurse auf die Tiefs vom März sei zwar nicht zu erwarten. Allerdings müsse mit einer Korrektur gerechnet werden, da die Kurse seither zu schnell zu stark gestiegen seien. Die Wall Street hat binnen drei Monaten rund 40 Prozent zugelegt.

Gap
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Zu den Verlierern am US-Aktienmarkt zählte auch Nike mit einem Kursminus von gut sieben Prozent. Erzwungene Ladenschließungen im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung brockten dem Sportartikel-Hersteller einen überraschenden Quartalsverlust ein. Enttäuschend seien zudem die Gewinnmargen und die hohen Lagerbestände, monierte Analyst James Grzinic von der Investmentbank Jefferies. Das sei kein gutes Omen für die Geschäfte der deutschen Konkurrenten Adidas und Puma. Die Titel des US-Rivalen Under Armour gaben mehr als fünf Prozent nach.

Gap verbuchte dagegen den größten Kurssprung der Firmengeschichte. Die Aktien der Bekleigungsfirma stiegen um rund 19 Prozent. Das Unternehmen bringt mit dem Label Yeezy des Rappers Kanye West eine gemeinsame Modelinie heraus. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Yeezy erhält den Angaben zufolge Tantiemen und eventuell Gap-Aktien.

Quelle: ntv.de, mba/rts