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Boeing-Aktie gerät ins Trudeln US-Anleger halten sich vor G20-Gipfel zurück

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(Foto: picture alliance/dpa)

Beenden US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi am Rande des G20-Gipfels ihren Handelskonflikt? Chinesische Quellen spekulieren zumindest über einen Waffenstillstand. Die Kauflaune an der Wall Street wird durch die Gerüchte allerdings nicht sonderlich gestärkt.

Spekulationen auf Fortschritte bei der Beilegung des Handelsstreits zwischen China und den USA haben die Wall Street im Laufe des Tages nur leicht gestützt. Denn sonderlich ausgeprägt waren diese nicht. Laut chinesischen Berichten könnte es zwar einen "Waffenstillstand im Handelskonflikt" geben. Aussagen des chinesischen Handelsministeriums ließen allerdings anderes vermuten. Denn China stellte klare Bedingungen für ein Ende des Handelsstreits. Damit schien eine Einigung im Dauerdisput keineswegs sicher.

Die Optimisten setzten darauf, dass US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Gegenpart Xi Jinping während des G20-Gipfels am Wochenende ihren Konflikt beilegen werden. Schon am Mittwoch hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin gesagt, dass eine Einigung zu 90 Prozent feststehe.

Der Dow schloss 10 Punkte im Minus bei 26.527 Punkten. S&P-500 und Nasdaq-Composite stiegen dagegen um 0,4 bzw. 0,7 Prozent. Die Optimisten setzten darauf, dass US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Gegenpart Xi Jinping während des G20-Gipfels am Wochenende ihren Konflikt beilegen werden. Schon am Mittwoch hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin gesagt, dass eine Einigung zu 90 Prozent feststehe. Analysten warnten aber, dass es die beiden Gesprächspartner möglicherweise gar nicht so eilig hätten, den Streit beizulegen.

Unter den Einzelwerten wurden Boeing von neuen schlechten Nachrichten zum Problemflugzeug 737 Max belastet. Bei dem Modell soll ein neuer Softwarefehler gefunden worden sein. Die Aktie gab um 2,9 Prozent nach und bremste wegen ihres hohen Gewichts im Index auch den Dow Jones. Positiv wurden dagegen die Geschäftszahlen der Drogerie- und Apothekenkette Walgreens aufgenommen. Für die Aktie ging es um 4,1 Prozent nach oben.

Stellenstreichung verhilft Ford zu Kursgewinn

Boeing
Boeing 361,76

Chipwerte, die am Vortag von den überraschend guten Geschäftszahlen des Branchenunternehmens Micron profitiert hatten, waren erneut gesucht. Wedbush hatte die Beobachtung von AMD und Nvidia mit "Outperform" aufgenommen. AMD stiegen um 2,7 Prozent und Nvidia um 2,5 Prozent. Facebook rücken um 1,0 Prozent auf 189,50 Dollar vor. Ford kletterten um 2,9 Prozent. Der Automobilhersteller setzt im Europageschäft den Rotstift an, 12.000 Stellen sollen abgebaut und Werke geschlossen werden.

Der Dollar, der am Morgen von der Hoffnung auf eine Beilegung des Handelsstreits gestützt worden war, kam mit dem Bericht über die chinesischen Forderungen zurück. Der Euro stieg im Gegenzug auf zuletzt 1,1370 Dollar. Im Tagestief hatte die Gemeinschaftswährung knapp 1,1350 Dollar gekostet.

Ölpreise beruhigen sich

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 59,57

Der Höhenflug der Ölpreise fand ein vorläufiges Ende. Sie hatten am Vortag kräftig zugelegt, nachdem das US-Energieministerium einen überraschend kräftigen Abbau der US-Ölvorräte gemeldet hatte. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI notierte 0,1 Prozent höher bei 59,43 Dollar. Brentöl verteuerte sich um 0,1 Prozent auf 66,55 Dollar. Auch am Ölmarkt würden die Weichen von den Ergebnissen des G20-Gipfels gestellt, hieß es im Handel. Denn eine Einigung im Handelskonflikt könnte die Nachfrage beflügeln, ein Scheitern dürfte diese belasten.

Der Goldpreis bewegte sich ebenfalls kaum und gewann im späten Handel 0,1 Prozent auf 1.409 Dollar. Er hatte am Dienstag knapp unter 1.440 Dollar den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht. Schwindende Zinssenkungsspekulationen und die wieder erwachte Risikofreude der Anleger hatten das Interesse der Anleger an dem als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten beliebten Edelmetall jedoch gedämpft und den Preis zurückkommen lassen.

Quelle: n-tv.de, jpe/DJ