Marktberichte

Trotz Abkommen mit China US-Börsen können Rekordhochs nicht halten

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Donald Trump strahlt, die Börse strahlt kurz mit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Teilabkommen im Handelsstreit mit China lobt US-Präsident Trump überschwänglich als "historisch". Und tatsächlich reagieren die Märkte positiv - wenn auch nur kurzfristig.

Erhöhter Optimismus mit der Unterzeichnung des Phase-1-Abkommens zwischen den USA und China hat die Indizes an der Wall Street auf neue Rekordstände geführt. Allerdings gaben diese im späten Handel den Großteil ihrer Gewinne wieder ab. Es sei nach zwei Jahren Handelskonflikt eine Entspannung erzielt worden, hieß es.

Doch es bleibe bei aller Erleichterung weiter Unsicherheit, hieß es. Beobachter merkten an, dass die Streitigkeiten noch nicht vollständig beigelegt sind. Vor allem der Streit um den Boykott des chinesischen Telekomausrüsters Huawei, den die USA als Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit sehen, sei noch nicht beendet. Zur Beunruhigung trägt auch bei, dass die USA trotz des Teilabkommens die bestehenden Zölle auf Importe aus China vorerst nicht senken wollen.

S&P 500
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  Der Dow-Jones-Index gewann 0,3 Prozent auf 29.030 Punkte und schloss damit erstmals über der Marke von 29.000 Punkten. Das neue Rekordhoch liegt bei 29.128 Punkten. Der S&P-500 verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 3.289 Punkte und der Nasdaq-Composite stieg um 0,1 Prozent auf 9.259 Punkte. Den 1.534 (Dienstag: 1.678) Kursgewinnern an der NYSE standen 1.409 (1.251) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 74 (89) Aktien.

Hier können Sie nachlesen, wie sich der Dax heute geschlagen hat.

Daneben richten sich die Blicke auf die an Fahrt gewinnende Berichtssaison. "Um die hohen Bewertungen zu rechtfertigen, braucht es eine starke Berichtssaison", merkte Philip Blancato, President und CEO bei Ladenburg Thalmann Asset Management, an. Nachdem in dieser Woche die Banken ihre Ergebnisse für das Abschlussquartal 2019 veröffentlicht haben, stehen in der kommenden Woche unter anderem Netflix und Intel auf der Agenda.

Durchwachsene Zahlen von Bank of America und Goldman Sachs

Nach JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo am Dienstag haben mit Goldman Sachs und der Bank of America zwei weitere US-Banken über den Verlauf des vierten Quartals 2019 berichtet. Die Aktien der Bank of America fielen um 1,8 Prozent, nachdem diese einen Gewinnrückgang verzeichnet hatte. U.S. Bancorp meldete den geringsten Quartalsgewinn seit zwei Jahren, was die Aktien um 2,9 Prozent drückte.

Goldman Sachs
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Die Aktien von Goldman Sachs standen zunächst ebenfalls unter Druck, erholten sich im Verlauf aber und verloren lediglich 0,2 Prozent. Die Bank hatte mitgeteilt, dass sich möglicherweise eine Lösung im Korruptionsskandal mit dem malaysischen Investmentfonds 1MDB andeutet.

Im Finanzsektor hat zudem der Vermögensverwalter Blackrock Geschäftszahlen vorgelegt. Das verwaltete Vermögen stieg im vergangenen Jahr erstmals über 7 Billionen Dollar. Die Aktie gewann 2,3 Prozent.

Der Krankenversicherer Unitedhealth hat im Schlussquartal mehr verdient als erwartet, wenngleich der Umsatz die Konsensschätzung verfehlte. Den Ausblick bekräftigte das Unternehmen jedoch. Die Titel stiegen um 2,8 Prozent.

Die Aktie von Target verlor 6,6 Prozent, nachdem der Einzelhändler im vierten Quartal enttäuschende Umsätze, insbesondere bei Spielzeug und Elektronik, verbucht hatte. Dies belastete die gesamte Branche. Im Fahrwasser verloren die Titel des Unterhaltungselektronik-Einzelhändlers Best Buy 1,7 Prozent.

Erzeugerpreise leicht unter Erwartungen

Bei den Erzeugerpreisen für Dezember zeigte sich das gleiche Bild wie bei den Verbraucherpreisen am Vortag: Sie stiegen im vergangenen Monat sowohl insgesamt als auch in der Kernrate etwas weniger stark als erwartet. Die geringe Teuerung spricht für weiter niedrige Zinsen in den USA. Der Empire-State-Index lag im Januar leicht über der Konsensprognose.

Die US-Wirtschaft zeigt dem "Beige Book" der US-Notenbank zufolge weiterhin ein moderates Wachstum. Für die nächste Sitzung am 28. und 29. Januar herrscht die Erwartung, dass die Fed ihren Leitzins stabil bei 1,50 bis 1,75 Prozent lassen wird.

Geringe Inflation positiv für Anleihen und Gold

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der Niedrigzinsphase stützte die Anleihenotierungen. Für die Rendite zehnjähriger US-Anleihen ging es um 3,1 Basispunkte auf 1,78 Prozent nach unten. Daneben hätten die trotz des Teilabkommens zwischen den USA und China herrschenden Bedenken das Sentiment gestützt, hieß es.

Goldpreis
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Auch der Goldpreis legte mit der Aussicht auf weiter niedrige Zinsen zu. Daneben hätten die Aussagen der US-Regierung, trotz des Teilabkommens die bestehenden Zölle auf Importe aus China vorerst nicht senken zu wollen, weiter für Skepsis bei den Investoren gesorgt und die Nachfrage für das Edelmetall gestützt, so die Analysten von Zaner Metals. Die Feinunze verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1.556 Dollar.

Der Rubel gab in Reaktion auf den Rücktritt der russischen Regierung zwischenzeitlich deutlicher nach. Der US-Dollar stieg in der Spitze auf 61,81 Rubel von 61,40 vor Bekanntwerden der Nachricht. Im späten US-Handel kostete ein Dollar dann wieder 61,42 Rubel. Ministerpräsident Dmitri Medwedew begründete den Schritt mit den geplanten Verfassungsreformen in Russland.

Die Ölpreise fielen mit Bekanntgabe der wöchentlichen US-Öllagerdaten zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen. Vor allem der unerwartet kräftige Anstieg bei den Benzinbeständen belastete, hieß es. Dieser war gut doppelt so hoch ausgefallen wie erwartet. Zudem stieg die Ölproduktion in den USA auf einen Rekordwert. Dagegen reduzierten sich die Rohöllagerdaten etwas stärker als erwartet. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 0,5 Prozent auf 57,96 Dollar. Für Brent ging es um 0,4 Prozent auf 64,26 Dollar nach unten.

Quelle: ntv.de