Marktberichte

Fed-Geldspritzen bleiben aus US-Börsen schließen im Minus

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Das Gebäude der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in Washington.

(Foto: picture alliance/dpa)

An der Wall Street wirkt der Zinsentscheid der US-Notenbank nach. Viele Fragen seien offen geblieben, beklagen Experten. Derweil zieht der Ölpreis an, da die Opec an ihrem Kurs festhalten will. Bei den Unternehmen gehört die Aktie von GE zu den Tagessiegern.

Der vorläufige Verzicht der US-Notenbank auf zusätzliche Konjunkturhilfen und hinter den Erwartungen gebliebene Arbeitsmarktdaten setzen der Wall Street zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,5 Prozent tiefer auf 27.901 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 1,3 Prozent auf 10.910 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,8 Prozent auf 3357 Punkte ein.

Die Fed will den Leitzins so lange nahe Null halten, bis die Inflation das Ziel von zwei Prozent für einige Zeit moderat übertreffen könnte und Vollbeschäftigung wieder erreicht sei. Den neuen Wirtschaftsprojektionen zufolge dürften die Zinsen bis mindestens 2023 unverändert bleiben. Eine Antwort auf die Frage, wie die Fed ihre Ziele erreichen wolle, sei ihr Chef Jerome Powell aber schuldig geblieben, kritisierte Vincent Reinhart, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Mellon. "Wie der Zauberer von Oz würde er es vorziehen, dass niemand versucht, hinter den Vorhang zu schauen, sondern alle darauf vertrauen, dass die Fed ihre Arbeit tun wird."

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 41,17

"Die Fed ist mit ihrem Latein am Ende und Aktienanleger realisieren das endlich", sagte Greg Swenson, Mitgründer der Investmentbank Brigg Macadam. Die Zinsen seien niedrig und die Notenbank kaufe bereits in großem Umfang Wertpapiere. "Da bleibt ihr wenig, um bei einer unerwarteten wirtschaftlichen Schwäche kurzfristig die Erholung der Konjunktur zu stützen oder Ausfälle abzufedern."

Opec hält an Förderbremse fest

Die US-Rohölsorte WTI verteuerte sich dagegen um gut zwei Prozent auf 41,04 Dollar je Barrel (159 Liter). Internen Unterlagen zufolge will "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, an der Förderbremse im bisherigen Umfang festhalten. Außerdem drängten sie diejenigen Mitglieder, die ihre Quoten in den vergangenen Monaten überschritten hatten, die Produktion entsprechend zu kürzen. Daher sei mit einem geringeren Angebot zu rechnen, sagte Analyst Phil Flynn vom Brokerhaus Price Futures.

General Electric
General Electric 7,34

Bei den Unternehmen stand General Electric (GE) im Rampenlicht. Die Aktien des Siemens-Konkurrenten stiegen um mehr als vier Prozent. Dank milliardenschwerer Einsparungen stellte Firmenchef Larry Culp für das zweite Halbjahr einen positiven Cash Flow in Aussicht. Gleiches plane er für 2021. Die Aktien des weltgrößten Kreuzfahrt-Veranstalters Carnival fielen dagegen um 1,3 Prozent. Die Tochter P&O will frühestens Anfang 2021 wieder Reisen anbieten. Im Sog von Carnival büßten die Papiere der Konkurrenten Royal Caribbean und Norwegian bis zu 1,4 Prozent ein.

Quelle: ntv.de, hul/rts