Marktberichte

Fed zum Eingreifen bereit Virus-Panik beschert Börsen schwarze Woche

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Auch die Wall Street erlebt die schlimmste Woche seit Jahren.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Die Coronavirus-Epidemie hat auch große Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Seit Wochenauftakt schrumpft der Börsenwert der Unternehmen um fast sechs Billionen Dollar. Die US-Notenbank signalisiert, dass sie die heimische Wirtschaft notfalls unterstützen wird.

Die Furcht vor den Folgen der weltweiten Coronavirus-Epidemie brockt den internationalen Aktienmärkten die schwärzeste Woche seit der Finanzkrise 2008 ein. Allein seit Wochenauftakt sank der Wert der Unternehmen an den Börsen um fast sechs Billionen Dollar. Eine Beruhigung ist vorerst nicht in Sicht. "Die Investoren versuchen, sich auf das Schlimmste einzustellen", sagte John Lau, Aktienexperte beim Finanzdienstleister SEI Investments. "Das sind höchst unsichere Zeiten, keiner kennt die Antwort, und die Märkte sind in Panik."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,4 Prozent tiefer auf 25.409 Punkten. Der technologielastige Nasdaq notierte kaum verändert bei 8567 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,8 Prozent auf 2954 Punkte ein.

Über die gesamte Woche verlor der Dow Jones damit mehr als 3500 Punkte. Es waren die größten Kursverluste seit Oktober 2008 zum Höhepunkt der Finanzkrise. Die Talfahrt konnte aber abgebremst werden. Am Donnerstag hatte der Dow Jones knapp 1200 Punkte oder 4,4 Prozent verloren.

Die US-Notenbank will gegebenenfalls eingreifen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abzufedern. "Wir werden unsere Werkzeuge einsetzen und handeln, wie es angemessen ist, um die Wirtschaft zu unterstützen", erklärte Fed-Chef Jerome Powell. "Die Fundamentaldaten der US-Wirtschaft bleiben stark." Das Coronavirus stelle die Wirtschaftsaktivität allerdings vor zunehmende Risiken, sagte er weiter. Die Fed beobachte die Entwicklungen und deren Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum genau.

Dax im Sinkflug

Der Dax schloss an diesem Freitag 3,9 Prozent im Minus bei 11.890,35 Punkten - zwischenzeitlich hatte er noch rund 170 Stellen tiefer gelegen. Der EuroStoxx50 verlor 3,7 Prozent auf 3329,49 Zähler. Seit Wochenauftakt haben beide Barometer mehr als zwölf Prozent an Wert verloren. "Innerhalb weniger Tage wurden die Kursgewinne der vergangenen Wochen und Monate pulverisiert", sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. Vor eineinhalb Wochen hatte der Dax mit 13.795 Zählern noch ein Rekordhoch markiert.

"Die Börse preist gerade einen Tsunami an Gewinnwarnungen aus den Unternehmen ein", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Kurzfristig könne es noch weiter nach unten gehen, schrieben die Experten der Helaba. Die Sorglosigkeit der vergangenen Wochen sei in Panik umgeschlagen. Für mittelfristig orientierte Anleger böten die derzeitigen Kursrückgänge aber die Gelegenheit, wieder Positionen aufzubauen.

"Es ist verlockend anzunehmen, dass mit dem wärmeren Wetter und der abnehmenden Virus-Angst die Märkte zur Normalität zurückkehren", sagte Mark Dowding, Chefinvestor bei der Fondsgesellschaft BlueBay. "Die Panik kann noch für einige Zeit anhalten, aber das Comeback der Wirtschaft könnte stark ausfallen, wenn genau mit dem Frühling auch die unterstützenden Maßnahmen der Politik greifen."

Quelle: ntv.de, hul/rts/AFP