Marktberichte

Kaum Bewegung Wall Street schaut starr auf den Wahlausgang

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(Foto: imago images/Xinhua)

Händler halten sich zum Wochenausklang bedeckt. Die zähe Präsidentenwahl, steigende Corona-Zahlen und auf der anderen Seite gute Arbeitsmarktdaten geben keine eindeutigen Impulse.

Nach der jüngsten Rally haben die Anleger an der Wall Street zum Wochenausklang erst einmal durchgeatmet. Die Kurse traten mehr oder weniger auf der Stelle. Gestützt wurde der Handel vom besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht für Oktober. Zudem schien eine Entscheidung im US-Wahlkampf unmittelbar bevorzustehen - zugunsten des Demokraten Joe Biden. Der Dow-Jones-Index fiel letztlich um 0,2 Prozent auf 28.323 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab einen Punkt nach, während der Nasdaq-Composite vier Punkte gewann.

Neben dem Wahlkrimi rückten auch die weiter rasant steigenden Coronavirus-Neuinfektionen wieder stärker in den Blick. Erstmals wurden in den USA über 100.000 Neuinfektionen an einem Tag gezählt. Auch in Europa breitet sich das Virus weiter aus, die Staaten reagieren mit mehr oder weniger strengen Lockdowns. Dies dürfte sich verstärkt negativ auf die konjunkturelle Erholung auswirken. Auch US-Notenbankpräsident Jerome Powell hatte bereits am Vorabend vor den Folgen der Pandemie gewarnt und sah den ökonomischen Erholungsprozess in Gefahr.

Einen positiven Impuls lieferte der US-Arbeitsmarktbericht. So übertraf die Zahl neu geschaffener Stellen die Erwartungen. Die Arbeitslosenquote fiel auf 6,9 Prozent. "Die Erholung am US-Arbeitsmarkt setzt sich fort, wenngleich die Dynamik weiter nachlässt", heißt es von der Helaba. Zudem fehlten im Vergleich zur Zeit vor der Coronakrise noch immer etwa zehn Millionen Stellen. Dies sei Grund genug für die US-Notenbank, an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festzuhalten oder im Bedarfsfall weitere Maßnahmen zu ergreifen.

T-Mobile US gesucht

Abwärts ging es mit den Ölpreisen. Der Preisrückgang lasse mehrere Erklärungen zu, hieß es von der Commerzbank. Zum einen sei ein Sieg Bidens wegen einer wahrscheinlichen Annäherung im Iran-Konflikt und einem stärkeren Fokus auf regenerative Energien längerfristig gesehen eher belastend für den Ölpreis. Gleichzeitig sei es unwahrscheinlich, dass das nächste Konjunkturpaket noch in diesem Jahr vom alten Senat abgenickt werde. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 4,3 Prozent auf 37,14 Dollar, für Brent ging es um 3,6 Prozent auf 39,45 Dollar nach unten.

Der Goldpreis gab nach dem überraschend gut ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht den Großteil seiner Gewinne wieder ab. Dennoch verzeichnete das Edelmetall den stärksten Wochengewinn seit Juli. Der Preis für die Feinunze zeigte sich 0,2 Prozent höher bei 1953 Dollar. Die US-Anleihen gaben nach den jüngsten kräftigen Aufschlägen nach - auch belastet vom guten US-Arbeitsmarktbericht, heißt es. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg um 5,6 Basispunkte auf 0,83 Prozent.

Bei den Einzelwerten ging es für die Aktien von T-Mobile US um 5,4 Prozent aufwärts. Das Unternehmen hat im dritten Quartal mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Die Tochter der Deutschen Telekom traut sich daher im laufenden Geschäftsjahr mehr zu.

Der Fahrdienstvermittler Uber hat auch im dritten Quartal unter den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus-Pandemie gelitten und meldete erneut einen Milliardenverlust. Die Zahlen lagen etwas unter den Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg um 6,9 Prozent, nachdem mehrere Analysten ihre Kursziele erhöht und ihre Kaufempfehlungen bekräftigt hatten.

Nicht so schlecht wie befürchtet hat der Hotelkonzern Marriott im dritten Quartal abgeschnitten. Das Unternehmen hat die Kosten kräftig gedrückt und deshalb weniger Geld verbrannt als erwartet. Die Aktie verbesserte sich um rund drei Prozent.

Farfetch sprangen um 12,4 Prozent nach oben, nachdem der chinesische Internetgigant Alibaba und der schweizerische Luxusgüterkonzern Richemont ihren Einstieg bei dem Online-Händler für Luxusmode bekanntgegeben hatten.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ