Marktberichte

Optimismus trotz Krise Wall Street zeigt sich entspannt

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Die Anleger an der Wall Street reagieren mit Entspannung auf die angekündigten Lockerungen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Trotz Warnungen wird auch in den USA über Lockerungen der Corona-Maßnahmen nachgedacht. Bei den Anlegern sorgt das für Entspannung. Die Rohölpreise fallen allerdings wieder stark.

Die Wall Street hat mit Aufschlägen auf die Entspannung in der Corona-Krise reagiert. In Europa ging die Zahl der Neuinfektionen zurück und in vielen Ländern wurden die strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie schrittweise gelockert. Auch einige US-Bundesstaaten erlaubten die Öffnung von Einzelhändlern, Restaurants und anderen Ladengeschäften wieder. Selbst im hart getroffenen Bundesstaat New York wurde über Lockerungsmaßnahmen nachgedacht. Die Warnungen von Medizinern über ein zu forsches Vorgehen bei der Lockerung der Auflagen wurde in den USA überhört. Finanzminister Steven Mnuchin stellte bereits eine Konjunkturerholung ab Juni in Aussicht.

Der Dow-Jones-Index kletterte um 1,5 Prozent auf 24.134 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legten um 1,5 bzw. 0,6 Prozent zu. Den 2.366 (Freitag: 1.831) Kursgewinnern an der NYSE standen 609 (1.134) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 38 (45) Aktien. "Anleger realisieren, wir könnten den Stillstand früher überwinden. Vielleicht erweist sich dies als eine vorübergehende Sache (...)", sagte Marktstratege Joe Saluzzi von Themis Trading. "Wir wissen zwar noch nicht, in welchem Ausmaß und mit welchem Tempo die Lockerungen eingeleitet werden, aber die Zuversicht, dass sie kommen, ist wichtig", ergänzte Investmentstratege Edward Park von Brooks Macdonald.

Ölpreise brechen erneut ein

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 35,99

Am Ölmarkt stürzten die Preise nach den jüngsten Turbulenzen erneut ab. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI des marktführenden Juni-Kontrakts verlor 25 Prozent auf 12,78 Dollar. Europäisches Referenzöl der Sorte Brent verbilligt sich um 8,4 Prozent auf 19,99 Dollar. Händler sprachen einmal mehr von einer gigantischen Überproduktion und daher randvollen Lagerkapazitäten.

Der spekulative Ölfonds United States Oil Fund (USO), der ganz entscheidenden Anteil an den jüngst negativen Preisen für US-Öl hatte, hatte ein Überrollen seines Engagements in spätere Lifertermine nach Juni angekündigt. Doch am Terminmarkt gerieten auch die Kontrakte zur Erdöllieferung nach Juni zum Teil deutlich unter Druck - ein Zeichen, dass Anleger nicht an einen schnellen Abbau der Ölflut glaubten.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 33,75

Mit dem Preisverfall bei Rohöl geriet auch der Goldpreis wieder unter Druck. Denn fallende Öl- und Energiepreise bremsen die Inflation und damit die Akttraktivität des Edelmetalls als Schutz vor Geldentwertung. Zudem war die Nachfrage nach sichereren Häfen mit der gestiegenen Zuversicht der Anleger zurückgegangen. Der Preis für die Feinunze des Edelmetalls gab im späten Geschäft 0,7 Prozent auf 1.717 Dollar nach. Einige Marktteilnehmer sahen auch bei einer fortschreitenden Lockerung der Corona-Maßnahmen Unterstützung für das Edelmetall. Selbst wenn der Stillstand aufgehoben werde, sei die Welt noch weit von jeder Art von Normalität entfernt, hieß es. Zudem dürften die Maßnahmen der Notenbanken zu einer deutlichen Steigerung der Geldmenge führen, was Inflationsängste heraufbeschwöre.

Für die Rendite zehnjähriger US-Anleihen ging es bei sinkenden Notierungen um 5,3 Basispunkte nach oben auf 0,66 Prozent. Auch der Rentenmarkt wurde von der steigenden Risikoneigung belastet. Als vermeintlich sicherer Währungshäfen war mit gestiegener Risikoneigung auch der Dollar weniger gefragt. Der ICE-Dollarindex verlor 0,3 Prozent.

Boeing mit Abschlägen

Boeing
Boeing 137,53

Unter den Einzelaktien gaben Boeing gegen den Markttrend um 0,4 Prozent nach. Der US-Flugzeugbauer hatte einen Kaufvertrag über 4,2 Milliarden Dollar mit seinem brasilianischen Konkurrenten Embraer platzen lassen. Der Luftverkehr könnte sich nach Ansicht von Boeing-Chef David Calhoun zwei bis drei Jahre lang nicht von der aktuellen Krise erholen.

Apple-Aktien hinkten mit einem mageren Plus von 0,1 Prozent dem Markt ebenfalls hinterher. Der Technologieriese will offenbar mit den neuen iPhone-Modellen erst einen Monat später als bislang geplant in die Massenproduktion gehen, wie Kreise berichteten.
GM stiegen um 2,3 Prozent. Der Autobauer setzte die Quartalsdividende und das Aktienrückkaufprogramm wegen den Auswirkungen der Pandemie aus, um seine Bilanz zu stärken. Die Liquiditätssicherung kam gut an. Tesla schnellten indes um 10,1 Prozent empor. Laut Berichten will der Elektroautobauer seine wichtigste Produktionsstätte in Kalifornien nächste Woche wieder anfahren.

Quelle: ntv.de, ibu/DJ