Marktberichte

Zumeist verkürzter Handel Weihnachtshandel labt sich an Brexit-Hoffnungen

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London ist einer er Plätze, an denen an Heiligabend gehandelt wird.

(Foto: imago images/UIG)

An den meisten Handelsplätzen dominieren die positiven Vorzeichen. In einem oftmals verkürzten Handel sorgen die Impfstoff-Hoffnungen sowie die Zuversicht beim Thema Brexit für Käufe.

Die europäischen Aktienmärkte haben an Heiligabend etwas zugelegt. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 0,1 Prozent fester bei 3543 Punkten. In Paris fiel nach freundlichem der Cac 40 hingegen um 0,1 Prozent auf 5522 Stellen. Der Londoner FTSE 100 kletterte um 0,1 Prozent auf 6502 Zähler. In London und Paris fand nur ein verkürzter Handel statt. In Frankfurt und Rom blieben die Börsen geschlossen.

Etwas gestützt wurden die Aktien durch die sich abzeichnende Einigung zwischen der EU und Großbritannien. Eine Woche vor Ende der Brexit-Übergangsphase haben die Unterhändler letzte Hand an ein umfassendes Handelsabkommen gelegt. Trotz einer weitgehenden Einigung auf entscheidende Punkte bereits am Vortag zogen sich letzten Verhandlungen an Heiligabend doch noch einmal. Eine für den Vormittag angesetzte Unterrichtung durch den britischen Premier Boris Johnson wurde stunde um Stunde verschoben. Am Nachmittag war unklar, ob der Regierungschef noch im Tagesverlauf vor die Presse treten werde. Mit der Verschiebung kamen auch einige Kurse wieder zurück.

Die deutlichsten Kursgewinne erzielte spanische Buchungssystem-Anbieter Amadeus IT. Die Aktie legte um 2,9 Prozent zu. Die stärksten Verluste verbuchte der irische Glücksspielanbieter Flutter. Die Aktie gab um 2,2 Prozent nach. Insgesamt hielten sich die Kursausschläge aber in Grenzen. Die meisten Marktteilnehmer hatten bereits zuvor ihre Bücher für 2020 geschlossen. Nur noch wenige Investoren nutzen noch die Möglichkeit, einige Depotpositionen anzupassen.

Alibaba im Visier der Behörden

In Asien verzeichneten die Börsen überwiegend kleinere Gewinne. Wegen Heiligabend fand in Japan, Hongkong und Australien ebenfalls nur ein verkürzter Handel statt. In Shanghai gab der Markt gegen den regionalen Trend 0,5 Prozent ab. Hier stand der Alibaba-Konzern im Fokus, dessen Aktie in Hongkong um rund acht Prozent absackte. Der Onlineriese ist unter massiven Druck der einheimischen Behörden geraten. Chinas Behörde für Marktregulierung leitete eine Untersuchung wegen möglicher "monopolistischer Praktiken" des Konzerns ein. Die Behörde will laut chinesischen Staatsmedien zudem im Rahmen ihrer Aufsichtsaufgaben mit Ant, dem Finanz-Dienstleister von Alibaba, Gespräche führen.

Der Konzern kündigte an, er werde bei der Untersuchung "aktiv kooperieren". Hintergrund des Vorgehens gegen Alibaba und Ant sind offenbar Bestrebungen der kommunistischen Führung, die stark gewachsene Marktmacht privater chinesischer Tech-Firmen einzudämmen. Alibaba-Gründer Jack Ma hatte im Oktober Chinas staatliches Finanzsystem scharf kritisiert. Er nannte es veraltet und verglich es mit den traditionellen chinesischen Pfandhäusern.

Im übrigen dominierten die positiven Impulse - ebenfalls durch die Hoffnung, dass mit den angelaufenen Impfungen gegen Covid-19 die Pandemie ihren Schrecken verlieren dürfte sowie angesichts der Brexit-Verhandlungen. Auch das unlängst in den USA vereinbarte 900-Milliarden-Dollar-Paket zur Unterstützung der Ökonomie sorgte nochmals für Auftrieb.

Nikkei
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Samsung gehen steil

In Japan ging es um 0,5 Prozent aufwärts. Die Hoffnung auf weitere staatliche Stimulierungsmaßnahmen und die global startenden Impfmaßnahmen gegen Covid-19 trieben die Titel aus den Sektoren Automobil und Banken nach oben. Finanzwerte profitierten von den gestiegenen Renditen der US-Treasurys, nachdem die Zuversicht in punkto Brexit-Verhandlungen zu Verkäufen bei den amerikanischen Staatsanleihen geführt hatte.

Bei den Finanzwerten gewannen Sumitomo Mitsui Trust Holdings und Nomura Holdings, bei den Autowerten liefen Nissan Motor und Honda Motor nach oben. Die Softbank-Aktie verlor im Zuge der Ermittlungen gegen Alibaba. Der Technologieinvestor ist der größte Eigner des chinesischen Online-Giganten.

Angeführt wurden die Börsen der Region in Südkorea, wo es trotz eines ruhigen Weihnachtsgeschäfts um 1,7 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch ging, gestützt vor allem von den festen Technologiewerten. Das Land hat neue Lieferverträge mit den Covid-Impfstoffherstellern Johnson & Johnson und Pfizer abgeschlossen. Indexschwergewicht Samsung Electronics schossen um gut fünf Prozent nach oben. Die US-Zulassungsbehörde FCC hat sich positiv zu dem neuen Flaggschiff Galaxy S21 Ultra geäußert. Bei ebenfalls dünnem Geschäft in Hongkong lief der HSI trotz der schwachen Alibaba-Aktie 0,2 Prozent nach oben.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

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