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Gehaltsreport für Berlin Start-ups bezahlen Frauen schlechter

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Berlin ist für viele Kreativschaffende schon lange Anzugspunkt.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Berlin gilt als Hotspot der Gründerszene. Aus aller Welt zieht es junge Menschen in die Start-up-Szene der Hauptstadt. Doch wie zufrieden sind die Beschäftigten der Branche eigentlich? Es rumort in der Szene - vor allem bei den Frauen.

Jung, hip und unkonventionell - die Start-up-Szene in Berlin ist inzwischen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Hauptstadt. Doch in einem Punkt sind Start-ups gewöhnlichen Unternehmen doch relativ ähnlich. Denn auch in den Hinterhöfen, Garagen und Lofts verdienen Männer deutlich mehr als Frauen. Wie aus einer Studie der Karriereplattform Jobspotting.com hervorgeht, liegt das durchschnittliche Einkommen männlicher Vollzeitangestellter bei 3333 Euro. Frauen kommen hingegen nur auf 2500 Euro. Damit verdienen sie fast ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen.

Wie aus der Studie weiter hervorgeht, beläuft sich das durchschnittlich monatliche Bruttoeinkommen für Einsteiger auf 2337 Euro. Mit steigender Berufserfahrung fallen die Gehälter höher aus. So erhalten Arbeitnehmer mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung im Schnitt 3080 Euro. Angestellte die sechs bis zehn Jahre Erfahrung mitbringen, verdienen im durchschnittlich 3845 Euro. Bei mehr als zehn Jahren Berufserfahrungen stehen am Monatsende im Schnitt 4603 Euro auf der Abrechnung. Überraschenderweise garantiert ein Universitätsabschluss nicht automatisch ein höheres Gehalt. Zwar machten Studienabbrecher nur sechs Prozent der Befragten aus. Doch gaben sie eine höheres Gehalt als Befragte mit einem Hochabschluss (82 Prozent) an.

Neben der Bezahlung hat sich die Studie auch mit der Arbeitszufriedenheit beschäftigt. Und immerhin fast sechs von zehn Beschäftigten (63 Prozent) sind mit ihrer momentanen Anstellung sehr unzufrieden. Dabei ist der Anteil der Frauen deutlich höher. Gut jeder zweite Befragte etwa fühlt sich unterbezahlt und hat das Gefühl, nicht entsprechend seines Marktwertes bezahlt zu werden. Trotz ihres geringen Einkommens sind Befragte, die in einem Start-up angestellt sind, zufriedener als Befragte, die nicht in Start-ups arbeiten.

Hohe Lebensqualität in Berlin

Insgesamt unterscheidet sich Berlin im mittleren Bruttoeinkommen nicht grundsätzlich von anderen Start-up-Hubs, wie es weiter hieß. Deswegen sei die deutsche Hauptstadt ein attraktiver Standort für diejenigen, die in einem Start-up arbeiten und eine hohe Lebensqualität genießen möchten.

Unattraktiv sei Berlin indes angesichts des hohen Lohngefälles besonders für weibliche Arbeitnehmer. Aber auch wer nicht in den Bereichen Software-Entwicklung, Management und Design arbeitet, habe geringe Chancen auf eine Gehaltssteigerung.

Für die nach eigenem Bekunden repräsentativen Erhebung in Zusammenarbeit mit der Online-Jobbörse BerlinStartupjobs und der Hochschule Aale waren seit April 2013 insgesamt 3388 Menschen zu ihrem Gehalt, ihrer Berufserfahrung und ihrer Zufriedenheit im Job befragt worden. Die Mehrheit der Teilnehmer waren nicht-deutsche Staatsangehörige (fast 80 Prozent). 60 Prozent von ihnen gaben an, bereits in Berlin zu leben. Im Schnitt waren die Befragten zwischen 26 und 30 Jahren alt.

Quelle: n-tv.de, jki

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