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Frisches Geld von Geely Volocopter soll schon bald in China abheben

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Die elektrisch betriebenen Flugtaxis können vertikal starten und landen.

(Foto: Velocopter)

Erst kürzlich hat das Flugtaxi-Startup Volocopter sein neues Modell vorgestellt. Nun spült eine Finanzierungsrunde dem Unternehmen 50 Millionen Euro in die Kassen. Wenn es nach dem Geldgeber aus China geht, könnten die Fluggeräte auch in smoggeplagten Megacities starten.

Der chinesische Autobauer Geely hat sich in einer neuen Finanzierungsrunde mit 50 Millionen Euro an dem deutschen Flugtaxi-Startup Volocopter beteiligt. Der Investor aus Fernost will mit dem Geld die kommerzielle Einführung der Lufttaxis innerhalb der nächsten drei Jahre unterstützen. Der Geely-Gruppe von Milliardär Li Shufu gehört bereits Volvo. Nun will Geely zusammen mit Volocopter auch ein Joint Venture gründen, um das neue Konzept für städtische Luftmobilität nach China zu bringen und damit die dortige Luftverschmutzung zu verringern.

"Die Finanzierungsrunde erlaubt es uns mit großer Dynamik die Realisierung von Urban Air Mobility voranzutreiben und weiterhin zielführend mit dem Geld unserer Investoren umzugehen", sagt Volocopter-Geschäftsführer Florian Reuter. Mit ihrer Investition wird die Geely-Gruppe ein weiterer Minderheitseigentümer des Flugtaxi-Startups. Die Gründer Stephan Wolf und Alexander Zosel bleiben nach eigenen Angaben gemeinsam die größten Anteilseigner der Firma.

Rene Griemens, Finanzvorstand bei Volocopter, versuchte Bedenken auszuräumen, dass Geely über die Beteiligung zum dominanten Investor werde: "Sie kaufen die Technologie nicht und es gibt keinen Technologietransfer", zitiert ihn die "Financial Times". Die Partnerschaft mit Geely würde dem Startup gute Beschaffungsmöglichkeiten bei großen Batterieherstellern eröffnen und Volocopter könne Geely auch als Fertigungspartner in China dienen.

Geelys Beteiligung an Volocopter sei ein weiterer Schritt in der Transformation des Konzerns von einem Automobilhersteller hin zu einem Mobilitätstechnologie-Anbieter, heißt es aus dem Unternehmen. Im Zuge dessen werden auch Satelliten und Mikrochips erforscht. Geely kündigte 2017 bereits die Übernahme der US-Firma Terrafugia Inc. an, die versucht, bis 2019 ein fliegendes Auto auf den Markt zu bringen. Zudem unterzeichnete Geely im November mit einem chinesischen Staatskonzern eine Vereinbarung über den Bau von Überschallzügen.

Rennen um die Vorherrschaft am Himmel

Auch Daimler und Intel sind bereits an dem Flugtaxi-Startup beteiligt. "Wir freuen uns zu sehen, dass unsere Partner von Geely in Volocopter investieren", sagte Daimler-Konzernchef Ola Källenius. Geely war im Februar 2018 mit 9,7 Prozent der Anteile beim Daimler-Konzern eingestiegen und damit auf einen Schlag zum größten Aktionär geworden. Seitdem prüfen die Schwaben und die Chinesen, wie sie sinnvoll zusammenarbeiten können.

Das Rennen um die Vorherrschaft am Himmel liefert sich Volocopter mit Herstellern wie Lilium, eHang oder Uber. Erst kürzlich hat das Startup aus Karlsruhe das Modell "Volocity" vorgestellt. Das Fluggerät verfügt über 18 Rotoren, fliegt bis zu 35 Kilometer weit und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 110 Kilometer pro Stunde. Es bietet Platz für zwei Passagiere plus Handgepäck und hält auch die Vorgaben der Europäischen Agentur für Flugsicherheit ein.

Quelle: n-tv.de, jki

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