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Neuer Starttermin für SpaceX Astronauten sind bereit für zweiten Versuch

NASA-Astronauten Robert Behnken (l.) und Douglas Hurley, vor dem Einstieg in die Besatzungskapsel

Nasa-Astronauten Robert Behnken (l.) und Douglas Hurley, vor dem Einstieg in die Besatzungskapsel "Crew Dragon".

(Foto: dpa)

Wie einst Neil Armstrong mit seinen ersten Schritten auf dem Mond, könnten bald auch die beiden SpaceX-Astronauten Raumfahrt-Geschichte schreiben. Am kommenden Wochenende gibt es den zweiten Versuch für den ersten bemannten Flug ins All eines Privatunternehmens. Die Astronauten sind bereit.

Nach einem ersten am Wetter gescheiterten Startversuch sollen am Samstag erstmals seit rund neun Jahren wieder Astronauten von den USA aus zur Raumstation ISS abheben. Um 21.22 Uhr MESZ sollen die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley mit einer "Falcon 9"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus in einer "Crew Dragon"-Raumkapsel zur Internationalen Raumstation starten.

Einen Tag später sollen sie an der ISS andocken und rund einen Monat bleiben. Weltweit wurde der Start mit Spannung erwartet. Der erste Versuch am Mittwoch war wegen schlechter Wetterbedingungen rund eine Viertelstunde vor dem Start abgebrochen worden. Über Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida waren dunkle Wolken zu sehen und es regnete immer wieder leicht, zudem gab es Sorge vor Blitzen.

Die Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley verließen ihre Sitzplätze nach rund drei Stunden im "Crew Dragon" wieder und begaben sich zurück in ihr Quartier in Quarantäne. "Die Teams von Nasa und SpaceX haben das großartig gemacht und in einer dynamischen Wettersituation auf jeden Fall die richtige Entscheidung getroffen"", schrieb Hurley bei Twitter. "Das kann frustrierend sein, aber gehört manchmal auch einfach zur Realität der Raumfahrt dazu." Behnken schrieb, er sei stolz auf SpaceX und die Nasa, dass sie grundsätzlich startbereit gewesen seien. Ihm zufolge steht er auch schon für den zweiten Versuch am Samstag parat.

Es sei die richtige Entscheidung gewesen, weil die Sicherheit der Astronauten allerhöchste Priorität habe, sagte Nasa-Chef Jim Bridenstine. Die Nasa betonte, dass mit der Technik alles funktioniert habe und Rakete und Raumkapsel startklar gewesen seien - es habe allein am Wetter gelegen.

Auch die Wetterbedingungen für den zweiten Startversuch sahen Experten im Vorfeld als nicht ideal an. Falls der Test erneut verschoben werden müsste, wäre ein weiterer Versuch am Sonntag möglich. Es handelt sich um den letzten Flugtest für den vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelten "Crew Dragon" - und das erste Mal, dass ein privater Anbieter im Auftrag der Nasa Astronauten befördert.

Trump kündigt sich an

SpaceX wurde gegründet vom Unternehmer Elon Musk und hat bislang nur Fracht zur ISS transportiert. Wegen der Coronavirus-Pandemie ist der Zugang zu dem Gelände des Weltraumbahnhofs im US-Bundesstaat Florida stark eingeschränkt. Trotzdem hat US-Präsident Donald Trump seine Teilnahme erneut angekündigt.

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre "Atlantis" zur ISS geflogen. Danach mottete die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war für Flüge zur ISS seither auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa