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Sars-CoV-2 passt sich an B.1.525 ist in Deutschland angekommen

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Die neue Variante vereint gleich mehrere Veränderungen in sich.

(Foto: imago images/Christian Ohde)

Gerade erst freuen sich viele Menschen in Deutschland über die Lockerungen, da wird die relativ neue Mutation des Virus in Deutschland nachgewiesen. B.1.525 ist möglicherweise ansteckender als die ursprüngliche Variante von Sars-CoV-2.

Erstmals ist auch in Deutschland die neue Variante von Sars-CoV-2 mit der Bezeichnung B.1.525 entdeckt worden. Das teilte das Centogene-Labor in Rostock mit, das seit Ende Juni 2020 auch Coronatests durchführt. In einer positiven Probe wurde nun mit der sogenannten Vollgenom-Analyse die möglicherweise besorgniserregende Mutation gesehen. Die Probe sei im Testzentrum am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) einer Person aus Sachsen entnommen worden, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Sie ähnele der englischen Variante B.1.1.7, weist aber zusätzlich - wie die südafrikanische und brasilianische Sars-CoV-2-Variante - die Mutation E484K des Spike-Proteins auf.

Wegen dieser Ähnlichkeit zu ansteckenderen Varianten des Coronavirus liegt auch bei B.1.525 der Verdacht nahe, dass diese maßgeblich ansteckender ist als das Ursprungsvirus. "Die Mutation B.1.525 kombiniert die Eigenschaften der britischen, brasilianischen und südafrikanischen Variante. Es ist daher gut möglich, dass sie ansteckender ist als andere Varianten, die jede für sich bereits eine höhere Infektionsrate aufweist als der Wildtyp", erklärt Peter Bauer von Centogene.

Neue Variante in 20 Ländern

B.1.525 wurde bisher insgesamt rund 300 Mal in 20 Ländern wie zum Beispiel in Dänemark, Italien, Nigeria, Norwegen, Kanada, Großbritannien und den USA nachgewiesen. In Deutschland handelte es sich der Mitteilung zufolge, um den ersten Nachweis dieser Variante. "Vom Prinzip muss man sich das so vorstellen, dass sich die Viren versuchen zu verbreiten und alles, was dazu dient, ist gut für sie. Die Viren vermehren sich massiv und per Zufall kommen solche Veränderungen raus", erklärt der Mediziner Christoph Specht im Gespräch mit ntv.

Das Virus versuche, entweder schneller in die Zellen eindringen zu können oder sich schneller von Mensch zu Mensch zu übertragen, erklärt Specht weiter. Außerdem versuche es, der Immunabwehr - also beispielsweise durch Impfung oder durchlaufene Infektion - auszuweichen. "Also wenn jemand eine Infektion hatte, dann muss sich das Virus verändern, um neu angreifen zu können." Das scheint die neue Variante zu tun. Deswegen gehen Experten aktuell davon aus, dass die Variante B.1.525 nicht nur infektiöser ist als andere, sondern auch der Immunabwehr besser ausweichen kann.

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Das bedeute allerdings nicht, dass Geimpfte komplett schutzlos seien, so Specht weiter. Man müsse aber davon ausgehen, dass die Immunabwehr gegen diese Variante etwas schlechter ist, als bei einem Angriff der ursprünglichen Variante von Sars-CoV-2.

Laut Robert-Koch-Institut ist die neue Variante schon früher nach Deutschland gekommen. Es hatte bereits in dem "Bericht zu Virusvarianten von Sars-CoV-2 in Deutschland", der am 3. März 2021 veröffentlicht wurde, erklärt: "Außerdem wurde in 2021 auch die Variante unter Beobachtung B.1.525 detektiert, ihr Anteil lag in den KW 03-07/2021 zwischen 0,1 und 0,5 Prozent."

Quelle: ntv.de, jaz

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